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BLE-Marktbericht KW 29/ 22: Erste deutsche rote Wassermelonen in Frankfurt fanden schnell Käufer

28. Juli 2022

Zwar bestimmten noch immer alterntige europäische Äpfel das Geschäft, so langsam breitete sich aber die neue Ernte aus: Mit einheimischen Arkcham, Discovery, Galmac und Summerred, um nur einige Varietäten zu nennen, fächerte sich das Sortiment augenscheinlich auf.

Bildquelle: Shutterstock.com Wassermelonen
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Aus Italien kamen lose aufgemachte Delbarestivale, aus Frankreich Jerseymac. Die Qualität konnte häufig schon überzeugen, sodass die Vermarktung gut anlief. Von der Menge her konnte die europäische Ernte 2022 natürlich nicht mit der aus 2021 Schritt halten. In diesem Sektor überwogen weiterhin Elstar und Jonagold. Tenroy hatten merklich an Präsenz eingebüßt, Braeburn waren völlig aus der Warenpalette verschwunden. Auch die neuseeländischen, südafrikanischen und chilenischen Importe verloren insgesamt an Relevanz. Die Nachfrage konnte ohne Anstrengungen gedeckt werden. Aus preislicher Sicht tat sich nicht viel, von den üblichen Schwankungen einmal abgesehen.

Birnen
Südafrikanische Chargen überwogen vor chilenischen und argentinischen. Niederländische und belgische Conference ergänzten das Geschehen. Sommerbirnen aus Italien, Spanien, der Türkei und dem Inland waren eher eine Randnotiz. Obwohl die Versorgung nicht gerade üppig erschien, konnte das Interesse ohne Schwierigkeiten gestillt werden. Man merkte deutlich, dass sich die Kunden eher dem Steinobst zuwandten, der Handel verlief eher schleppend. Dennoch sahen die Vertreiber keinen Anlass, ihre Forderungen grundlegend zu modifizieren. Die Preise bewegten sich also kaum, verharrten stattdessen oftmals auf ihrem bisherigen Niveau.

Tafeltrauben
Italienische Black Magic und Victoria dominierten das ruhige Geschehen. Sugraone gleicher Herkunft gewannen an Bedeutung, auch Flame Seedless und Michele Palieri wurden etwas wichtiger. Erste Italia trafen in Berlin ein. Insgesamt hatte die Sortenvielfalt zugenommen, so tauchten etwa griechische Prime Seedless auf. Aus Frankreich wurden erste Alphonse Lavallée angeliefert, aus dem Iran frische Sultana abgeladen. In Kürze sollen auch türkische Sultana in Erscheinung treten. Ergänzende spanische Artikel ließen bezüglich ihrer organoleptischen Eigenschaften punktuell Wünsche offen. Ägyptische Importe spielten bloß eine eingeschränkte Rolle. Generell konnte der Bedarf ohne Anstrengungen befriedigt werden. Er hatte sich verschiedentlich ein wenig begrenzt. Die Notierungen blieben meistens konstant, da sich Angebot und Nachfrage hinreichend die Waage hielten.

Erdbeeren
Einheimische Offerten herrschten augenscheinlich vor. Niederländische, belgische und polnische Chargen hatten mal mehr, mal weniger Einfluss. Das Interesse war nicht besonders stark ausgeprägt, der Kundenzugriff hatte sich infolge von Ferien und Hitze doch merklich begrenzt. Eine ausgeweitete Bereitstellung war da natürlich kontraproduktiv, denn die Händler mussten in der Folge ihre bisherigen Aufrufe senken. Zum Teil fielen die Vergünstigungen auch recht kräftig aus. Selber qualitativ sehr ansprechende oder gar exklusive Ware konnte oftmals nur mit Verbilligungen verkauft werden. Zudem etablierte sich auf einigen Märkten aufgrund der divergierenden Güte eine weite Preisspanne, selbst unter Notiz mussten manche Produkte abgegeben werden.

Aprikosen
Türkische Partien herrschten offensichtlich vor. Von der Bedeutung folgten französische, spanische und italienische Chargen. Die südeuropäischen Produkte hatten bezüglich ihrer Güte mancherorts Probleme, was ihren Umschlag merklich ausbremste. Serbische Früchte tauchten ausschließlich in Frankfurt auf, sie kosteten 10,- € je 6-kg-Holzsteige und konnten flott abgewickelt werden. Inländische Offerten ergänzten punktuell mit hohen Bewertungen die Szenerie. Insgesamt verlief die Vermarktung in recht ruhigen Bahnen. Die Notierungen sanken verschiedentlich ab, zudem fächerte sich die Preisspanne infolge einer uneinheitlichen Qualität manchmal auf. Verteuerungen waren die absolute Ausnahme.

Kirschen
Einheimische Artikel überwogen vor türkischen. Anlieferungen aus Griechenland, Polen, Spanien und der Slowakei kamen über einen ergänzenden Status nicht hinaus. Die Käufer griffen gerne auf großfruchtige Produkte zu, so waren Offerten ab 28 und 30 mm+ am beliebtesten. Kleinere Erzeugnisse konnten nur langsam und meistens mit Verbilligungen platziert werden. Die Unterbringungsmöglichkeiten waren derweil ausbaufähig, eine gewisse Kundensättigung war nicht von der Hand zu weisen. Die Händler senkten also ihre Forderungen, was den Umschlag aber nicht wesentlich beschleunigte. In Köln stiegen die Bewertungen zum Wochenende hin wieder ein wenig an, zum Teil auch recht kräftig.

Pfirsiche und Nektarinen
Spanische und italienische Abladungen bildeten offensichtlich die Basis des Sortimentes. Die Abladungen hatten sich augenscheinlich ausgedehnt. Die Nachfrage konnte da nicht immer Schritt halten. Französische, deutsche und griechische Zufuhren ergänzten mit kleinen Mengen das Geschehen. Die organoleptischen Eigenschaften überzeugten meist, lediglich die komplettierenden türkischen Früchte wiesen mancherorts einen suboptimalen Reifegrad auf. Die Verfügbarkeit genügte, um den Bedarf ohne Anstrengungen zu decken. Die Notierungen tendierten eher abwärts als nach oben, nur punktuell waren auch leichte Verteuerungen zu beobachten, die generell auf einer eingeschränkten Präsenz gründeten.

Zitronen
Südafrikanische und argentinische Anlieferungen dominierten, spanische Abladungen komplettierten die Szenerie. Die Zuflüsse hatten sich intensiviert und reichten leicht aus, um den Bedarf zu decken. Die sommerlichen Temperaturen sowie die Ferien hatten den Kundenzugriff merklich abgeschwächt. Vergünstigungen mussten also her, wenn man größere Bestände vermeiden wollte. Doch auch mit den gewährten Verbilligungen konnten Überhänge nicht immer verhindert werden. Konstante Bewertungen waren eher die Ausnahme.

Bananen
Das Interesse war nicht besonders stark ausgeprägt. Die hohen Temperaturen hatten die Unterbringungsmöglichkeiten doch stark eingeschränkt. Die Bereitstellung musste also reduziert werden. Doch selbst wenn sich Angebot und Nachfrage halbwegs die Waage hielten, konnten sinkende Bewertungen nicht ausgeschlossen werden. Meist wurden die Zweitmarken billiger, doch auch die Preise der Erstmarke oder der Drittmarken tendierten mancherorts nach unten.

Blumenkohl
Einheimische Chargen dominierten, belgische und niederländische Anlieferungen komplettierten das Sortiment. Infolge des hochsommerlichen Wetters hatte sich der Bedarf spürbar begrenzt. Die Händler reagierten darauf mit einer reduzierten Bereitstellung. Dennoch fiel das Sortiment verschiedentlich zu umfangreich aus. Vergünstigungen mussten her, wenn man halbwegs eine Räumung erzielen wollte. Die Verbilligungen fielen mitunter auch recht kräftig aus.

Salat
In diesem Sektor verbesserten die hohen Temperaturen offensichtlich die Unterbringungsmöglichkeiten. Die Nachfrage hatte sich augenscheinlich intensiviert. So konnten Eissalat und Kopfsalat durchaus auch mal mit Verteuerungen verkauft werden. Auch der Zugriff auf die Bunten Salate hatte sich verstärkt, sodass man auch für die vornehmlich einheimischen Produkte anziehende Notierungen verzeichnete. Allerdings litten einige Offerten infolge der Hitze unter konditionellen Problemen, sodass sich mancherorts auch der Absatzdruck erhöhte, der dann mit gewährten Vergünstigungen etwas abgemindert wurde. Insgesamt verlief die Vermarktung aber recht lebhaft, sodass der vorrangig inländische und niederländische Eissalat sowie der überwiegend einheimische und belgische Kopfsalat flott platziert werden konnten. Auch Endivien aus Deutschland und Italien wurden in einem steten Rahmen und zu den bisherigen Bewertungen abgewickelt.

Gurken
Einheimische Schlangengurken dominierten vor niederländischen und belgischen. Das Interesse zeigte sich durchaus freundlich, es konnte dank ausgeweiteter Zufuhren aber problemlos gestillt werden. Die Notierungen zogen oftmals an, da sich die Absatzchancen erhöht hatten. Minigurken stammten vorrangig aus dem Inland und den Niederlanden sowie nachgeordnet aus der Türkei. Bei bedarfsdeckenden Zuflüssen hatten die Händler nur sehr selten Anlass, ihre Forderungen zu modifizieren.


Weitere Informationen
Frankfurt
Erste deutsche rote Wassermelonen im 6er-Karton fanden zu 1,- € je kg schnell Käufer. Die derzeitige Güte der italienischen Produkte konnte nicht durchgängig befriedigen, Notierungen von 0.29 bis 0.69 € je kg waren die Folge. Türkische grüne Feigen zu 18 Stück im 1,4-kg-Karton waren ab Mittwoch zu 8,- € am Platz verfügbar. Deutsche und belgische grüne Zucchini räumten zu 4,- bis 6,- € je 5-kg-Gebinde flott. Auch der gelbe Typ wurde zu 5,- bis 7,- € je 5 kg problemlos abgesetzt. Neben Portulak und Bockshornklee wurden nun auch wieder einheimische Gemüsemalven ins Sortiment aufgenommen. Preisverfall bei Pfifferlingen: Besonders am Mittwoch wurden nur noch 8,- bis 10,- € je kg-Korb bewilligt.
Hamburg
Neue ägyptische Orangen fanden ausreichend Zuspruch und konnten festere Bewertungen erzielen, vor allem in den kleinfallenden Sortierungen. Ältere Partien hatten es konditionell und mit einer flüssigen Abnahme schwerer.
München
Kulturheidelbeeren aus inländischer Produktion standen in gut ausreichenden Mengen zur Verfügung: Je nach Kaliber differierten die Notierungen erheblich, großfruchtige Ware aus badischer Produktion übertrafen die Preise für kleinfruchtige regionale Produkte um das Doppelte. Inländische Stangenbohnen und Spinat litten deutlich unter der Hitzewelle. Brokkoli setzte seinen festen Kursverlauf fort. Neben Roten Zwiebeln aus Italien traf inzwischen auch erste inländische Ware ein; bei den gelben Haushaltssortierungen überwogen bei mäßigem Bedarf noch italienische Chargen. Mit eintreffen von günstigem niederländischem Lauch schwand das Interesse an französischen Artikeln. Die reichlicheren Pfifferlinge aus Litauen, Weißrussland sowie der Ukraine und ergänzend aus Serbien waren bei hochsommerlicher Witterung schwerer zu platzieren; die Notierungen gaben deutlich nach. Knappe Steinpilze verteuerten sich hingegen.
Berlin
Ananas und Melonen aus dem Mittelmeerraum generierten witterungsbedingt eine sehr freundliche Nachfrage, allerdings ließen sich infolge von üppigen Folgezufuhren daraus keine Verteuerungen herleiten. Trotz ansprechender Absatzzahlen für das Beerenobstangebot verharrten die Notierungen auf bisherigem Niveau. Bei Produkten mit konditionellen Schwächen waren Vergünstigungen das probate Mittel. Auberginen aus Polen starteten zu 7,- € je 5-kg-Karton. Buschbohnen und Stangenbohnen aus dem Inland und Polen mussten sich mengenbedingt von den hohen Bewertungen verabschieden.


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 29/ 22
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Veröffentlichungsdatum: 28.07.2022

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