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BVEO: 50 Jahre Apfelkabinett - Heimischer Obstbau zu Gast bei Bundeskanzler Merz

19. Oktober 2026

Ein halbes Jahrhundert Apfelkabinett: Vertreterinnen und Vertreter des deutschen Obstbaus haben im Bundeskanzleramt frisch geerntete deutsche Äpfel überreicht – eine Veranstaltung, die es seit nunmehr 50 Jahren gibt. 


Foto © BVEO / André Wagenzik

Gemeinsam mit Apfel- und Blütenhoheiten aus den bedeutenden deutschen Anbauregionen waren der Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO), Dr. Christian Weseloh, sowie der ehrenamtliche Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Jochen Westermann, bei Bundeskanzler Friedrich Merz zu Gast. 

Sie überreichten Merz und den Kabinettsmitgliedern rund 300 Kilogramm frisch geerntete Äpfel unterschiedlicher Sorten. 

Mit dabei waren unter anderem Elstar, Red Jonaprince, Holsteiner Cox, Roter Boskoop und Gala. 

Der Apfel ist das beliebteste Obst der Deutschen und zugleich das mit Abstand bedeutendste heimische Baumobst. 

Seit 1976 steht das Apfelkabinett für den Auftakt der neuen Apfelsaison und die Wertschätzung der heimischen Obsterzeugung.

„50 Jahre Apfelkabinett sind 50 Jahre Anerkennung für die Leistungen unserer Apfelbäuerinnen und Apfelbauern. 

Dass diese Tradition seit der Kanzlerschaft von Helmut Schmidt gepflegt wird, ist ein starkes Zeichen der Wertschätzung für die gesamte deutsche Obstbranche“, betont Weseloh. 

„Der Apfel steht wie kaum ein anderes Lebensmittel für gesunde Ernährung, Regionalität und die Leistungsfähigkeit unserer heimischen Landwirtschaft. 

Wir freuen uns sehr, dass der Bundeskanzler dieser Bedeutung auch im Jubiläumsjahr persönlich Ausdruck verleiht.“

Das Jubiläum fällt in ein herausforderndes Jahr für die deutschen Obsterzeuger und die Betriebe. 

Nach der besonders guten Apfelernte 2025 wird in diesem Jahr mit einer deutlich geringeren Erntemenge gerechnet. 

Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes erwarten die Betriebe rund 934.000 Tonnen Äpfel – knapp 18 Prozent weniger als im Vorjahr und 5 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. 

Insbesondere die anhaltende Trockenheit und außergewöhnliche Hitze haben den Früchten zugesetzt.

Gleichzeitig steht der heimische Obstbau wirtschaftlich unter erheblichem Druck. 

Während die Erzeugerpreise weitgehend stagnieren, steigen die Kosten für Personal, Energie und Betriebsmittel. 

Hinzu kommen zunehmende bürokratische Belastungen und Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Produzenten. 

„Unsere Obstbaubetriebe leisten jeden Tag Enormes. Sie erzeugen hochwertige Lebensmittel, sichern Arbeitsplätze und erhalten die Kulturlandschaften unserer Regionen. Doch diese Leistungen müssen sich auch wirtschaftlich rechnen“, erklärt Westermann. 

„Wenn wir auch in Zukunft Äpfel aus heimischem Anbau haben wollen, müssen wir jetzt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Erzeugerbetriebe stärken.“

Kritisch bewerten BVEO und DRV die steigenden Arbeitskosten im handarbeitsintensiven Obstbau. Hier können die Lohnkosten bis zu 60 Prozent der gesamten Produktionskosten ausmachen. 

Die für 2027 vorgesehene weitere Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 14,60 Euro je Stunde verschärft den Kostendruck zusätzlich. 

Die beiden Verbände fordern deshalb seit langem, rechtssichere Möglichkeiten für eine differenzierte Mindestlohnregelung bei landwirtschaftlichen Saisonarbeitskräften umzusetzen. 

Ebenso notwendig seien ein konsequenter Bürokratieabbau und verlässliche, wissenschaftlich fundierte Zulassungsverfahren für wirksame Pflanzenschutzmittel.

„Die Betriebe stehen im internationalen Wettbewerb. Sie brauchen Rahmenbedingungen, die ihnen eine wirtschaftliche Produktion ermöglichen. 

Immer höhere Kosten und Auflagen, die unsere europäischen Wettbewerber nicht in gleichem Maße tragen müssen, gefährden auf Dauer den heimischen Anbau“, warnt Westermann.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass sich die Obstproduktion zunehmend ins Ausland verlagert und Deutschland bei der Versorgung mit frischem Obst noch stärker von Importen abhängig wird“, ergänzt Weseloh.

Entscheidender Partner für die Vermarktung regionaler Produkte ist der Lebensmitteleinzelhandel. Heimisches Obst müsse in den Supermärkten ausreichend Platz erhalten, gut sichtbar präsentiert und gezielt beworben werden. 

Eine wichtige Orientierung für Verbraucherinnen und Verbraucher bietet dabei das Herkunftskennzeichen „Gutes aus deutscher Landwirtschaft“, das Produkte aus heimischer Erzeugung klar erkennbar macht.

„Wer zu Äpfeln aus Deutschland greift, entscheidet sich nicht nur für Frische und Qualität, sondern stärkt zugleich die regionale Wertschöpfung und die Zukunft unserer Obstbaubetriebe“, unterstreicht Weseloh. 

„Das 50. Apfelkabinett ist deshalb nicht nur ein Anlass, eine wunderbare Tradition zu feiern. Es ist auch eine Erinnerung daran, dass eine leistungsfähige heimische Obstwirtschaft keine Selbstverständlichkeit ist. 

Sie verdient unsere Wertschätzung – und sie braucht unsere Unterstützung.“

 

Quelle: BVEO

Veröffentlichungsdatum: 19.10.2026

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