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BÖLW: EU-Düngemittel-Krise - Mehr Ökolandbau für mehr Resilienz

21. Mai 2026

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft hält den von der Europäischen Kommission vorgestellten EU-Düngemittel-Aktionsplan für einen halbherzigen Weg aus der Düngemittel-Krise.


BÖLW: „Subvention von Mineral-Düngern erhöht die fossile Abhängigkeit.” (Foto © BÖLW)

Tina Andres, Vorsitzende des Bio-Spitzenverbands, kommentiert:

„Die zweite Preisexplosion bei Stickstoff-Düngern innerhalb von vier Jahren zeigt einmal mehr, in welche fatale Abhängigkeit sich die Landwirtschaft gebracht hat. 

Jetzt genau solche Dünger zu subventionieren, ist das falsche Signal, denn es erhöht die Abhängigkeit von fossilen Importen. Das untergräbt Europas Ernährungssouveränität.  

Der Plan der Kommission, langfristig vermeintlich nachhaltige Dünger zu produzieren, setzt in Wirklichkeit darauf, vorhandene organische Dünger wie etwa Gülle industriell aufzubereiten. 

Das ist Greenwashing. Erstens steigt dadurch die verfügbare Stickstoffmenge nicht. Zudem hat die Kommission zuletzt festgelegt, dass mit solchen Düngern noch stärker überdüngt werden darf. 

Wirklich unabhängig macht der verstärkte Anbau von stickstoffsammelnden Pflanzen, wie sie im Ökolandbau eingesetzt werden. Leguminosen machen die Landwirtschaft auf doppelte Weise resilient: Sie düngen den Boden und verbessern die Wasseraufnahme. 

Der Plan von EU-Kommissar Christophe Hansen setzt viel zu zurückhaltend auf die Chancen des Ökolandbaus für eine resiliente Lebensmittelerzeugung.

Die Steuermittel der Gemeinsamen Agrarpolitik sollten Anreize schaffen zur Umstellung auf mehr Leguminosen und auf Ökolandbau.

Dass man mit weniger Input durchaus die Ernährung sichern kann, machen übrigens die Weizen-Farmer in den USA und Kanada vor: Sie nutzen halb so viel mineralischen Stickstoff-Dünger wie Deutschland oder Frankreich und erwirtschaften dabei etwa so viel Ertrag wie deutsche Bio-Bäuerinnen und -Bauern. 

Europas Bio-Höfe schaffen dies allerdings ganz ohne Mineral-Dünger und dessen umweltschädliche Folgen.“

Hintergrund 

 

Quelle: BÖLW

 


Quelle: BÖLW

Veröffentlichungsdatum: 21.05.2026

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