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Spanien: Studie zeigt Vorteile des Tomatenanbaus unter Solarmodulen

23. April 2026

Dies ist eine innovative Kombination, die darauf abzielt, die Verdunstungsanforderungen der Pflanzen zu verringern, indem sie durch photovoltaische Module beschattet werden. Dadurch wird eine effizientere Nutzung von Boden und Wasser ermöglicht, während gleichzeitig Energie erzeugt wird, berichtet Hortoinfo.es.


Bildquelle: Pixabay

Ein Forscherteam der Universität Sevilla (US) und der Polytechnischen Universität Madrid (UPM) hat nachgewiesen, dass es möglich ist, Tomaten anzubauen und gleichzeitig Solarenergie zu produzieren – eine Schlüsselstrategie im Kampf gegen die Wasserknappheit auf globaler Ebene. 

Die Studie, die im Frühjahr 2024 in Madrid und Sevilla durchgeführt wurde, untersuchte den Einsatz von Agrivoltaik-Systemen und die regulierte Defizitbewässerung, um die Wasserressourcen im Tomatenanbau zu optimieren. 

Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz von weniger Wasser zwar die Erntemenge verringert, insgesamt jedoch einen effizienteren und nachhaltigeren Prozess ermöglicht.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass die Strategie der Bewässerungsreduzierung den Wasserverbrauch im Vergleich zur herkömmlichen Bewässerung um etwa 50 % senkte. 

Allerdings führte diese drastische Wassereinsparung zu einem Rückgang der Ernte um rund 20 % im RDI-Behandlungsfeld, hauptsächlich aufgrund starker Wassermangel während der Reifephase. 

Trotz dieses Rückgangs bei der Gesamtmenge der Tomaten stieg die Wasserproduktivität in den Behandlungen in Sevilla deutlich an, was zeigt, dass mehr Früchte pro Tropfen Wasser geerntet werden können. 

Zudem wurde der Gesamterfolg des Agrivoltaik-Systems anhand des Land Equivalent Ratio (LER) bestätigt, das die Effizienz der landwirtschaftlichen und elektrischen Produktion zusammenfasst. 

Die erzielten Werte von 1,54 in Madrid und 1,67 in Sevilla belegen, dass die kombinierte Produktion deutlich effizienter ist als der getrennte Anbau von Tomaten und Energieerzeugung auf separaten Flächen. 

Das bedeutet, dass selbst wenn die Tomatenerträge unter den Solarmodulen sinken, die Rentabilität und Nachhaltigkeit des Systems steigen, da auf derselben Fläche saubere Energie erzeugt wird. 

Zusammenfassend zeigt die Studie, dass Agrivoltaik ein vielversprechendes Werkzeug für die Landwirtschaft der Zukunft ist, allerdings eine genauere Bewässerungssteuerung erfordert, um Stress für die Pflanzen zu vermeiden. 

Die Forscher schlagen vor, Pflanzenmessungen mit Bodenfeuchtesensoren zu kombinieren, um diese Systeme weiter zu optimieren. 

Dieser Fortschritt weist auf eine nachhaltige doppelte Nutzung des Landes hin und bietet eine gangbare Lösung für die Herausforderungen des Klimawandels und der Energiewende.


Quelle: Hortoinfo.es 

 

Veröffentlichungsdatum: 23.04.2026

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