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"Bergfest" in der rheinischen Apfelernte

22. September 2022

Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen und Provinzialverband-Vizepräsident Georg Boekels zu Gast bei der Apfelernte auf einem rheinischen Obstbaubetrieb in Kaarst. „Etwa die Hälfte der rheinischen Äpfel sind gepflückt. Wir erwarten eine gute Ernte!“, kündigt der Vizepräsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer, Georg Boekels, an.

v.l.n.r.: (folgt), Silke Gorißen und Georg Boekels. Foto © Sabine Weis
v.l.n.r.: (folgt), Silke Gorißen und Georg Boekels. Foto © Sabine Weis

Gemeinsam mit Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen besuchte Boekels am 21. September in Kaarst einen rheinischen Obstbaubetrieb.

Die Witterung habe den Apfelbäumen zu schaffen gemacht. So habe im August und September Wasser gefehlt. Außerdem seien in manchen Apfelanlagen Ausfälle durch Sonnenbrand aufgetreten, so Boekels. Der Regen der letzten Tage lasse die Früchte jetzt aber schnell dicker werden. Deshalb sei es noch nicht möglich, genaue Zahlen zur erwarteten Erntemenge abzugeben.

„Eines darf ich allerdings feststellen: Die Qualität der geernteten Äpfel ist hervorragend“, betonte der Vizepräsident. Die Sonne habe die Äpfel süß und lecker werden lassen. Zudem seien witterungsbedingt nur wenige Schaderreger aufgetreten.

An die Verbraucherinnen und Verbraucher richtete er den Appell, auf regional erzeugte Äpfel zu setzen. Denn alleine beim Transport von importierten Äpfeln werde eine große Menge CO2 freigesetzt. „So hat ein regional erzeugter Apfel eine wesentlich bessere Klimabilanz als ein importierter und das selbst bei einer längeren Lagerung“, erklärte Boekels. Zudem werde durch den regionalen Obstanbau die vielfältige Kulturlandschaft erhalten und die Biodiversität gefördert.

Sorgen bereiten Boekels die stark gestiegenen Erzeugungskosten. Dazu gehörten zuvorderst die Preise für Strom und Brennstoffe. Bei der Lagerung der Äpfel werde Energie benötigt, damit die Früchte lange knackig und frisch blieben. Die Äpfel würden dazu in einen künstlichen Winterschlaf gelegt. Neue Stromverträge würden allerdings eine Vervielfachung der Kosten bedeuten.

Zudem werde zum 1. Oktober der gesetzliche Mindestlohn angehoben. Bei dann 12 €/h sei die Erzeugung von Obst und Gemüse in Deutschland nicht mehr konkurrenzfähig. Von daher müsse ein regional erzeugter Apfel einen höheren Preis erzielen. Dies sei momentan bedauerlicherweise nicht der Fall. Im Handel würden teurer erzeugte inländische Produkte am Preis der Ware aus dem Ausland gemessen. Mit den Dumpingangeboten der Überseeware könnten die deutschen Erzeuger jedoch nicht mithalten, so der Vizepräsident. Er erwarte besonders von den großen Marktpartnern Solidarität und Fairness. Das gelte für die Erzeugerpreise ebenso wie für das Angebot in der Ladentheke. Als unverständlich bezeichnete er die Tatsache, dass gerade in diesem Jahr in der Hauptsaison von deutschem Obst vermehrt Importe in den Geschäften angeboten würden. So seien derzeit nur wenig regionale Äpfel im Handel zu finden. Der Absatz der frisch geernteten Früchte laufe nur schleppend. Boekels forderte die Verbraucher auf, im Lebensmitteleinzelhandel konsequent nach heimischen Äpfeln zu fragen: „Fordern Sie in Ihrem Laden das Angebot heimischer Äpfel ein!“

Quelle: RLV

Veröffentlichungsdatum: 22.09.2022

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