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Italien: Hitzewellen führen zu einem Rückgang der O&G Produktion, doch die Preise sinken – trotz Angebotseinbruch

05. August 2026

Die Hitze setzt italienischen Obst- und Gemüsesorten stark zu; die Felder in ganz Italien sind betroffen. Landwirte kämpfen zunehmend darum, ihre Ernte zu schützen, während die an sie gezahlten Preise paradoxerweise sinken – trotz des Angebotsrückgangs, so Coldiretti.


Bildquelle: Pixabay

„Die Wirtschaftlichkeit war ein zentrales Thema beim Treffen des Coldiretti Obst- und Gemüsekomitees in Bologna, im Herzen des Frucht-Tals der Emilia-Romagna“, so Coldiretti.

„Das Treffen diente dazu, die angespannte Situation der Branche zu analysieren, die durch hohe Temperaturen – 27 Städte im roten Bereich – sowie durch einen ungewöhnlichen Preistrend geprägt ist, der möglicherweise auf spekulative Aktivitäten hindeutet“, so Coldiretti.

Trotz der Hitzeschäden und der daraus resultierenden Produktionsrückgänge sind die Preise für Landwirte, insbesondere bei Obst, deutlich gefallen. 


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„Preise sinken um 17 % bei Birnen, 18 % bei Pfirsichen und Nectarinen, 20 % bei Pflaumen und 34 % bei Aprikosen“, so Coldiretti, basierend auf Analysen der ISMEA-Daten für die vierte Juli-Woche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Andererseits steigen die Verkaufspreise im Einzelhandel. „Coldiretti plant, dieser Situation auf den Grund zu gehen und zu prüfen, ob eine Forderung nach Anwendung des Gesetzes gegen unfaire Praktiken notwendig ist.“ 

Zudem zeigen die Daten, dass die Importe von Frischobst im ersten Quartal um 9 % in Menge zugenommen haben, mit einem Spitzenanstieg von 44 % bei Obst aus Afrika.

„Der Klimawandel beeinträchtigt die italienische Produktion zunehmend. Eine Analyse der letzten beiden landwirtschaftlichen Volkszählungen des ISTAT zeigt, dass zwischen 2010 und 2020 rund 38.000 Hektar Obstkulturen und fast 50.000 Hektar Gemüsekulturen verschwunden sind.“

Und die Situation könnte sich in Zukunft noch verschärfen, wie der Sommer zeigt. Rekordtemperaturen führen zu Sonnenbrand bei den Früchten, was sie unverkaufbar macht. Auch der Gewächshausanbau musste vorzeitig beendet werden, da die hohen Temperaturen sowohl im Freiland als auch in der Gewächshausproduktion für erhebliche Schäden sorgen. 

Hinzu kommen Wetterschäden, insbesondere durch Hagel, sowie invasive Insektenarten. Diese Phänomene sind in den letzten Jahren leider zur Regel geworden und stellen die Branche vor neue Herausforderungen in Bezug auf Innovation, Pflanzenschutz und Einkommenssicherung.

Die Kosten steigen ebenfalls, insbesondere die Dieselpreise für die Landwirtschaft. 

„Nachdem die Preise nach Verhandlungen auf 1,16 € pro Liter gefallen waren – nach einem Höchststand von 1,49 € – sind sie durch den erneuten Konflikt im Nahen Osten wieder auf 1,44 € gestiegen. Das ist ein harter Schlag für die Landwirte, zumal die Energie für Traktoren, landwirtschaftliche Maschinen sowie Bewässerungssysteme dringend benötigt wird, insbesondere bei den aktuellen Hitze- und Dürreperioden.“ 

Laut Coldiretti ist ein strategischer Plan für die italienische Obst- und Gemüseversorgung dringend notwendig, um den Herausforderungen des Klimawandels, des internationalen Wettbewerbs sowie steigender Produktionskosten zu begegnen. 

Innovationen müssen beschleunigt werden, etwa durch die Förderung von Assistierten Evolutionstechniken (AET), Präzisionslandwirtschaft mithilfe von Drohnen, Sensoren und digitalen Tools, die die Widerstandsfähigkeit der Kulturen erhöhen und Wasser sowie Ressourcen einsparen.

„Zudem ist es essenziell, das Prinzip der Gegenseitigkeit im Handel zu wahren, sodass importierte Produkte dieselben Umwelt-, Gesundheits- und Sozialstandards erfüllen wie italienische Erzeugnisse. Im Bereich Wassermanagement ist ein nationaler Plan für Speicher- und Bewässerungsinfrastruktur notwendig, um die Folgen von Dürre und Klimawandel zu mildern.“

Auch das Risikomanagement muss überarbeitet werden. Es braucht sowohl aktive Schutzmaßnahmen wie Hagelnetze, Frostschutzsysteme und neue Schutztechnologien als auch passiven Schutz durch effektivere und leichter zugängliche Versicherungsinstrumente, so Coldiretti.

„Stärkere Vereinbarungen entlang der Wertschöpfungskette zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Händlern sind ebenso notwendig, um Planungssicherheit, die Wertschätzung italienischer Herkunft und eine gerechtere Verteilung der Wertschöpfung zu gewährleisten.“

„Schließlich sind strukturelle Maßnahmen erforderlich, um die hohen Energie- und Düngemittelkosten zu senken. Ziel ist es, Effizienz zu fördern, die Eigenproduktion von Energie auszubauen und die Ressourcen nachhaltiger zu nutzen.“


Quelle: Coldiretti.it

 

Veröffentlichungsdatum: 05.08.2026

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