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Den Hamburger Unverpackt-Läden geht bald die Puste aus

Corona und der Ukrainekrieg führen zu Umsatzeinbußen, Ladner oft auf sich allein gestellt
24. Mai 2022

Der richtig große Umsatzeinbruch kam im Sommer 2021, erholt haben sich die kleinen und inhabergeführten Unverpackt-Läden in Hamburg noch lange nicht. Im Gegenteil: Einige von ihnen haben bereits geschlossen, andere kalkulieren, wie lange sie noch durchalten.

Foto ©  Ohne Gedöns GmbH
Foto ©  Ohne Gedöns GmbH

Die Krise öffentlich machen

Die Ladner*innen haben lange gezögert, mit ihrer Situation an die Öffentlichkeit zu gehen. Doch eine andere Möglichkeit sehen sie aktuell nicht. Die Rückgewinnung der durch Corona ausgebliebenen Stammkundschaft, Aktivierung neuer Kund*innen sowie die Neugier von Laufkundschaft – dies ist das Ziel der Hamburger Unverpacktläden in gemeinsamer Aktion: „Unsere aktuell schwierige Situation ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Wir sind Nahversorger, Geschäfte für den täglichen Bedarf mit Lebensmitteln, Haushalts- und Drogerieartikeln, überwiegend in Bioqualität, regional und ohne unnötige Verpackungen, besser geht es nicht“, sagt Maren Schöning, eine der Inhaberinnen vom Unverpackt-Laden „Ohne Gedöns“ in Volksdorf. „Aber es ist wichtig, dass die Menschen aktiv in unsere Läden kommen.“
Das Einkaufsverhalten in den letzten zwei Jahren hat sich verändert, die Kund*innen erledigen ihren Einkauf an einem Ort oder online. Mehrere Läden anzusteuern, das haben sich viele abgewöhnt.

Umweltschutz kein Thema mehr

Die Läden trafen bis 2020 einen Nerv: Wertschätzung der Lebensmittel, transparente und faire Lieferketten, regionale Herkunft, Umwelt- und Klimaschutz durch den Verzicht auf Verpackungsmüll. Mit der Corona-Krise geriet dieses Bewusstsein in den Hintergrund, und so ist es bis heute. Die Pandemie und der Krieg in der Ukraine dominieren die Berichterstattung in den Medien. Umwelt und Klimaschutz spielen aktuell in der Gesellschaft eine untergeordnete Rolle.

Zäher Kampf seit 2020

Der Umsatz brach ein, finanzielle Hilfen vom Staat gab es kaum für die Ladner*innen, viele sind durch alle Raster gefallen. Inzwischen ist die Liquidität aufgebraucht, neue Kredite und Darlehen sind hinzugekommen. Mit den Lockerungen im Juni 2021 erhofften sie den Aufschwung, aber das Gegenteil trat ein. Erklären können sich die Inhaber*innen diesen andauernden Rückgang teilweise. „Die gesamte Branche ist deutschlandweit und darüber hinaus von den starken Umsatzrückgängen betroffen“, weiß Insa Dehne, Vorstandsmitglied des Unverpackt Verbandes e.V. und Mitinhaberin von Stückgut in St. Pauli und Ottensen.

#supportyourlocalunverpacktladen

Die Ladner*innen sind nach wie vor hoch motiviert und glauben an das Konzept, das sie eint: Nahversorger mit persönlicher Atmosphäre, biologisch erzeugte, mit Sorgfalt ausgewählte und qualitativ hochwertige Produkte, hinter denen sie stehen und die Mission, Verpackungsmüll einzusparen. „Dafür sind wir angetreten und dies bleibt weiterhin unser Ziel“, sagt Maren Schöning.
https://www.ohnegedoenshamburg.de/

Quelle: Ohne Gedöns GmbH

Veröffentlichungsdatum: 24.05.2022

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