Belgischer Chicoréeanbau unter Druck: „Abstimmung von Angebot und Nachfrage ist entscheidend“
Ein guter Wurzelertrag bei gleichzeitig geringerem Verbrauch setzt den Chicoréeanbau unter Druck. Im vergangenen Jahr produzierten belgische Chicoréeerzeuger nicht kostendeckend und auch die Aussichten für dieses Jahr sind schlecht, berichtet das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT).
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Der Bauernverband schlägt Alarm und fordert Werbekampagnen und bessere Preise, um den flämischen Klassiker wiederzubeleben.
Von 2020 bis 2025 sank die Zahl der Chicoréeerzeuger in Flandern von 139 auf 90 Betriebe, während die Produktion innerhalb von 15 Jahren von 53 Millionen kg auf 31 Millionen kg zurückging, wie Zahlen des Bauernverbands (Boerenbond) belegen.
Der Verband verweist auf den hohen Arbeitsaufwand bei dem Anbau. „Chicorée ist eine zweijährige Kultur und birgt daher zwei Risiken.“
Die niedrigen Preise in den letzten Jahren führten zudem zu geringem Interesse an Betriebsübernahmen.
2025 war ein Jahr mit niedrigen Preisen. Die Statistiken des Verbandes Belgischer
Gartenbaugenossenschaften (VBT) zeigen, dass Chicorée im vergangenen Jahr bei Auktionen 39 Millionen EUR einbrachte, verglichen mit 63 Millionen EUR 2024. Der durchschnittliche jährliche Preis sank von 2,10 EUR pro Kilogramm (kg) auf 1,10 EUR pro kg, ein Rückgang von fast 46 %.
Auch in diesem Jahr sind die Aussichten schlecht, erklärte Filip Vanaken, Geschäftsführer der Erzeugergenossenschaft REO Veiling. Er und andere weisen darauf hin, dass dem Angebot, das voraussichtlich auch in diesem Jahr hoch sein wird, ein tendenziell rückläufiger Konsum gegenübersteht.
Junge Menschen verzichten zunehmend auf Gemüse. Die Zahlen von der flämischen Agentur für Agrar- und Fischereivermarktung (VLAM) zeigen, dass der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in Belgien von 4,3 kg 2008 auf 2,2 kg im Jahr 2024 sank. In dem Jahr 2025 stabilisierte sich der Rückgang bei 2,3 kg pro Person.
Verglichen mit 2008 bedeutet dies eine Halbierung des Verbrauchs in Belgien.
Quelle: Vilt.be
Veröffentlichungsdatum: 23.02.2026