Proteste gegen Mercosur in Belgien gehen weiter und breiten sich auf Flughäfen aus
Das Mercosur-Abkommen zwischen der EU und südamerikanischen Ländern trat am Freitag, dem 9. Januar, in Kraft. Doch das bedeutet nicht das Ende der Bauernproteste, berichtet Vilt.be.
Am Montagmorgen parkten rund 70 Traktoren am Eingang des Flughafens Ostende. Ziel war es, den ein- und ausgehenden Frachtverkehr zu blockieren.
Der Allgemeine Bauernverband (ABS) kündigte eine Protestwoche an. Auch am Abend wurde der Frachtverkehr rund um den Flughafen Brüssel-Zaventem mit Traktoren blockiert.
Mercosur ist eine Zollunion zwischen Argentinien, Bolivien, Paraguay, Brasilien und Uruguay. Nach 25-jährigen Verhandlungen hat die EU ein Freihandelsabkommen mit Mercosur abgeschlossen. Es soll den europäischen Handel günstiger und einfacher machen.
Befürworter des Abkommens sehen auch geopolitische Vorteile, da die EU dadurch weniger von den Launen der USA, Chinas und Russlands abhängig wäre.
Doch die Landwirte sehen das anders: Belgische Produkte müssten bald mit billigeren südamerikanischen Waren konkurrieren.
In der vergangenen Woche fanden mehrere Proteste in ganz Belgien statt. Auch nach der Unterzeichnung der Vereinbarung gingen die Proteste weiter.
Laut ABS wurde der Protest in Ostende am Montag sowohl von Landwirten als auch von Bürgern breit unterstützt. Deshalb richten sich die Bauern nicht gegen Reisende oder Urlaubsflüge.
Die Blockade zielte auf Lkw ab, die den Hafen anfahren oder verlassen. Und das war kein Zufall: „Dies ist ein Flughafen, über den Produkte aus Ländern ankommen, die nicht die gleichen Standards anwenden wie wir“, sagte Mark Wulfrancke von ABS.
Auch am Montagabend machten sich etwa 50 Landwirte auf den Weg zum Flughafen Brüssel. Dort blockierten sie einen Kreisverkehr im Frachtbereich des Flughafens Zaventem. Berichten zufolge gibt es bisher keine Beeinträchtigungen im Frachtverkehr oder bei Passagierflügen.
"Wir beobachten die Situation genau, in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei", sagte eine Flughafensprecherin. Sie fügte hinzu, dass für Lkw eine alternative Route eingerichtet wurde. Der Flughafen bleibt vorerst zugänglich, auch für Passagiere.
Die genauen Ursachen der Proteste sind unklar. Die flämische ABS und die wallonische Fugea bestreiten eine Beteiligung. In den zahlreichen WhatsApp-Gruppen, die nach den Demonstrationen Anfang 2024 entstanden sind, kursieren viele Aufrufe, die zu spontanen Protesten führen.
Quelle: Vilt.be
Veröffentlichungsdatum: 14.01.2026