Spanien: EU-Düngemittelplan lässt Landwirte auf echte Kostenentlastung warten
Erzeuger warnen, die steigenden Betriebsmittelkosten erfordern schnellere und direktere Unterstützung. Der Verband AVA-ASAJA kritisierte den neuen Aktionsplan der Europäischen Kommission für Düngemittel, er biete keine Antwort auf den Kostendruck, dem sich landwirtschaftliche Betriebe in Spanien und der gesamten EU gegenübersehen, so berichtet Fructidor.com.
Der valencianische Landwirtschaftsverband bemängelt, dass sich der Plan zu sehr auf langfristige Ziele und die Förderung der Düngemittelindustrie konzentriere, während er den Erzeugern, die bereits mit hohen Betriebsmittelkosten zu kämpfen hätten, kaum unmittelbare Hilfe biete.
Nach Ansicht des Verbands lässt der Vorschlag zwei Maßnahmen außer Acht, die als dringend erachtet werden: die Aussetzung des CO2-Grenzausgleichsmechanismus für Düngemittel und die Rückführung der Einnahmen aus dem Emissionshandel an den Agrarsektor.
AVA-ASAJA warnt, dass die Auswirkungen besonders schwerwiegend für Kulturen mit geringen Gewinnspannen sein könnten.
Zudem kritisierte die Organisation die Nutzung bereits eingeplante GAP-Mittel als Hauptunterstützungsinstrument, dies mache die Landwirte von nationalen Entscheidungen abhängig, anstatt eine koordinierte Reaktion der EU zu ermöglichen.
Der Sektor fordert direkte Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität der Betriebe, mehr Flexibilität bei den Nitratvorschriften, um eine stärkere Nutzung von Mist oder Gülle als Dünger zu ermöglichen, sowie den sofortigen Einsatz der GAP-Krisenreserve für die am stärksten betroffenen Bereiche.
AVA-ASAJA fordert zudem Zölle auf Düngemittelimporte aus Drittländern auszusetzen, mit der Begründung, dass die europäische Landwirtschaft die Kosten der Klimapolitik nicht ohne angemessenen Ausgleich tragen könne.
Quelle: Fructidor.com
Veröffentlichungsdatum: 18.06.2026