Coldiretti: Hitzewellen und Dürrewarnung für über 60% Italiens
Die klimatische Lage in der italienischen Landwirtschaft verschlechtert sich, über 60 % des Landes sind von Dürre betroffen, wobei Warnstufen von leicht über mäßig bis hin zu schwer gelten.

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Dies geht aus einer Schätzung des italienischen Landwirtschaftsverbandes Coldiretti hervor, die auf Copernicus-Karten basiert.
Rekordhitze setzt die italienischen Agrarflächen weiterhin unter Druck, „und die Schäden erstrecken sich mittlerweile von Nord- über Mittel- bis Süditalien.“
„Die Dürre beeinträchtigt sämtliche Wertschöpfungsketten. Am kritischsten ist die Lage bei Kulturen wie Mais, Reis und Sojabohnen sowie bei Obst und Gemüse, Trauben und Oliven.“
Im Piemont ist die Situation aufgrund eines erheblichen Niederschlagsdefizits und Wasserreserven, die 30 % unter dem Normalwert liegen, kritisch. Obst-, Gemüse- und Haselnusskulturen haben zu kämpfen.
Auch die Kürbiskulturen in der Gegend um Mantua befinden sich in einer schwierigen Lage.
In Venetien und der Emilia-Romagna nimmt die Bewässerung zu, was zu einem starken Anstieg der Betriebskosten führt, unter anderem stehen Tomaten und Sojabohnen weiter unter Beobachtung.
„Auch das Vordringen der Salzwasserfront (Salzkeil) wiegt schwer. In Mittelitalien beeinträchtigt die Hitze weiter Obst- und Gemüseanbau, Olivenhaine und Traubenanbaugründe, während im Süden Gemüse und Tomaten leiden, was das Risiko von Ertragseinbußen birgt. Verschärft wird die Dürrekrise durch Brände. Auf Sardinien haben Brände Tausende von Hektar Weide- und Ackerland zerstört. Allein im Jahr 2026 sind bereits fast 75.000 Hektar Wald- und Landfläche den Flammen zum Opfer gefallen“, so das Ergebnis einer Analyse des Verbandes Coldiretti auf der Grundlage von EFFIS-Daten.
„Die Situation unterstreicht die dringende Notwendigkeit, in einen nationalen Plan für Wasserspeicher zu investieren, die mit Pumpanlagen zur Stromerzeugung ausgestattet sind.
Derzeit kann Italien nur 11 % des Regenwassers speichern, diese Menge reicht nicht aus, um den immer häufiger auftretenden Dürreperioden zu begegnen.
Ein solches Projekt würde es ermöglichen, Regenwasser ganzjährig aufzufangen und zu speichern, wodurch die Auswirkungen von Extremwetterereignissen abgemildert und Überschwemmungen vorgebeugt werden könnten.
Die aus natürlichen Materialien und ohne Beton errichteten Speicherbecken würden sowohl für zivile als auch für landwirtschaftliche Zwecke genutzt und zudem als Quelle für erneuerbare Wasserkraft dienen.
Der Plan sieht zudem die Sanierung und vollständige Nutzung der vorhandenen Wasserinfrastruktur vor.“
Coldiretti betont: „Dies lässt sich nicht länger aufschieben, da Extremwetterereignisse der italienischen Landwirtschaft in den vergangenen vier Jahren Schäden in Höhe von rund 20 Milliarden EUR zugefügt haben.“
Quelle: Coldiretti
Veröffentlichungsdatum: 11.08.2026