LK Burgenland begrüßt EU-Entscheidung: Soja bleibt wichtiger Baustein für Biodiesel
Die Landwirtschaftskammer Burgenland begrüßt die Entscheidung des Europäischen Parlaments, die geplante Einstufung von europäischem Sojaöl als Hochrisiko-Rohstoff für indirekte Landnutzungsänderungen (ILUC) zu verhindern.
Mit einer deutlichen Mehrheit von 388 zu 248 Stimmen wurde der Einspruch gegen den Vorschlag der Europäischen Kommission angenommen.
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Damit kann Sojaöl aus europäischer Produktion auch künftig für die Herstellung von Biodiesel verwendet werden. Für den burgenländischen Ackerbau ist diese Entscheidung von großer Bedeutung.
Mit mehr als 24.100 Hektar Anbaufläche ist die Sojabohne die zweitwichtigste Ackerkultur im Burgenland.
Im Bio-Ackerbau ist sie sogar die wichtigste Kultur und bildet eine wesentliche Grundlage für die heimische Eiweißversorgung sowie die Wertschöpfung in der Landwirtschaft.
„Ich begrüße diese Entscheidung ausdrücklich. Hier hat sich der Hausverstand durchgesetzt. Europäische Sojabohnen werden unter höchsten Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards produziert und dürfen nicht mit Soja aus Regionen gleichgesetzt werden, in denen Regenwald gerodet wird.
Die Möglichkeit, Sojaöl weiterhin für die Biodieselproduktion zu nutzen, ist für die Wirtschaftlichkeit des Sojaanbaus von entscheidender Bedeutung“, betont Landwirtschaftskammer Burgenland-Präsident und 1. COPA-Vizepräsident Nikolaus Berlakovich.

Berlakovich: "Hausverstand hat sich durchgesetzt - europäisches Soja darf nicht mit Importware aus Regenwaldregionen gleichgesetzt werden." (Bildquelle: Pixabay)
Biodiesel sichert Wertschöpfung im Ackerbau
Die wirtschaftliche Nutzung der Sojabohne basiert auf der Verwertung aller Bestandteile. Während Sojaschrot ein hochwertiges Eiweißfuttermittel ist, stellt Sojaöl einen wichtigen Rohstoff für die Lebensmittelindustrie und die Biodieselproduktion dar.
Würde dieser Absatzmarkt wegfallen, hätte dies erhebliche negative Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Sojaproduktion.
„Gerade das Burgenland hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Sojaland entwickelt.
Unsere Bäuerinnen und Bauern leisten einen wichtigen Beitrag zur regionalen Eiweißversorgung, zum Klimaschutz und zur Versorgung mit erneuerbaren Energieträgern.
Diese Leistungen müssen von der Europäischen Union unterstützt und dürfen nicht durch ideologisch motivierte Fehlentscheidungen gefährdet werden“, so Berlakovich.
Auch für die größte Sojamühle Österreichs, die sich im Südburgenland befindet, sei diese Entscheidung wesentlich.
Die Landwirtschaftskammer Burgenland fordert die EU-Kommission nun auf, ihre Bewertungsmethodik zu überarbeiten und künftig klar zwischen nachhaltig produziertem europäischem Soja und Importen aus Entwaldungsregionen zu unterscheiden.
Nur so können Klimaschutz, Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft gleichermaßen gestärkt werden.
Veröffentlichungsdatum: 10.07.2026