DKHV tagt: Gemeinsame Antworten auf komplexe Herausforderungen
Der Deutscher Kartoffelhandelsverband (DKHV) hat seine 20. ordentliche Mitgliederversammlung am 21. April 2026 mit über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Borussia-Park in Mönchengladbach abgehalten.
Im Mittelpunkt standen die aktuellen Herausforderungen für die Kartoffelwirtschaft sowie die Rolle des Verbandes als zentrale Interessenvertretung auf nationaler und internationaler Ebene.

DKHV Mitgliederversammlung im Borussia-Park in Mönchengladbach. (Foto © DKHV)
DKHV-Präsident Thomas Herkenrath zog in seiner Eröffnungsrede mit Bezug auf den Tagungsort Parallelen zum Fußball: „Erfolg entsteht nur im Team, das gilt im Sport wie in unserer Branche. Die aktuellen Herausforderungen können wir nur gemeinsam bewältigen.“
In seinem Jahresbericht ging Präsident Herkenrath auch auf die Marktsituation ein.
Hoher Angebotsdruck bei gleichzeitig steigenden Kosten
Die Kartoffelbranche steht aktuell unter Druck. Eine sehr große Ernte aus dem vergangenen Jahr führte zu weiterhin großen Lagerbeständen und zu einem anhaltend hohen Angebotsdruck.
Gleichzeitig bleiben die Produktionskosten, insbesondere für Energie und Betriebsmittel, auf einem hohen Niveau und es muss damit gerechnet werden, dass aufgrund der geopolitischen Lage diese auch noch weiter steigen werden.
„Wir erleben derzeit eine herausfordernde Kombination aus hohem Angebotsdruck und gleichzeitig steigenden Kosten“, so Herkenrath.
„Das erfordert von allen Marktteilnehmern ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit.“
Rahmenbedingungen: Steigende Anforderungen für Unternehmen
Neben der Marktsituation, prägen vor allem die steigenden regulatorischen Anforderungen in Verbindung mit der unsicheren geo-politischen Lage an den Weltmärkten die Branche.
Bürokratische Vorgaben, Nachhaltigkeitsanforderungen und steigende Dokumentationspflichten aus dem LEH binden Ressourcen in den Unternehmen.
Der DKHV setzt sich daher weiterhin für praxisnahe Regelungen, Bürokratieabbau und faire Wettbewerbsbedingungen im europäischen Binnenmarkt ein.
Pflanzenschutz und Herausforderungen im Anbau
Zunehmende Herausforderungen ergeben sich auch im Anbau durch neue Schaderreger wie die Schilfglasflügelzikade sowie ein wachsender Krankheitsdruck.
Gleichzeitig nimmt die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln weiter ab.
„Die Risiken im Anbau steigen, während die Möglichkeiten, darauf zu reagieren, immer geringer werden“, betonte Herkenrath.
Europäische Themen und Gemeinsame Marktorganisation
Auch Fragen der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) sowie weitere europäische Themen standen im Fokus der Verbandsarbeit. Der DKHV bringt sich aktiv in die Diskussionen ein und vertritt die Interessen der Branche auf europäischer Ebene.
Starker Verband als Schlüssel
Die Mitgliederversammlung war geprägt von intensiven und konstruktiven Diskussionen. Einigkeit bestand darin, dass die aktuellen Herausforderungen nur gemeinsam bewältigt werden können.
Der DKHV versteht sich dabei als Plattform für Austausch, Interessenvertretung und Lösungsfindung. Viele der aktuellen Themen lassen sich nur im Schulterschluss der Branche erfolgreich angehen.

„Gerade in herausfordernden Zeiten zeigt sich die Stärke eines Verbandes“, so Herkenrath. „Wenn wir geschlossen auftreten, können wir die Zukunft unserer Branche aktiv gestalten.“
Veröffentlichungsdatum: 23.04.2026