„Die Wirtschaftlichkeit der heimischen Erzeugung muss gesichert werden“
Mit dem Abschluss der Haupternte zeichnet sich für den deutschen Biokartoffelmarkt ein klareres Bild der Erntelage ab. Im Rahmen des jüngsten Austauschs der Kartoffelbranche in Hamburg sowie auf Grundlage der aktuellen Erfahrungen aus den norddeutschen Anbaugebieten wird deutlich, dass regional teils deutlich unterdurchschnittliche Erntemengen auf eine weiterhin stabile Nachfrage nach heimischen Biokartoffeln treffen.

Foto © Bio Kartoffel Nord
Gleichzeitig stellen steigende Produktions-, Lager- und Energiekosten die Erzeugerbetriebe vor zunehmende wirtschaftliche Herausforderungen.
Reduzierung der Anbauflächen auch im Wendland erfolgt
Die deutsche Biolandwirtschaft hat bereits nach der Ernte 2025 auf die schwierige Marktsituation reagiert und die Anbauflächen für Biokartoffeln reduziert.
Damit haben die Erzeugerbetriebe einen wichtigen Beitrag geleistet, um das Marktgleichgewicht zu stabilisieren und eine Überversorgung zu vermeiden.
Umso wichtiger ist es nun, die verbleibenden Anbauflächen langfristig wirtschaftlich zu sichern und die Voraussetzungen für eine verlässliche Versorgung mit heimischer Bioware zu erhalten.
„Die Lagerung von Biokartoffeln ist für unsere Betriebe eine zentrale Voraussetzung, um den Handel möglichst ganzjährig mit heimischer Ware beliefern zu können.

Angesichts steigender Kosten, zunehmender Risiken bei der Lagerung und der Anforderungen an die Qualität ist eine angemessene Vergütung dieser Leistung unerlässlich“, betont Patrick de Mol, Geschäftsführer der Wendenknolle.
Auch Carsten Niemann unterstreicht die Bedeutung einer langfristigen Perspektive für den Biokartoffelanbau: „Wir haben nach dem schwierigen vergangenen Jahr Verantwortung übernommen und die Bio-Kartoffelanbauflächen deutlich reduziert. Bundesweit sehen wir ähnliche Entwicklungen.

Gerade in Niedersachsen, einem der bedeutendsten Anbaugebiete für den deutschen Speisekartoffelmarkt, werden sich diese Veränderungen auf die Verfügbarkeit auswirken.
Damit die heimische Biokartoffel auch künftig zuverlässig zur Verfügung steht, braucht es ein gemeinsames Verständnis für die wirtschaftlichen Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“
Langzeitlagerung muss honoriert werden
Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Lagerleistung. Die Einlagerung und Bereitstellung von Biokartoffeln über einen längeren Zeitraum sind mit erheblichen finanziellen und betrieblichen Aufwendungen verbunden.
Eine angemessene Berücksichtigung dieser Leistungen ist daher laut den Geschäftsführern entscheidend, um die Wirtschaftlichkeit der Betriebe auch über die Ernte hinaus zu gewährleisten.
Vor diesem Hintergrund halten wir eine angemessene Anpassung der Erzeugerpreise für Lagerware ab Mitte Oktober für notwendig.
Ein entsprechender Lageraufschlag kann dazu beitragen, die gestiegenen Kosten und die besonderen Anforderungen an die Lagerhaltung zu honorieren und zugleich Anreize für einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Biokartoffelanbau zu schaffen.
Ziel ist es, gemeinsam mit den Marktpartnern tragfähige Rahmenbedingungen zu entwickeln, die sowohl den wirtschaftlichen Erfordernissen der Erzeugung als auch den Anforderungen des Handels und der Verbraucher gerecht zu werden.
Eine verlässliche heimische Biokartoffelversorgung setzt voraus, dass die gesamte Wertschöpfungskette die notwendigen Beiträge leistet, nachhaltig Verantwortung übernimmt und die besonderen Leistungen der Erzeugung und Lagerung angemessen entlohnt.
Veröffentlichungsdatum: 07.10.2026