Nach Überangebot und Preissturz: Flämische Kartoffelanbaufläche rund 20% kleiner
Die flämische Kartoffelanbaufläche wird in diesem Jahr voraussichtlich um fast 20 % kleiner ausfallen als im Jahr 2025. Dies geht aus einer Umfrage unter repräsentativen 71 Kartoffelanbauern und -bäuerinnen durch das Forschungszentrum Viaverda hervor, so berichtet das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT).
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Mehr als 80 % der Erzeuger/innen gaben an, dass sie im Jahr 2026 weniger Kartoffeln anbauen werden. In einer begrenzten Anzahl von Betrieben vergrößerte sich die Anbaufläche dennoch, trotz der schlechten Aussichten für die Saison 2026/27.
Stärkerer Rückgang bei kleineren Kartoffelanbaubetrieben
Am 11. Mai, als der Großteil der Kartoffeln bereits gepflanzt war, führte Viaverda eine erneute Umfrage durch. Diese zeigt, dass die Kartoffelanbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um 19,67 % zurückgegangen ist.
Am stärksten fällt der Rückgang bei Betrieben mit einer Kartoffelanbaufläche zwischen null und 25 Hektar aus (-27,23 %).
Betriebe mit einer Fläche zwischen 25 und 75 Hektar pflanzten durchschnittlich 24,2 % weniger Kartoffeln, während Betriebe mit einer Fläche von mehr als 75 Hektar eine Reduzierung um 15,32 % vornahmen.
Eine Verringerung der Anbaufläche war von der Kartoffelverarbeitungsindustrie und dem Kartoffelhandel nachdrücklich gefordert worden.
Auch der Landwirtschaftsverband ABS rief seine Mitglieder dazu auf, 20 % weniger Kartoffeln anzubauen. Die Notwendigkeit dieser Reduzierung wurde durch die neuen Vertragspreise zusätzlich unterstrichen.
In der Saison 2025/26 war die Anbaufläche noch deutlich gewachsen. Aufgrund günstiger Witterungsbedingungen fielen auch die Erträge pro Hektar erheblich höher aus.
Dies führte zu einer Rekordernte an Kartoffeln zu einem Zeitpunkt, als die belgischen Exporte von verarbeiteten Kartoffelprodukten bereits ins Stocken geraten waren.
Die Preise auf dem freien Markt brachen ein. In den vergangenen Monaten gab es zeitweise sogar überhaupt keine Nachfrage mehr nach Kartoffeln vom freien Markt, sodass die Erzeuger/innen auf großen, unverkäuflichen Lagerbeständen sitzen blieben.
Quelle: Vilt.be
Veröffentlichungsdatum: 22.05.2026