Spanien: Warum sind die Tomatenregale leer?
Das Zusammenspiel verschiedener klimatischer und marktbedingter Faktoren hat den Vertriebssektor unter Druck gesetzt und die Tomatenpreise in die Höhe getrieben.
In den Supermärkten bietet sich derzeit ein ungewohntes Bild: Die Tomatenregale sind leer. Normalerweise beziehen Supermärkte nach Ende der Saison in Almería, in Spanien, zwischen Juli und September ihre Ware aus Ländern wie den Niederlanden und Portugal sowie aus spanischen Hochlandregionen, wie RevistaMercados.com berichtet.
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Bildquelle: Pixabay
Doch in diesem Sommer haben hohe Temperaturen in Europa die verfügbaren Bestände dezimiert, in Kombination mit einer verzögerten Ernte in Almería ist das Angebot dadurch auf ein Minimum geschrumpft.
In den Niederlanden wurden in den Gewächshäusern zuletzt Temperaturen von fast 50 °C gemessen. Juan Jesús Lara, Geschäftsführer von CASI, erklärt: „Die Kulturen sind darauf nicht ausgelegt“, die Pflanzen leiden stark, und „kaum die Hälfte der Tomaten setzt Früchte an.“
Gleichzeitig verzeichnet Portugal eine Produktionsflaute zwischen den beiden kurzen Anbausaisons, was zu geringeren Exportmengen als üblich führt.
Zudem hat sich die Ernte in Almería aufgrund der Hitze verzögert. „Die hohen Temperaturen haben dazu geführt, dass der erste Fruchtansatz verloren gegangen ist“, erläutert Juan Antonio González, Vorsitzender der Genossenschaft Vicasol.
Die erste lokale Ware, die auf den Markt kommt, stammt aus höher gelegenen Gemeinden wie Zafarraya (Granada), wo mildere Temperaturen herrschen, doch auch dort treten diese Probleme auf.
Für den Tomatensektor in Almería ist dies eine beispiellose Situation: Die Saison endete wie üblich Anfang Juli und der Verkauf hätte eigentlich Anfang September wieder anlaufen sollen.
„Wir haben keine Produktion, ich denke, wir werden nächste oder übernächste Woche beginnen“, erklärt González. Juan Jesús Lara von CASI nennt einen späteren Zeitpunkt: „Wir haben vor zwei Wochen gepflanzt und werden erst in 25 bis 30 Tagen ernten.“
Lieferengpässe belasten den Vertrieb
Diese Lage setzt den Vertriebssektor unter Druck. „Die Situation ist kompliziert, die Handelsketten rufen ständig an und fragen, wann wir mit dem Verkauf beginnen“, sagt Juan Jesús Lara.
Das knappe Angebot treibt die Preise in die Höhe, sie haben sich inzwischen verdreifacht.
„Birnentomaten wurden für fast 3 EUR/kg verkauft, obwohl sie in dieser Woche zu 2 EUR gehandelt werden“, während der übliche Preis bei 1,10 EUR/kg liegt. Der Geschäftsführer von CASI hofft, dass der Beginn des zweiten Saisonzyklus in Portugal zur Marktstabilisierung beitragen und die verfügbaren Mengen erhöhen wird.
Quelle: RevistaMercados.com
Veröffentlichungsdatum: 21.09.2026