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Leichter Rückgang bei den meisten Ländern

CSO Italy: Interpera präsentiert die ersten Trends für die europäische Birnenproduktion 2026

29. Juni 2026

Mehr als 200 Produzenten und Fachleute aus der Birnenbranche trafen sich kürzlich in Ferrara, Italien, zum Internationalen Kongress Interpera. Wie jedes Jahr wurden auf der Veranstaltung die ersten Produktionsschätzungen für die kommende Saison vorgestellt. Diese deuten auf einen leichten Rückgang bei den meisten Ländern hin.  


Foto © Interpera

  • In Belgien wird die Produktion auf etwa 363.875 Tonnen geschätzt – ein Rückgang von 7 Prozent.
  • In Frankreich liegen die Prognosen bei rund 143.000 Tonnen, was einem Rückgang von 6 Prozent entspricht.
  • Spanien wird mit 251.265 Tonnen gerechnet – ebenfalls ein Rückgang von 6 Prozent.
  • Portugal stellt eine Ausnahme dar: Hier wird mit einer Produktion von 130.500 Tonnen gerechnet, was einer Steigerung um 13 Prozent entspricht.
  • Die Niederlande werden voraussichtlich eine Produktion auf dem Niveau der letzten Kampagne oder leicht darüber erzielen.
  • In Italien scheint die Produktion derzeit höher zu liegen als im Vorjahr; jedoch variieren die Schätzungen je nach Region, weshalb sie noch nicht endgültig sind.  

Elisa Macchi, Direktorin des CSO Italy, betonte den Rückgang der europäischen Birnenproduktion. Vor zehn Jahren lag das Produktionspotenzial in Europa bei rund 2,4 Millionen Tonnen. 

Bis 2025 hatte sich die Produktion aufgrund von Flächenrücknahmen sowie Herausforderungen durch Klimawandel, Pflanzenkrankheiten und zunehmende Managementkomplexität auf etwa 1,8 Millionen Tonnen stabilisiert.

Entwicklungen der letzten Jahre zeigen zudem eine Verschiebung unter den wichtigsten Produzentenländern. 

Bis 2018 spielte Italien eine dominierende Rolle auf europäischer Ebene. Danach diversifizierte sich die Produktionslandschaft zunehmend, wobei Belgien und die Niederlande an Bedeutung gewannen. 

Die italienische Produktion lag 2025 bei etwa 293.000 Tonnen, was einem Rückgang von rund 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht und deutlich unter den historischen Höchstwerten liegt, als die nationale Durchschnittsmenge 700.000 Tonnen überstieg.  

Auf der Handelsebene hob Elisa Macchi hervor, dass die Exporte nach Europa trotz des Rückgangs der Versorgung nur moderat gesunken seien.

Sie betonte außerdem den zunehmenden internationalen Fokus bestimmter Länder sowie die Unterschiede in ihrer Fähigkeit, sich auf ausländischen Märkten zu etablieren. 

Die Exportquoten variieren erheblich: Die Niederlande 86 %, Belgien 85 %, Polen 97 %, Portugal 58 %, Spanien 38 %, während Italien bei 14 % liegt – vor allem aufgrund der stärkeren Bedeutung des heimischen Marktes. 

Während der Konferenz wurden die wichtigsten Herausforderungen für die Branche in den sechs bedeutendsten EU-Produzentenländern diskutiert: Generationenwechsel, Krisenmanagement, Pflanzenschutz, Anpassung der Produktionssysteme an den Klimawandel, Obstanlagenproduktivität und Arbeitskosten.  


Bildquelle: Pixabay

Zum Abschluss des Tages fassten die Referenten die zentralen Botschaften zusammen: 

  • Die Notwendigkeit, den Konsum zu steigern, vor allem durch die Ansprache neuer Zielgruppen – insbesondere junger Verbraucher – sowie die Einbindung in öffentliche Gesundheitspolitiken.  
  • Die Bedeutung von Forschung und Innovation bei der Entwicklung neuer, klimawandelresistenter Sorten.  
  • Der Einsatz aktiver Wirkstoffe zum Schutz der Obstplantagen.  
  • Die Relevanz der Gemeinsamen Agrarpolitik, insbesondere der Gemeinsamen Marktorganisation für Obst und Gemüse sowie der operativen Programme.

Interpera 2026 brachte Delegierte aus Italien sowie Vertreter aus Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, Bulgarien und weiteren Ländern zusammen. 

Organisiert von CSO Italien und AREFLH, wurde die Veranstaltung von Schlüsselpartnern wie UNAPera, der Stadt Ferrara, der Emilia-Romagna-Region sowie den Unternehmen Unitec, CIV, Isolcell, BPER, AgroFresh, Corteva und Natura Nuova unterstützt.

Veröffentlichungsdatum: 29.06.2026

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