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NIQ-Studie Kaufkraft 2026: Österreich und Deutschland eng beieinander, Schweiz mit großem Vorsprung

29. April 2026

Auch im Jahr 2026 liegen die Schweizer bei der Kaufkraft im deutschsprachigen Raum wieder auf Platz eins. Mit einer durchschnittlichen Pro‑Kopf‑Kaufkraft von 54.730 Euro steht ihnen deutlich mehr Geld für Konsum und Sparen zur Verfügung als den Österreichern mit 31.454 Euro und den Deutschen mit 31.193 Euro. 

Die aktuellen Kaufkraftstudien 2026 von NIQ Geomarketing verdeutlichen zudem, dass sich das Ausgabepotenzial nicht nur zwischen den Ländern, sondern auch innerhalb der jeweiligen Nationen regional stark unterscheidet.

Innerhalb der DACH‑Region weist jedoch Deutschland das stärkste Kaufkraftwachstum auf. Gegenüber dem revidierten Vorjahreswert steigt das verfügbare Nettoeinkommen der Schweizer und Österreicher 2026 nominal um 2,5 Prozent, während Deutschland mit 5,0 Prozent eine rund doppelt so hohe Zuwachsrate verzeichnet. 

Die größte absolute Kaufkraftsumme entfällt auf Deutschland mit 2.607,0 Milliarden Euro, gefolgt von der Schweiz mit 495,4 Milliarden Euro (ohne Liechtenstein) und Österreich mit 290,0 Milliarden Euro.

Carsten Buchart, Experte im Bereich Geomarketing von NIQ, kommentiert: „Während Deutschland 2026 mit einem nominalen Plus von 5,0 Prozent das stärkste Wachstum der Pro‑Kopf‑Kaufkraft in der DACH‑Region verzeichnet, legen Österreich und die Schweiz mit jeweils 2,5 Prozent moderater zu. Spannend ist jedoch eine feinräumigere Betrachtung: In allen drei Ländern erreichen vor allem Umlandkreise wirtschaftsstarker Zentren die höchsten Pro‑Kopf‑Kaufkraftwerte. Hauptstadtregionen liegen dagegen meist unter dem jeweiligen Landesdurchschnitt.“

Die Kaufkraft misst das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten und steht für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit oder Sparen zur Verfügung. 

Ob der nominale Kaufkraftzuwachs 2026 tatsächlich zu einem realen Plus führt, hängt allerdings maßgeblich von der Entwicklung der Verbraucherpreise ab. Der regionale Fokus der Studie macht deutlich, wie unterschiedlich sich die Kaufkraft auf Länder und Regionen verteilt.

Schweiz

Eine detaillierte regionale Analyse der Kaufkraft zeigt, in welchen Teilen der Schweiz besonders hohe Nettoeinkommen erzielt werden. Von den 26 Kantonen weisen lediglich acht eine überdurchschnittliche Kaufkraft auf, während 18 Kantone unter dem Landesdurchschnitt liegen. 

Spitzenreiter bleibt wie in den Vorjahren der Kanton Zug, dessen Einwohner mit einer Pro‑Kopf‑Kaufkraft von 94.405 Euro mehr als 72 Prozent über dem Schweizer Durchschnitt liegen. Es folgen Schwyz mit 81.236 Euro sowie Nidwalden mit 68.791 Euro pro Kopf auf den Rängen zwei und drei.

Die größten Kaufkraftgewinne gegenüber dem Vorjahr verzeichnen die Kantone Zug und Genf (Genève), die jeweils um mehr als drei Indexpunkte zulegen. Als bereits kaufkraftstärkster Kanton weist Zug damit auch auf hohem Ausgangsniveau weitere Zugewinne aus. 

In Zug tragen unter anderem die seit Jahren niedrige Steuerbelastung und die Ansiedlung einkommensstarker Haushalte dazu bei. Genf profitiert hingegen von seiner Rolle als Standort mit einer hohen Konzentration internationaler Organisationen und qualifizierter Arbeitsplätze.

Am unteren Ende des Rankings liegt 2026 erneut der Kanton Jura. Mit einer Pro‑Kopf‑Kaufkraft von 46.820 Euro befindet er sich damit mehr als 14 Prozent unter dem Schweizer Durchschnitt.

Bezirke

Auf Bezirksebene treten die regionalen Unterschiede noch deutlicher zutage. Mit großem Abstand führt der Bezirk Höfe das Ranking an. 

Dort stehen den Einwohnern durchschnittlich 144.630 Euro pro Kopf für Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung, was mehr als dem 2,6-Fachen des Landesdurchschnitts entspricht.

Auf den Rängen zwei und drei folgen der Kanton Zug und der Bezirk Meilen, deren Pro-Kopf-Kaufkraft mehr als 72 Prozent bzw. 65 Prozent über dem Schweizer Durchschnitt liegen. 

Am nächsten am Landesdurchschnitt ist die Kaufkraft im Bezirk Reiat, wo die Menschen ein Ausgabepotenzial von 54.724 Euro haben.

Den stärksten relativen Zuwachs unter allen Schweizer Bezirken erzielt Unterklettgau. Obwohl die Pro‑Kopf‑Kaufkraft mit 48.879 Euro dort knapp 11 Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegt, verbessert sich der Bezirk im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Indexpunkte.

Den letzten Platz nimmt wie im Vorjahr der Wahlkreis Entlebuch ein. In der Region zwischen Bern und Luzern haben die Einwohner ein verfügbares Nettoeinkommen von 39.980 Euro, womit sie exakt 27 Prozent unter dem Schweizer Durchschnitt liegen. 

Damit ist die Pro-Kopf-Kaufkraft im Bezirk Höfe mehr als 3,6-mal so hoch wie im Wahlkreis Entlebuch.

Österreich

Im Vergleich zur Schweiz ist die Kaufkraft auf Ebene der österreichischen Bundesländer deutlich gleichmäßiger verteilt. 

Niederösterreich belegt auch 2026 wieder den ersten Platz und liegt mit einem Ausgabepotenzial von 32.899 Euro pro Kopf knapp 5 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. 

Auf den Rängen zwei und drei folgen Vorarlberg mit 32.501 Euro und Salzburg mit 32.380 Euro.

Erstmals weisen 2026 sieben der neun Bundesländer eine leicht überdurchschnittliche Kaufkraft auf, während nur zwei Bundesländer unter dem Durchschnitt liegen. Das Ende des Bundesländerrankings bildet – wie bereits in den Jahren zuvor – die Hauptstadt Wien, die mit einer Pro‑Kopf‑Kaufkraft von 29.097 Euro mehr als 7 Prozent unter dem österreichischen Durchschnitt liegt.

Die stärksten Indexzuwächse gegenüber dem Vorjahr erzielen Salzburg und Tirol mit 0,8 beziehungsweise 0,7 Indexpunkten – getragen vor allem von der hohen wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus.

Bezirke

Während sich die Kaufkraft auf Ebene der Bundesländer relativ homogen verteilt, treten auf Bezirksebene deutlich stärkere Unterschiede zutage.

Am Beispiel von Wien wird besonders deutlich, wie wichtig eine differenzierte regionale Betrachtung ist. 

Zwar liegt die Hauptstadt im Bundeslandvergleich am Ende der Rangliste und auch die zehn kaufkraftschwächsten Bezirke befinden sich allesamt in Wien, zugleich zählen jedoch fünf Wiener Bezirke zu den kaufkraftstärksten in ganz Österreich. 

Damit zeigt sich innerhalb der Stadt eine sehr heterogene Verteilung der Kaufkraft.

Den ersten Platz belegt der 1. Wiener Bezirk (Innere Stadt) mit einer Pro‑Kopf‑Kaufkraft von 44.096 Euro, was mehr als 40 Prozent über dem österreichischen Durchschnitt liegt. 

Auf den Rängen zwei und drei folgen Mödling und Wiens 13. Bezirk (Hietzing) mit 39.376 Euro und 38.847 Euro. 

Den letzten Platz belegt Wiens 20. Bezirk (Brigittenau), dessen Einwohner mit 24.720 Euro pro Kopf über 21 Prozent weniger Geld zur Verfügung haben als der Durchschnitt der österreichischen Bevölkerung.

Neu in den Top 10 ist Wiens 7. Bezirk, der mit einem verfügbaren Nettoeinkommen von 34.659 Euro Rang neun belegt. Am nächsten an den österreichischen Durchschnitt kommt der Bezirk Schwaz, wo den Menschen im Schnitt 31.423 Euro für ihre Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung stehen.

Die größten relativen Zugewinne erzielen drei der kaufkraftstärksten Hauptstadtbezirke. Wiens 8. Bezirk (Josefstadt) und 13. Bezirk (Hietzing) wachsen mit einem Plus von 3,1 und 3,2 Indexpunkten bereits sehr überdurchschnittlich im Vergleich zum Vorjahr – mit einem Zuwachs von 4,5 Indexpunkten liegt Wiens 1. Bezirk (Innere Stadt) jedoch deutlich auf dem ersten Platz.

Weitere Informationen.

Ergebnisse zur Kaufkraft-Studie Deutschland 2026

Die Kaufkraft der Deutschen wächst 2026 deutlich: Mit durchschnittlich 31.193 Euro pro Kopf liegt sie 5 Prozent über dem Vorjahr, was einem Plus von 1.466 Euro entspricht. 

Insgesamt prognostiziert NIQ Geomarketing für Deutschland eine Kaufkraftsumme von 2.607,0 Milliarden Euro, die für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit oder zum Sparen zur Verfügung stehen.

Die NIQ Kaufkraft berücksichtigt das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Transferzahlungen wie Renten, Arbeitslosen- und Kindergeld. 

Ob und wie viel jedoch vom nominalen Kaufkraftzuwachs real für die Ausgaben der Bürger übrigbleibt, hängt davon ab, wie sich 2026 die Verbraucherpreise entwickeln werden.

Markus Frank, Experte im Bereich Geomarketing von NIQ, kommentiert: „Nach moderaten Anstiegen in den vergangenen Jahren wächst die Kaufkraft der Deutschen 2026 mit 5 Prozent wieder deutlich spürbarer. Die reale Kaufkraftentwicklung wird jedoch durch eine moderate Inflation und Unsicherheiten in der Zollpolitik gebremst. 

Kreise wie Lichtenfels und Coburg profitieren dabei von einem starken Mittelstand und den höchsten Kaufkraftzuwächsen, während Städte mit Automobil- und Zuliefererstrukturen wie Wolfsburg, Baden-Baden und Ingolstadt bei der Pro-Kopf-Kaufkraft zwar wachsen, jedoch deutlich langsamer als die anderen Kreise. Entsprechend verzeichnen sie die größten Rückgänge in Bezug auf die Indexwerte.“

Regionale Unterschiede: Bayern bleibt vorn, neue Bundesländer holen weiter auf

Die regionale Verteilung der Kaufkraft in Deutschland gibt spannende Einblicke, wo Menschen mit besonders hohem Ausgabepotenzial leben. Bei den Bundesländern belegt wie in den Vorjahren Bayern den ersten Platz. 

So stehen den Bayern 2026 durchschnittlich 33.666 Euro pro Kopf für ihre Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung, womit sie knapp 8 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt liegen. 

Auf dem zweiten Platz folgt Hamburg, das nun das zweite Jahr in Folge vor Baden-Württemberg und mit 33.019 Euro pro Kopf knapp 6 Prozent über dem Durchschnitt liegt.

Wie in den Jahren zuvor weisen mit Bayern, Hamburg, Baden-Württemberg und Hessen lediglich vier der 16 deutschen Bundesländer eine überdurchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft auf, während das Ausgabepotenzial in drei Vierteln der Bundesländer unterdurchschnittlich ist. 

Schleswig-Holstein liegt 2026 aber das zweite Jahr in Folge fast auf Bundesdurchschnitt und mit 31.168 Euro pro Einwohner nur noch knapp darunter. 

Erfreulicherweise setzt sich der Trend der letzten Jahre, dass die neuen Bundesländer die größten Kaufkraftzuwächse verzeichnen, fort. Diese reichen von einem Plus von 0,5 Indexpunkten in Sachsen bis hin zu 0,9 Indexpunkten in Berlin.

Kaufkraft in den Stadt- und Landkreisen: Starnberg bleibt Spitzenreiter, Lichtenfels mit größtem Sprung

2026 führt erneut der Landkreis Starnberg das Kreisranking an und bleibt damit der unangefochtene Spitzenreiter unter den 400 deutschen Stadt- und Landkreisen. 

Pro Kopf haben die Starnberger im Schnitt eine Kaufkraft von 42.751 Euro, womit sie 37 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegen. 

Auf den Rängen zwei und drei folgen wie im Vorjahr der Land- und Stadtkreis München, wobei die beiden sich kaufkrafttechnisch immer weiter annähern. 

So verzeichnet die Stadt München, bedingt durch höhere Einkommen, eine der größten Kaufkraftzugewinne (+1,8 Indexpunkte), während das verfügbare Nettoeinkommen im gleichnamigen Landkreis um 2 Indexpunkte zurückgeht.

Neuzugänge gibt es 2026 in den Top 10 nicht – und auch sonst gibt es nur wenige Änderungen bei den kaufkraftstärksten Kreisen. Die beiden Landkreise Hochtaunuskreis und Ebersberg tauschen im Vergleich zum Vorjahr die Ränge vier und fünf, und auch Fürstenfeldbruck verbessert sich um einen Platz auf Rang acht, während Erlangen-Höchstadt auf den neunten Platz rutscht.

Größter Gewinner unter allen 400 Kreisen ist der Landkreis Lichtenfels. Mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 27.926 Euro liegt der oberfränkische Kreis zwar immer noch gut 10 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt, allerdings konnte er sich im nationalen Vergleich am stärksten verbessern und klettert um 2,6 Indexpunkte nach oben. 

Im Gegensatz dazu liegt der Stadtkreis Wolfsburg mit 33.321 Euro zwar rund 7 Prozent über dem deutschen Mittel, wächst aber deutlich geringer als die anderen 399 Stadt- und Landkreise, weshalb der Kaufkraftindex um 3,5 Punkte geringer ausfällt.

Den Bundesdurchschnitt repräsentiert der Stadtkreis Landau in der Pfalz: Dort stehen den Menschen durchschnittlich 31.207 Euro für ihre Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung. 

Den letzten Platz belegt wie in den Vorjahren der Stadtkreis Gelsenkirchen. Mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 24.538 Euro fällt das verfügbare Nettoeinkommen der Gelsenkirchener mehr als 21 Prozent niedriger aus als das des Durchschnittsbürgers.

Kaufkraft in den Großstädten

Auch wenn die 25 einwohnerstärksten Stadtkreise bereits mehr als 21 Prozent der Gesamtkaufkraft Deutschlands vereinen, erreichen nicht alle Großstädte in Deutschland ein überdurchschnittliches Kaufkraftniveau. 

Die Hauptstadt Berlin liegt bei der Pro-Kopf-Kaufkraft etwas mehr als 3 Prozent unter dem deutschen Durchschnitt, konnte sich im Vergleich zum Vorjahr aber um 22 Ränge verbessern. 

Dresden kommt auf ein ähnliches Kaufkraftniveau und konnte ebenfalls um zehn Ränge aufsteigen. Die höchsten Ausgabepotenziale gibt es in München und Düsseldorf, die mit knapp 31 und 15 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegen.

Kaufkraftdichte: Hohes Potenzial auf kleinem Raum

Dass die einwohnerstarken Städte und insbesondere die großen Metropolregionen für Einzelhändler und Dienstleister unverzichtbare Zielmärkte darstellen, zeigt ein Blick auf die Kaufkraftsummen. 

Die Kaufkraftdichte, also die verfügbare Kaufkraftsumme in Millionen Euro je Quadratkilometer, ist in den Metropolen München und Berlin am höchsten, gefolgt von Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, Nürnberg und Hamburg. 

Die Kaufkraftdichte ist somit für Unternehmen ein wichtiger Indikator, in welchen Gebieten sie mit einer gezielten Kundenansprache auf kleinstem Raum viel Kaufkraftpotenzial mobilisieren können.
 

Quelle: NIQ

Veröffentlichungsdatum: 29.04.2026

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