Groß angelegter Subventionsbetrug in Griechenland: Europäische Staatsanwaltschaft ermittelt nun auch gegen Abgeordnete
Die Geschichte um den Agrarsubventionsbetrug in Griechenland ist noch nicht vorbei. Die Europäische Staatsanwaltschaft hat das griechische Parlament aufgefordert, die Immunität von 11 Abgeordneten wegen Verdachts auf Beteiligung an einem groß angelegten Betrug mit europäischen Agrarsubventionen aufzuheben.
Auch 5 ehemaligen Abgeordneten droht eine Strafverfolgung, berichtet das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT).
Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) verfolgt die Verantwortlichen für den Subventionsbetrug in Griechenland mit aller Entschlossenheit.
Rund 100 Personen, die meisten von ihnen ohne nennenswerte Verbindungen zu dem Agrarsektor, stehen im Verdacht, 6 Jahre lang systematisch europäische Hilfen bezogen zu haben. Der Betrug ereignete sich zwischen 2016 und 2023 und beruht mutmaßlich auf falschen Angaben zum Eigentum oder zur Pacht von Weideland, um unrechtmäßig Agrarbeihilfen zu erhalten.
Insgesamt sollen fast 23 Millionen EUR an Subventionen fälschlicherweise ausgezahlt worden sein.
Ermittlungen gegen Abgeordnete und Minister
Um die Ermittlungen fortzusetzen und Beweise zu sammeln, hat die Europäische Staatsanwaltschaft das griechische Parlament ersucht, die parlamentarische Immunität von 11 amtierenden Abgeordneten aufzuheben.
Sie stehen unter anderem wegen Untreue, Computerbetrug und Falschaussagen unter Verdacht.
Die mutmaßlichen Straftaten sollen sich 2021 ereignet haben. Fünf ehemalige Abgeordnete werden ebenfalls verdächtigt.
Der Skandal hat in Griechenland bereits weitreichende Folgen. Im vergangenen Jahr verhängte die Europäische Kommission eine Geldstrafe von fast 400 Millionen EUR gegen das Land wegen systematischer Mängel bei der Vergabe von Subventionen.
Zudem droht Griechenland in den kommenden Jahren der Verlust von fünf Prozent der Agrarhilfe.
Doch damit nicht genug. Ein ehemaliger Landwirtschaftsminister und 3 stellvertretende Minister traten bereits aus der Regierung zurück.
Sie stehen in Verbindung mit dem Missbrauch europäischer Subventionen. Sie sollen die Subventionen nicht ausreichend geprüft und sogar politischen Verbündeten Vorteile verschafft haben.
Die griechische Zahlungsagentur OPEKEPE wurde inzwischen aufgelöst. Sie war für die Subventionen verantwortlich.
Die Regierungsbehörde soll einen internen Prüfer in den Hintergrund treten lassen haben, als die Unregelmäßigkeiten aufgedeckt wurden.
Quelle: Vilt.be
Veröffentlichungsdatum: 09.04.2026