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EU-Pestizid-Bericht - Europas Bauern produzieren sicherste Lebensmittel der Welt

07. Mai 2026

„Der veröffentlichte Bericht der EU-Lebensmittelbehörde EFSA ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass das europäische Landwirtschaftsmodell funktioniert. 99 Prozent aller in der EU kontrollierten Lebensmittel sind sauber“, sagt der niederösterreichische EU-Abgeordnete Alexander Bernhuber, Agrar- und Umweltsprecher der ÖVP im EU-Parlament. 


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  • EU-Lebensmittelbehörde EFSA: 99% der europäischen Lebensmittel einwandfrei
  • Importe fünfmal häufiger belastet 

„Unsere Bäuerinnen und Bauern produzieren Tag für Tag die sichersten Lebensmittel der Welt und das unter den strengsten Auflagen weltweit. Dafür gebührt ihnen Respekt und Rückhalt, nicht immer neue bürokratische Hürden“, so EU-Abgeordnete Alexander Bernhuber, anlässlich der Veröffentlichung des EFSA-Jahresberichts zu Pestizidrückständen in Lebensmitteln. 

„Bei Importen aus Drittstaaten waren die Pestizidrückstände dagegen fünfmal so hoch.“


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Fünfmal höheres Risiko bei Importware – Türkei als Problemfall

Der EFSA-Bericht hat 125.882 Lebensmittelproben aus allen EU-Mitgliedstaaten analysiert. Das Ergebnis ist eindeutig: Bei Ware, die in der EU produziert wurde, lag die Beanstandungsrate bei nur einem Prozent. Das Bild ändert sich dramatisch bei Lebensmitteln von außerhalb der EU. 

Die Nicht-Konformitätsrate bei Importen aus Nicht-EU-Ländern lag mit 5,2 Prozent fünfmal höher als bei EU-Ware. Besonders alarmierend: Bei Lebensmitteln aus der Türkei war fast jede siebte Probe nicht konform (14,8 Prozent) - vor allem bei Granatäpfeln, Zitronen und Tomaten. 

In einer Trockenobst-Probe aus Vietnam wurden 36 verschiedene Pestizidrückstände gleichzeitig nachgewiesen. 

In einer Kreuzkümmelprobe aus Indien fanden sich 19 nicht konforme Rückstände auf einmal. Bei einer Bananenprobe wurde der Grenzwert um das 840-fache überschritten. 

Noch brisanter: Pestizide, die in der EU seit Jahren verboten sind, tauchen weiterhin massenhaft in Importware auf.

 Chlorpyrifos, nachweislich erbgutschädigend und seit 2020 in der EU nicht mehr zugelassen, wurde in 90 verschiedenen Lebensmitteln gefunden, hauptsächlich aus Indien, Ägypten und der Ukraine.

Doppelstandards beenden – Spiegelklauseln jetzt umsetzen

„Diese Zahlen legen den Finger in die Wunde der europäischen Handelspolitik. Wir verlangen von unseren Landwirten zu Recht höchste Standards, aber wir öffnen gleichzeitig unsere Märkte für Produkte, die diesen Standards nicht entsprechen.“ 

„Das ist unfair gegenüber unseren Bauern und ein Risiko für unsere Konsumenten. Ich halte es für mehr als richtig, dass derzeit an neuen Gesetzesvorschlägen gearbeitet wird, die endlich klar regeln: Wer in den europäischen Markt liefern will, muss nach europäischen Regeln produzieren. Ohne Wenn und Aber“, betont Bernhuber.

Pflanzenschutz sichert Versorgung und Qualität

Bernhuber warnt eindringlich davor, den europäischen Bauern weitere Werkzeuge beim Pflanzenschutz aus der Hand zu nehmen: „Dieser Bericht beweist schwarz auf weiß, dass unser System funktioniert. Der europäische Pflanzenschutz ist verantwortungsvoll, wissenschaftsbasiert und streng kontrolliert.“ 

„Wer unseren Bauern den Pflanzenschutz weiter einschränkt, der gefährdet nicht die Sicherheit, er gefährdet die Eigenversorgung. Und jede Tomate, jeder Apfel, jede Paprika, die wir nicht mehr selbst anbauen, wird durch Importware ersetzt, die fünfmal häufiger belastet ist.“

Österreich als Vorbild in der Lebensmittelkontrolle

Besonders erfreulich sind die Ergebnisse für Österreich. Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) analysierte 626 verschiedene Pestizidrückstände pro Probe, mehr als doppelt so viele wie der EU-Durchschnitt und Platz vier in ganz Europa. 

In keiner der negativen Statistiken des EFSA-Berichts wird Österreich auch nur erwähnt. 

„Österreich zeigt, wie es geht. Unsere Kontrollen sind vorbildlich, unsere Landwirtschaft produziert auf höchstem Niveau. Dieses Qualitätsversprechen müssen wir durch Investitionen absichern, nicht durch Verbote“, sagt Bernhuber.

Fakten statt Angstmache

„Die Debatte um Pflanzenschutz wird leider viel zu oft ideologisch geführt. Dieser EFSA-Bericht liefert Fakten statt Angstmache. Die Wissenschaft ist eindeutig: Europäische Lebensmittel sind sicher, unser Kontrollsystem ist eines der besten der Welt, und unsere Bauern machen einen hervorragenden Job.“ 

„Diese Realität muss sich endlich auch in der politischen Debatte niederschlagen. Ich werde mich im Europäischen Parlament weiterhin dafür einsetzen, dass die europäische Landwirtschaft gestärkt und nicht geschwächt wird“, schließt Bernhuber.

 

Quelle: LK Kärnten

Veröffentlichungsdatum: 07.05.2026

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