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NL: Ungewisse Preisentwicklungen trüben die Marktaussichten für den Apfel

09. September 2026

Obwohl die Schätzung der europäischen Apfelernte bereits vorliegt, bleiben die Preisentwicklungen in dieser Saison eine unvorhersehbare Größe. Die Vielzahl an Extremen macht die Prognosen besonders schwierig, berichtet der ungarische Fachverband Obst und Gemüse (FruitVeB). 


Bildquelle: Pixabay

Auf der Prognosfruit-Konferenz im August wurden zwar die Erntemengen für 2026 in verschiedenen europäischen Ländern vorgestellt, doch die Frage nach den künftigen Preisentwicklungen blieb unkommentiert – eine Unsicherheit, die den Markt in diesem Jahr maßgeblich prägt. 

Besonders bei der Elstar-Sorte sorgt die Preispolitik für kontroverse Diskussionen.


Für niederländische Erzeuger ist vor allem die Frage relevant, ob die während des trockenen Sommers zusätzlich angefallenen Bewässerungskosten ausgeglichen werden können. 

Erste Hinweise hierzu liefern die Preise für Elstar-Ernteverträge („Verträge unter den Bäumen“), die laut Daten der Plattform Service2Fruit einen steigenden Umsatz verzeichnen. 

Aufgrund des erwarteten Rückgangs der Ernte müssen Händler tiefer in die Tasche greifen.

Marktteilnehmer sind jedoch der Meinung, dass im vergangenen Jahr zu hohe Preise für Elstar-Verträge gezahlt wurden – diese lagen zwischen 0,55 € und 0,65 € pro Kilo. 

Am Ende der Saison lag die tatsächliche Erntemenge deutlich über den damaligen Prognosen, sodass Händler nun versuchen, einen Teil der Mehrkosten wieder hereinzuholen.

Produzenten sehen das ganz anders. 

Ein niederländischer Landwirt warnt vor den Folgen: Es wäre katastrophal, wenn Elstar in dieser Saison keinen fairen Preis erzielen würde. 

Im Juli wurde ein Rückgang der niederländischen Elstar-Ernte um 21 % prognostiziert, was einer Erntemenge von circa 77.000 Tonnen im Jahr 2026 entspricht – nach 97.000 Tonnen im Vorjahr. 

Diese Erwartungen werden durch Berichte über umfangreiche Hagelschäden zu Beginn der Saison verstärkt, die im späteren Verlauf in der Kühlkette zu weiteren Verlusten führen könnten. 

Hinzu kommen einige Prozent Dürreschaden, wodurch die Ernte effektiv halbiert wird. 

Laut dem Landwirt gibt es keinen rationalen Grund, warum der Handel keinen angemessenen, fairen Preis zahlen sollte. 

Er ist sich jedoch bewusst, dass der Markt mit seinem Volumen großen Einfluss hat und das gesamte Elstar-Volumen auf dem niederländischen Markt verbleibt.

Laut der niederländischen Obstbauernorganisation (NFO) wird die Ernteschätzung für dieses Jahr (195.000 Tonnen) voraussichtlich zu hoch ausfallen und liegt deutlich unter den 236.000 Tonnen des Vorjahres. 

Die extremen Dürreschäden in wasserarmen Regionen wie Zeeland und Limburg verschärfen die Situation. Daher fordert die NFO die Einführung zusätzlicher Maßnahmen in diesen Gebieten. 

WAPA-Präsident Philippe Binard betonte außerdem, dass die aktuellen Prognosen kein vollständiges Bild liefern und eine weitere Aktualisierung im November zu erwarten sei. 

Er wies darauf hin, dass extremes Wetter besonders hart für Elstar ist, dessen empfindliche, farbige Klone stark auf extreme Bedingungen reagieren. 

Die europäische Ernte dieser Sorte ist um 6 % zurückgegangen, wobei der Rückgang in den Niederlanden teilweise auf die große Erntemenge des Vorjahrs zurückzuführen ist. 

Die entscheidende Frage lautet nun, wie lange Elstar noch die Spitzenposition in der niederländischen Apfelproduktion behalten kann. 

Beim Jonagold ist der internationale Faktor stärker ausgeprägt, was aktuell einen Vorteil darstellt: Polen rechnet mit einer 30 %-igen Verringerung der Apfelernte.


Quelle: FruitVeB.hu

 

 

Veröffentlichungsdatum: 09.09.2026

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