Landvolk Niedersachsen: Bio-Boom stärkt Eigenmarken statt Bauernhöfe
„Der Bio-Markt wächst – doch von dem Boom profitieren vor allem die Eigenmarken im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogerien. Bio verliert sein Gesicht“, sagt Carsten Bauck, Vorsitzender des Ausschusses für Ökolandbau im Landvolk Niedersachsen.
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„Von dem Bio-Boom profitieren vor allem die Eigenmarken im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogerien.“ (Foto © Landvolk)
Nach Angaben des Arbeitskreises Biomarkt unter Leitung des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) stieg der Umsatz im zweiten Quartal 2026 um 3,8 Prozent auf 4,75 Milliarden Euro.
Während Lebensmitteleinzelhandel und Drogerien zulegen, kann sich jedoch der Bio-Fachhandel nur mit einem leichten Rückgang behaupten.
„Der Preis sticht die Identität aus, die die Wertschöpfung auf die Höfe transportiert“, verdeutlicht Bauck.
Die Eigenmarken anonymisierten die vielseitigen Strukturen und Höfe. „Dafür sind wir nicht gemacht“, betont der Landwirt.
Vielmehr haben sich die Biobauern über Jahre darauf eingestellt, was ihre Kunden zu den verschiedenen Jahreszeiten kauften.
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Dadurch seien sie sehr breit mit Ackerbau und Tierhaltung sowie Obst und Gemüse aufgestellt – nicht aber auf das Abliefern großer Mengen zu günstigen Preisen.
Neben der verhaltenen Konsumstimmung spiegeln die Zahlen von BÖLW und AMI diesen strukturellen Wandel im Biomarkt wider.
Im zweiten Quartal 2026 entfielen 31,5 Prozent des Bio-Umsatzes auf den Lebensmitteleinzelhandel und 26,9 Prozent auf Discounter.
Der Bio-Fachhandel kam auf 17,3 Prozent, Drogeriemärkte auf 12,5 Prozent. Sonstige Einkaufsstätten einschließlich des E-Commerce erreichten zusammen 11,8 Prozent Marktanteil, verzeichneten gegenüber dem Vorjahresquartal jedoch ein Minus von 3,9 Prozent.
„Das ist eine verzwickte Geschichte, der wir uns aber stellen“, bleibt Bauck optimistisch.
Immerhin seien sich zahlreiche Verbraucherinnen und Verbraucher darüber bewusst, dass sie über ihre Kaufentscheidung Prozesse und Regionen verändern könnten.
Er spricht sich daher für die Stärkung der Identität von Höfen und Marken aus.
„Wer dazu ebenfalls beitragen möchte, greift auf dem Wochenmarkt zu oder wählt im Bio-Fachhandel und im Lebensmitteleinzelhandel Markenprodukte, auf denen die Herkunft erkennbar ist“, sagt er abschließend.
Quelle: Landvolk Niedersachsen
Veröffentlichungsdatum: 11.08.2026