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Extremer Regen in Spanien und Marokko beeinträchtigt Belgiens Obst- und Gemüseimporte

09. Februar 2026

In Spanien und Marokko regnet es seit Wochen ununterbrochen. Und das macht sich sogar in belgischen Supermärkten bemerkbar, berichtet das Flämisches Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT).


Bildquelle: Pixabay

 Die Versorgung mit gefragten Produkten aus diesen südlichen Ländern, wie Paprika, Tomaten und Zucchini, ist angespannt. „Ernten und Logistik sind beeinträchtigt“, sagt Roel Dekelver, Sprecher von Delhaize. 

„Das wirkt sich auf das Angebot und damit auch auf die Einkaufspreise aus. Alle Produkte sind weiter verfügbar.“ 

Viel Obst und Gemüse in belgischen Supermärkten stammt aus Spanien und Marokko, insbesondere in den Wintermonaten. Dazu gehören Beeren wie Himbeeren und Erdbeeren, oder Gemüse wie Paprika, Zucchini, Auberginen, Tomaten und Gurken. 

Doch diese Produkte in die Laderegale zu bekommen, dauert derzeit länger als gewöhnlich.
 Spanien und Marokko erleben seit Wochen außergewöhnlich starken Regen. 

Der Januar in Spanien war der zweitnasseste Januar des 21. Jahrhunderts. Und in den kommenden Tagen ist kaum Besserung zu erwarten, da Sturmtief Leonardo über das Land fegt. 

Der Sturm wird noch mehr Regen bringen, während der Boden bereits völlig mit Wasser gesättigt ist. 

Spanische Behörden warnen vor Überschwemmungen und Erdrutschen, insbesondere in Andalusien, dem sogenannten Gemüsegarten Europas. Bewohner wurden bereits evakuiert und Straßen in mehreren Dörfern gesperrt. 


Kommt der Handel aufgrund des extremen Regens zum Erliegen?

Je mehr Regen fällt, desto schwieriger wird der Export. Dies bestätigt eine kleine Umfrage unter Supermarktketten in Belgien. 

„Das schlechte Wetter in Spanien und Marokko beeinträchtigt derzeit unsere Logistik“, so der Sprecher von Carrefour. 

„Unser Sortiment bleibt gleich, aber einige Produkte sind schwieriger zu beschaffen. Das wirkt sich auch auf unsere geplanten Aktionen aus. Wenn die Verfügbarkeit eines Produkts zu unsicher ist, sagen wir Aktionen ab. So vermeiden wir leere Regale und enttäuschte Kunden.“ 

Langfristig konzentrieren sich Supermärkte verstärkt auf Risikoverteilung. „Solche Wetterbedingungen treten im Januar immer häufiger auf. Deshalb arbeiten wir an einem robusteren Modell, indem wir unsere Lieferanten breiter aufstellen. So können wir Klimarisiken zukünftig besser abfedern“, erklärt Carrefour. 

Colruyt bestätigt diese Einschätzung: „Der Markt wird immer unberechenbarer, nicht nur klimatisch, sondern auch geopolitisch. Durch die Anpassung unserer Lieferpläne können wir beispielsweise bei Engpässen angemessene Maßnahmen ergreifen.“ 

Was der zusätzlichen Regen in den südlichen Ländern für die lokale Agrarproduktion und die Exporte bedeuten werden, bleibt abzuwarten. „Wir beobachten die Situation genau“, sagen die Supermärkte.


Quelle: Vilt.be

 

Veröffentlichungsdatum: 09.02.2026

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