Hitzewelle in Belgien: Landwirtschaft blüht auf und ächzt unter extremem Wetter
Nach einer eher kühlen Phase wird Flandern von einer tagelangen Hitzewelle heimgesucht. Das Königliche Meteorologische Institut (KMI) hat ab Mittwoch die Warnstufe Orange ausgerufen, da die Temperaturen auf bis zu 37 °C steigen könnten, wie das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT) berichtet.

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Der Bauernverband (Boerenbond) warnt vor Hitzestress für Tiere, Pflanzen und Menschen. Während der warmen Tage wurden zudem dieses Wochenende bestimmte Gebiete Flanderns von schweren Gewittern, Hagel und Starkregen getroffen, was zu erheblichen Schäden an den landwirtschaftlichen Erträgen führte.
Die erste Hitzewelle des Jahres versetzt viele Sektoren in Alarmbereitschaft.
Für den Bauernverband, der im Vorfeld der Hitzewelle auf verschiedene kritische Punkte hingewiesen hatte, sind auch die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft ein wichtiges Anliegen.
Bestimmte Tätigkeiten in der Landwirtschaft und im Gartenbau, wie etwa die Ernte, lassen sich nicht verschieben.
Aufgrund der hohen Temperaturen nimmt die Arbeitsbelastung mancherorts sogar zu, da Kulturen wie Tomaten schneller reifen.
Der Bauernverband rät dazu, die Arbeitszeiten anzupassen und zum Beispiel den Arbeitstag früher zu beginnen, so viel wie möglich im Schatten zu arbeiten und während der heißesten Zeit des Tages drinnen administrative Aufgaben zu erledigen.
Auch Pflanzen im Ackerbau und im Gartenbau (ob im Gewächshaus oder im Freiland) leiden unter diesen Temperaturen.
Dem Bauernverband liegen Berichte von Erzeugern und Baumschulen über Schäden durch Hitze und Sonnenbrand vor. „Auch bei Beerenkulturen wie Himbeeren tritt Sonnenbrand auf“, so der Verband.
Dem Bauernverband zufolge leiden vor allem Kartoffeln, neu gepflanzte Kulturen und blühende Erbsen auf den Feldern stark unter der Hitze.
„Wo möglich, bewässern die Landwirte ihre Flächen, um die Pflanzen mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen und abzukühlen. Im Gewächshaus angebaute Kulturen wie Salat und Tomaten wachsen durch die Sonne schneller. Dort lässt sich die Temperatur leichter über Klimasteuerungen und Sonnenschutzvorrichtungen regulieren.“
Neben der Hitze haben auch die Gewitter des vergangenen Wochenendes in einigen Gebieten Auswirkungen auf die Kulturen gehabt.
Gewitter und Hagel verursachten unter anderem in Westflandern und Limburg erhebliche Schäden. Andere Regionen wurden zudem von heftigem Regen getroffen.
In Weelde fielen am Wochenende rund 30 Liter Niederschlag. „Der Regen der vergangenen Tage war vielerorts willkommen, doch die Art und Weise, wie er fiel, war in bestimmten Regionen, wo diese Unwetter schwere Schäden anrichteten, alles andere als ideal“, sagte Pieter Van Oost von dem Bauernverband.
Nach Angaben der Agrarorganisation kam es aufgrund der großen Menge an Regen innerhalb sehr kurzer Zeit zu Bodenerosion. Zudem wurden unter anderem Hagelschäden an Salat, Lauch und Spinat festgestellt.
„Einige Kulturen wurden erst kürzlich ausgesät. Es bleibt abzuwarten, wie die jungen Keimlinge reagieren werden“, heißt es.
Es gibt Befürchtungen beispielsweise vor der Bildung einer harten Kruste durch das Zusammenspiel von Wasser und warmen Temperaturen.
„Diese Krustenbildung behindert das Aufkeimen der jungen Pflanzen.“
Quelle: Vilt.be
Veröffentlichungsdatum: 25.06.2026