Belgien: Studie – Supermärkte unternehmen zu wenig gegen Missstände in ihren Lieferketten
Supermärkte sind häufig blind gegenüber Ungerechtigkeiten in ihren Lieferketten. Dies stellt Rikolto fest, basierend auf dem Bericht „Superlijst Sociaal“, der die Menschenrechtspolitik belgischer und niederländischer Supermärkte analysiert. Risiken wie Kinderarbeit werden oft ignoriert, berichtet das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT).
„Alle Supermärkte, vom niedrig bewerteten Carrefour bis zum Vorreiter Lidl, müssen Maßnahmen ergreifen“, so Rikolto.
Der Fokus auf Fairen Handel scheint sich nur auf bestimmte Produkte zu beschränken. Zwar arbeiten Supermärkte tatsächlich an fairen Einkommen in den Bananen- und Kakaolieferketten, doch ein umfassender Ansatz für alle risikoreichen Produkte fehlt. Dies stellt Rikolto auf Grundlage des vom Thinktank Question Mark initiierten Berichts fest.
Die Studie vergleicht die fünf größten belgischen und die sechs größten niederländischen Supermärkte hinsichtlich ihrer Maßnahmen gegen Missstände in den Lieferketten.
Lidl schneidet im Vergleich deutlich besser ab als die anderen belgischen Supermarktketten. „Lidl kartiert seine Hochrisikolieferketten detailliert, zum Beispiel Cashewkerne aus der Elfenbeinküste und Orangen aus Brasilien, und setzt dort Aktionspläne um“, erklärt Rikolto.
Auch der Supermarkt Colruyt hat in den Rankings aufgeholt, unter anderem dank Projekte in den eigenen Lieferketten, die die Lebensbedingungen der Bauern verbessern. Doch selbst bei den besser bewerteten Supermärkten gibt es noch viel zu tun.
Das Wissen ist vorhanden, doch der Ansatz bleibt begrenzt. „Supermärkte tragen die Verantwortung, die Menschenrechte zu wahren, inklusive fairer Bezahlung für Bauern und Arbeiter, bei allen Produkten, die sie verkaufen“, sagt Charlotte Linnebank, Direktorin bei Questionmark.
„Solange das nicht geschieht, perpetuieren sie ungerechten Handel. Nicht absichtlich, aber mit Wissen.“
Quelle: Vilt.be
Veröffentlichungsdatum: 13.04.2026