Italien untersucht große Supermarktketten wegen steigender Lebensmittelpreise
Die italienische Wettbewerbsbehörde hat nach dem Anstieg der Lebensmittelpreise eine Untersuchung zur Rolle großer, organisierter Vertriebsketten entlang der Agrar- und Lebensmittelkette eingeleitet, wie FyH berichtet.
Bildquelle: Pixabay
Die Untersuchung der Behörde für Wettbewerb und Marktaufsicht (AGCM) soll analysieren, wie die Ketten die Wertschöpfungsverteilung in der Agrar- und Lebensmittelkette und die von den Verbrauchern gezahlten Preise beeinflussen.
Daten des italienischen Statistikinstituts (Istat) zufolge stiegen die Lebensmittelpreise zwischen Oktober 2021 und Oktober 2025 um 24,9 %, fast 8 Punkte über dem allgemeinen Verbraucherpreisindex (entspricht 17,3 %).
Die AGCM erklärte in einer Pressemitteilung, dass sie die „deutliche Divergenz, die in den letzten Jahren zwischen der allgemeinen Inflation und der Lebensmittelpreisinflation aufgetreten ist“, als Ausgangspunkt der Untersuchung nimmt.“
„Angesichts dieser steigenden Verbraucherpreise klagen die landwirtschaftlichen Erzeuger über eine Komprimierung oder zumindest ein unzureichendes Wachstums ihrer Gewinnspannen, was teilweise auf das starke Ungleichgewicht der Verhandlungsmacht gegenüber den großen Ketten zurückzuführen sein könnte“, heißt es in dem Bericht.
Er betont außerdem, dass innerhalb der Agrar- und Lebensmittelkette der Handel zwischen finalen Vertrieben und Großhändlern „ein entscheidender Punkt ist, um sowohl die Bezahlung der Lieferanten als auch die Gewinnerzielung der Produktionsaktivitäten stromaufwärts zu bestimmen sowie die Entwicklung der Verbraucherpreise zu definieren.“
Die Untersuchung analysiert unter anderem, wie die Handelsketten ihre Einkaufsmacht ausüben und welche Zahlungen sie von Lieferanten für Vertriebsdienstleistungen wie Warenplatzierung, Werbeaktionen oder die Einführung neuer Produkte fordern.
Die AGCM hat eine öffentliche Konsultation zu diesen Themen eröffnet. Interessierte Parteien können bis zum 31. Januar Beiträge oder Kommentare einreichen.
Quelle: FyH.es
Veröffentlichungsdatum: 19.01.2026