Belgien: Gibt es Hoffnung für Weißkohlbauern aus Südeuropa?
In letzter Zeit ist der Weißkohlpreis um 15 Cent gestiegen – ein Licht am Ende des Tunnels, während die Saison naht. Aufgrund eines Überangebots auf dem Markt konnten die Kohlbauern ihre gelagerten Vorräte lange Zeit nicht verkaufen, berichtet das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT).

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„Das extreme Wetter in Südeuropa verzögert den Beginn der frühen Produktion dort. Deshalb wenden sich die Südeuropäer an uns für Weißkohl“, erklärt das Auktionshaus REO.
Der Erzeuger Dirk Cardoen aus Dadizele war vor einigen Wochen noch sehr besorgt. Aufgrund hoher Ernten in Europa und enttäuschender Nachfrage waren seine Lagerkühlräume vor einigen Wochen überfüllt, und er befürchtete, mit Kohl in Überfluss zu bleiben.
„Seit mein Kohl auf den Markt kommt, liegt der Durchschnittspreis bei 35 Cent pro Kopf – ein Preis, bei dem ich kaum meine Kosten decken kann“, sagt er.
Cardoen baut Weißkohl und in geringem Maße Rotkohl auf 4,5 Hektar an. Nach der Ernte im Oktober landet der Kohl im Lager, wo er verbleibt, bis die Versorgung mit frischem Kohl aufgebraucht ist.
„Normalerweise wird Weißkohl bis November direkt vom Feld verkauft. Danach sinkt die Qualität, und die Händler greifen auf Lagerware zurück“, erklärt der Landwirt, der seine Produkte an die REO-Auktion in Roeselare liefert.
„Traditionell beginnt die Saison in Südeuropa im Mai, da dort bereits im Januar und Februar gepflanzt werden kann – einige Monate früher als bei uns“, erläutert er.
Allerdings verzögerten sich die Pflanzungen in Spanien und Italien durch das schlechte Wetter.
Der Feldmanager von REO, Jurgen De Braekeleer, spricht von einer plötzlichen Nachfrage- und Preiserholung, die nach Ende der Ferienzeit in Frankreich einsetzte.
„Die Verzögerung bei der Aussaat hat die Produktion verschoben. Die Franzosen schauen nun in Richtung Norden, um Kohl zu beziehen, anstatt nach Süden“, sagt Jurgen De Braekeleer.
„Plötzlich verzeichnen wir eine hohe Nachfrage aus Frankreich, und in den letzten Tagen ist der Preis um 15 Cent pro Kopf gestiegen“, so Dirk Cardoen.
Er hofft, dass die Preise in den kommenden Wochen noch weiter steigen. „Bei den aktuellen 45 Cent komme ich kaum noch auf meine Kosten, und die Verluste der letzten Monate kann ich damit nicht ausgleichen“, schließt er.
Quelle: Vilt.be
Veröffentlichungsdatum: 05.05.2026