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Belgien: Europäischer Landwirtschaftsrat erarbeitet Plan gegen die Düngemittelkrise

07. April 2026

Die Europäische Kommission arbeitet an einem „Düngemittelaktionsplan“, der voraussichtlich im Frühjahr Ergebnisse liefern wird. Dies berichtete die belgische Landwirtschaftsorganisation Boerenbond (Bauernverband) nach dem 3. Agrar- und Fischereirat unter zypriotischer Präsidentschaft, teilt das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT) mit.

Die Debatte konzentrierte sich zunächst auf die nächste Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), doch aufgrund der aktuellen geopolitischen Krisen wurden auch Umweltpolitik und Düngemittelfragen erörtert. Die Düngemittelpreise sind besonders hoch.

Dem Boerenbond zufolge findet am 13. April ein hochrangiges Treffen mit Interessengruppen statt, um weitere Maßnahmen zu besprechen. Zur Debatte steht die Möglichkeit, einen Teil der Einnahmen aus dem CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) zur Unterstützung der Landwirte bei der Preisstabilität oder Schadensminderung zu verwenden. 

Der CBAM ist eine von der EU eingeführte „Kohlenstoffsteuer“, um einen fairen CO₂-Preis auf bestimmte Importprodukte wie Zement, Stahl, Strom und damit auch auf Düngemittel aus Nicht-EU-Ländern zu erheben.

Innerhalb des Agrarsektors gibt es Forderungen, Düngemittel vorübergehend von dieser CO₂-Abgabe auszunehmen. Der Boerenbond unterstützt neben anderen diese Forderung. 

Europas Düngemittelhersteller lehnen dies ab, da der CBAM für sie ein wichtiges Instrument ist, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten. 

Laut Boerenbond betonte EU-Agrarkommissar Hansen in dem Landwirtschafts- und Fischereirat (AGRIFISH), dass die EU-Kommission derzeit keine Pläne für eine Ausnahme von dem CBAM für Düngemittel habe, was der Verband bedauert. 

Der Rat würde einen stärkeren Fokus auf organische Düngemittel und Kreislaufwirtschaft in Betracht ziehen, um weniger abhängig von Importen zu werden. 

Der Boerenbond setzt sich seit Langem für die Förderung der Verwendung von Tiermist als Ersatz für synthetische Düngemittel und die Behandlung von Reststoffströmen als Rohstoffe ein. 

In diesem Zusammenhang hat die flämische Regierung kürzlich grünes Licht für die Einführung von RENURE (REcovered Nitrogen from manURE – aus Dung gewonnener Stickstoff) gegeben.

 

Quelle: Vilt.be 

 

Veröffentlichungsdatum: 07.04.2026

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