DFHV-Jahrestagung 2026 in Düsseldorf
Am 20. Mai 2026 trafen sich DFHV-Mitglieder und Gäste zur Jahrestagung unter dem Motto „Zu viele Zertifikate – zu wenig Wert“. Aus der Perspektive einer einzelnen Heidelbeere beschrieb Nora Lehmann in ihrer Keynote, wie sich der Arbeits- und Zertifizierungsaufwand einer QM-Abteilung im Laufe der Jahre zu einem bürokratischen Gewaltakt gesteigert hat – ohne dass die innere Qualität der Ware (also Geschmack, Reife oder besondere Sorten) zur Debatte stand.

Die Podiumsdiskussion und die Impuls-Sessions stießen wichtige Punkte an, wie Überzertifizierung, Verbraucherwahrnehmung, Marktattraktivität sowie die künftige Wettbewerbsfähigkeit der Branche.
In zwei Kernpunkten bestand durchweg Einigkeit: Die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit funktioniert für den deutschen Markt hervorragend und würde durch die routinierte Zusammenarbeit zwischen LEH und Lieferanten sogar Einsparpotential bieten.
Neue Zertifizierungen oder Labels - zum Beispiel in den Bereichen Klima, Nachhaltigkeit, Umwelt – würden weder für den Handel noch für den Verbraucher einen signifikanten Nutzen stiften.
Lediglich im Rahmen der CSRD-Berichterstattung und der Taxonomie wird von den LEH-Ketten ein Beitrag seitens der Lieferanten erwartet. Hierbei wird der DFHV seinen Mitgliedern Unterstützung bieten.
Ein Highlight war auch der Beitrag von Hein Deprez (im Bild links), Gründer und CEO von Greenyard.
Seine Perspektive lenkte die Diskussion zurück auf das, was für unsere Branche wirklich zählt: Wie können wir den Konsum von frischem Obst und Gemüse signifikant steigern?
Seine internationale Erfahrung und strategische Weitsicht lieferten wertvolle Einblicke und Antworten, wie der gesamte Sektor wettbewerbsfähig bleiben wird und gleichzeitig große gesellschaftliche Probleme lösen kann.
Quelle: DFHV
Veröffentlichungsdatum: 01.06.2026