Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten: Monsanto gewinnt richtungsweisenden Fall am US Supreme Court
Urteil trägt zur signifikanten Eindämmung der Rechtsstreitigkeiten bei, indem es klarstellt, dass Bundesrecht Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise auf Bundesstaaten-Ebene ausschließt
Entscheidung schafft regulatorische Klarheit für die Agrarbranche, amerikanische Landwirte sowie Konsumenten und stärkt sichere und bezahlbare Versorgung mit Lebensmitteln

Foto © Bayer
Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Donnerstag ein richtungsweisendes Urteil im Fall Durnell veröffentlicht, in dem es um Roundup™ (Wirkstoff: Glyphosat) geht.
Das Gericht bestätigt darin mit sieben zu zwei Stimmen, dass das Bundesrecht (Federal Insecticide, Fungicide, and Rodenticide Act, FIFRA) explizit Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise auf Bundesstaaten-Ebene ausschließt, wenn die US-Umweltbehörde EPA die Sicherheit eines Produktes eindeutig festgestellt hat.
Diese Entscheidung, die eine breite Zustimmung über das gesamte ideologische Spektrum des Gerichts hinweg widerspiegelt, trägt zur signifikanten Eindämmung der Rechtsstreitigkeiten zu Roundup™ bei.
„Glyphosat ist weltweit das am umfassendsten untersuchte Pflanzenschutzmittel, und das Urteil bestätigt, dass die Sicherheitsbewertung der EPA in den USA maßgeblich ist.“
„Unternehmen können demnach nicht auf Basis eines Flickenteppichs an einzelstaatlichen Rechtslagen haftbar gemacht werden, wenn sie sich an bundesrechtliche Vorgaben zu Sicherheitshinweisen halten.“
„Dieses Urteil ist gut für die Landwirte in den USA, die weltweit dazu beitragen, die Ernährung sicherzustellen. Es sorgt für die regulatorische Klarheit, die innovative Unternehmen wie wir brauchen, um Produkte für die Agrarbranche herzustellen, mit denen bezahlbare Lebensmittel produziert werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Bayer, Bill Anderson.
„Die Rechtsstreitigkeiten sind eine große finanzielle Belastung für das Unternehmen und haben das öffentliche Vertrauen beschädigt. Dieses Urteil bringt längst überfällige Gerechtigkeit und Klarheit, die viel früher nötig gewesen wäre.
Jetzt ist es höchste Zeit, dieses Kapitel hinter uns zu lassen. Gestärkt durch das jetzige Urteil werden wir unsere mehrgleisige Strategie weiter fortsetzen, zu der auch der bereits angekündigte Sammelvergleich gehört.“
Auswirkungen des Urteils
Die Bestätigung des Urteils im Fall Durnell sollte dazu führen, dass bestehende Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise auf Basis des Rechts einzelner Bundesstaaten abgewiesen und mögliche künftige Klagen unterbunden werden.
Auf dieser Theorie basieren die allermeisten vorliegenden Klagen in den Rechtsstreitigkeiten zu Glyphosat.
Im Februar 2026 hatte Monsanto mit Klägeranwälten einen Sammelvergleich zur Beilegung der Rechtsstreitigkeiten zu Roundup™ in den USA geschlossen.
Mit der langfristigen Vereinbarung sollen sowohl anhängige als auch mögliche künftige Klagen beigelegt werden, bei denen es um geltend gemachte Erkrankungen am Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) geht.
Monsanto hatte bereits dargelegt, dass der Sammelvergleich und der Fall beim Supreme Court unabhängig voneinander notwendige und sich gegenseitig verstärkende Elemente der mehrgleisigen Strategie sind.
Der Sammelvergleich wurde bereits vorläufig genehmigt und soll zusammen mit dem positiven jetzigen Urteil maßgeblich dazu beitragen, dass die Rechtsstreitigkeiten signifikant eingedämmt werden können.
Gut für Landwirte, die Ernährungssicherheit und amerikanische Konsumenten
Jahrelang gab es durch die Klageindustrie keine Rechtssicherheit für die US-Landwirtschaft, was jedoch nicht wissenschaftlich begründet war.
Glyphosatbasierte Herbizide sind ein Grundpfeiler der modernen, nachhaltigen Landwirtschaft.
Sie tragen zur Ernährungssicherheit bei, halten die Produktionskosten bezahlbar und ermöglichen nachhaltigen Ackerbau ohne Pflügen.
Nach fast zehn Jahren kontinuierlicher Angriffe durch die gut finanzierte Klageindustrie stellt das jetzige Urteil die regulatorische Klarheit wieder her, die die Landwirtschaft, die Ernährungsbranche und die amerikanischen Verbraucher benötigen.
Das Urteil ermöglicht auch, das öffentliche Vertrauen in den wissenschaftlichen Konsens über die Sicherheit von glyphosatbasierten Herbiziden wiederherzustellen.
Die Studien zur Sicherheit von Glyphosat, die von Regulierungsbehörden bei Überprüfungen in der jüngeren Vergangenheit herangezogen wurden, sind HIER öffentlich verfügbar.
Geklärte Rechtslage unterstützt die Wissenschaft
Die US-Umweltbehörde EPA hat wiederholt und eindeutig festgestellt, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung nicht krebserregend ist.
Alle führenden Regulierungsbehörden weltweit sind bei eigenen Überprüfungen zu der gleichen Schlussfolgerung gekommen: von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit bis hin zu Zulassungsbehörden in Asien und Lateinamerika.
Es handelt sich also nicht um die Einschätzung einer einzelnen Behörde oder Regierung, sondern um einen weltweiten wissenschaftlichen Konsens.
In Frage gestellt wurde dieser wissenschaftliche Konsens nicht durch neue Erkenntnisse, sondern durch einen mehr als zehn Jahre alten Bericht der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC).
Klägeranwälte hatten diesen vor Gericht eingebracht, obwohl sämtliche führende Regulierungsbehörden den Schlussfolgerungen widersprechen.
Die Tatsache, dass eine Minderheitsmeinung die Experteneinschätzung der nationalen Zulassungsbehörden und der Wissenschaft außer Kraft setzen durfte, obwohl das Bundesrecht eine einheitliche Bewertung vorschreibt, hat zu einem Flickenteppich an Anforderungen einzelner Jurys geführt – und zu Unsicherheiten für Hersteller, Landwirte und Konsumenten.
„Das jetzige Urteil stellt die Integrität des wissenschaftlichen Regulierungsprozesses mit unabhängigen Experten wieder her.“
Der lange Weg bis zu dieser Entscheidung
„Die Rechtsstreitigkeiten bestehen seit Jahren, haben sehr viele Ressourcen gekostet und von der Mission des Unternehmens abgelenkt: Health for all, Hunger for none.
Die Klageindustrie hat Milliarden daran verdient – Geld, das in die Entwicklung nachhaltiger Pflanzenschutzmittel sowie in neue Therapien für Patienten hätte investiert werden können.
Die Kosten für die Rechtsstreitigkeiten gehen zu Lasten von Innovationen.
Und sie werden nicht nur vom Unternehmen getragen, sondern von jedem Patienten, der auf eine neue Therapie wartet, jedem Landwirt, der auf bessere Lösungen angewiesen ist, und jedem Aktionär, dessen Kapital dafür verwendet werden musste. Jetzt könnte ein neues Kapitel beginnen.“
Quelle: Bayer
Veröffentlichungsdatum: 29.06.2026