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Winterpreise könnten um 25–40% steigen

Ukraine könnte im Frühjahr 2027 einen Mangel an Qualitätskartoffeln erleben

26. August 2026

Kurzfristig ist nicht zu erwarten, dass die Ukraine unmittelbar nach der Ernte 2026 einen physischen Kartoffelmangel hat. Das größere Risiko besteht möglicherweise später in der Saison, wenn die Vorräte an hochwertigen, marktfähigen Kartoffeln, die sich für die langfristige Lagerung eignen, allmählich abnehmen, berichtet EastFruit.


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Die Kartoffelpreise könnten zwischen Dezember und Februar um etwa 25 bis 40 % steigen, wobei die kritischste Phase voraussichtlich im Frühjahr 2027 eintreten wird.

Diese Prognose wurde von Kateryna Zvierieva, Entwicklungsdirektorin des ukrainischen Frucht- und Gemüsesyndikats (UHA) und Leiterin der internationalen Informations- und Analyseplattform EastFruit, anvertraut.

Auf den ersten Blick deutet die aktuelle Marktlage eher in die entgegengesetzte Richtung: Seit Beginn der Ernte sind die Kartoffelpreise in der Ukraine rückläufig, da die Erntemengen steigen und das Angebot wächst.

Stand 20. August 2026 boten ukrainische Erzeuger Kartoffeln zu Preisen zwischen 0,13 und 0,29 USD pro Kilogramm an. Im Vergleich zur Vorwoche sind die Preise durchschnittlich um 14 % gefallen und liegen etwa 37 % unter dem Niveau desselben Zeitraums im Vorjahr.

Dennoch offenbart dies eines der wichtigsten strukturellen Merkmale des ukrainischen Kartoffelmarktes: Ein Überangebot unmittelbar nach der Ernte bedeutet nicht zwangsläufig, dass in sechs oder acht Monaten ausreichend Qualitätskartoffeln verfügbar sein werden.

Laut Zvierieva ist es noch zu früh, um zu schließen, dass die Ukraine bis zu 30 % ihrer gesamten Kartoffelernte verloren hat. Die Ernte der mittelfrühen und späten Sorten lief noch in der zweiten Augusthälfte, wobei die Erträge erheblich zwischen den Regionen und sogar zwischen benachbarten Betrieben variieren.

Dauerhafte Wetterprobleme

In zahlreichen Anbaugebieten fielen die entscheidenden Entwicklungsphasen der Kartoffeln mit Wassermangel und extrem hohen Temperaturen zusammen. 

Das ist besonders schädlich, da Kartoffeln eine relativ flache Wurzel haben. Bei anhaltenden Temperaturen über +35 bis +37 °C verlagert die Pflanze viel Wasser in die Transpiration und Kühlung, während das Wachstum der Knollen deutlich verlangsamt wird.

Zvierieva erklärt, die Saison 2026 sollte nicht anhand eines einzigen landesweiten prozentualen Verlustes beurteilt werden, sondern vielmehr als eine Saison mit extrem ungleichmäßigen Erträgen. 
Betriebe mit Bewässerung, geeigneten Sorten, hochwertigem Pflanzgut und gutem agronomischem Management könnten akzeptable Ergebnisse erzielen. 

Im Gegensatz dazu können Verluste auf nicht bewässerten Flächen – vor allem auf leichteren Böden – erheblich sein.


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Veränderungen im Verlauf der Saison

Gegen Ende des Herbstes verschwinden Kartoffeln aus Betrieben ohne langfristige Lagerung allmählich vom Markt. Gleichzeitig beginnen sich Lagerverluste anzusammeln. 


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Käufer zahlen dann nicht nur für einen Kilogramm Kartoffeln, sondern für gleichbleibende Qualität, die passende Sorte und Größe, das Erscheinungsbild, die Verpackung sowie die Fähigkeit des Lieferanten, regelmäßig gleichmäßige Mengen über mehrere Monate zu liefern.

Aus diesem Grund könnte die Preisdifferenz zwischen direkt vom Feld verkauften Kartoffeln und hochwertigen Lagerware in der Saison 2026/27 größer ausfallen als üblich.

Laut Zvierieva sind die Preise zwischen Dezember und Februar eine deutlich bessere Orientierung für das tatsächliche Marktgleichgewicht als die Septemberpreise. 

März und April 2027 könnten noch aufschlussreicher sein. Die Kartoffelpreise könnten in diesem Zeitraum um etwa 25 bis 40 % steigen – abhängig vom Ernteergebnis, der Qualität der gelagerten Ernte und den Lagerverlusten.


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Der Frühling 2027 – die entscheidende Phase

Zvierieva rechnet nicht damit, dass die Ukraine im Herbst 2026 mit einem physischen Kartoffelmangel konfrontiert wird. 

Die zentrale Frage ist, was nach mehreren Monaten Lagerung übrig bleibt. Wenn die Erträge schwächer ausfallen und der Anteil an lagerfähigen Kartoffeln geringer ist als erwartet, könnten die Importe gegen Ende des Winters und im Frühjahr 2027 steigen.

Der wichtigste Indikator für die Saison 2026/27 wird daher weniger die Menge der im September und Oktober geernteten Kartoffeln sein, sondern vielmehr, wie viel hochwertiges, marktfähiges Produkt im März bis Mai 2027 noch verfügbar ist. 

Diese Zahl wird sowohl die Frühjahrsmarkpreise als auch den Bedarf an Kartoffelimporten in der zweiten Jahreshälfte maßgeblich beeinflussen.

 

Quelle: EastFruit.com

 

Veröffentlichungsdatum: 26.08.2026

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