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Marktinformation Ostdeutschland 39. KW: Speisekartoffeln Ernte läuft auf Hochtouren

05. Oktober 2021

Die Ernte der Speisekartoffeln in Sachsen läuft bei gutem Wetter auf Hochtouren. Durch den witterungsbedingt späten Erntestart ist jedoch bislang weniger als die Hälfte der Kartoffelfläche gerodet worden. Problematisch ist der hohe Anteil von faulen und grünen Knollen im Erntegut.

Bildquelle: Shutterstock.com Kartoffel
Bildquelle: Shutterstock.com

Bis zu 20% der Kartoffeln sind grün, da geraten die Sortierautomaten an die Grenzen. Der hohe Sortierabfall, der als Futter oder für die Biogasproduktion verwendet wird, erfordert viel zusätzlichen Aufwand. Dies geht aus dem "Marktinformation Ostdeutschland 39. KW 2021 " des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock hervor.

Der Bruttoertrag
vom Feld ist durchschnittlich, der Nettoertrag liegt deutlich darunter. Die Erzeugerpreise verharren weiter auf dem Vorwochenniveau. Die Einkellerungsaktionen im LEH und in den Discountern laufen an. Aktionsgetrieben nimmt der Absatz etwas zu, Großgebinde (25 kg) laufen kaum. Die Schälkartoffelpreise bleiben stabil auf dem Niveau der vergangenen Woche.

Mecklenburg - Vorpommern
Die Kartoffelernte geht gut voran. Die Einlagerung erfolgt problemlos. Die Erträge werden zum Teil als gut durchschnittlich eingeschätzt. Andernorts werden die Vorjahreserträge vermutlich nicht erreicht. Auffällig sind die stark schwankenden Erntemengen von Sorte zu Sorte. Die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln bleiben unverändert auf dem Niveau der Vorwoche. Durch Werbeaktionen kann die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel und in den Discountern leicht belebt werden. Die Bevorratungsaktionen mit großen Gebindegrößen laufen jedoch von Jahr zu Jahr schlechter. Die Preise für Schälkartoffeln verharren bei gutem Absatz auf dem Niveau der vergangenen Woche. In den Tourismusregionen lässt die Nachfrage nach Schälware langsam nach.

Brandenburg
Die Erzeugerpreise für Speiseware bleiben auf dem Niveau der vergangenen Woche. Die Absatzmengen im Lebensmitteleinzelhandel und in den Discountern sind schwach. Nur wenn Werbeaktionen in den Handelsketten laufen, erhöht sich die Nachfrage der Endkonsumenten leicht. Das Roden der Kartoffeln wurde zuletzt durch Regenfälle unterbrochen. Die Qualität des Erntegutes ist sehr unterschiedlich. Teils werden Übergrößen und Wurmfraß bemängelt. Packer haben inzwischen die Hälfte der Lagerhäuser mit Knollen gefüllt. Die Schälkartoffelpreise bleiben bei stabilen Absatzmengen auf dem Vorwochenniveau.

Sachsen - Anhalt
Die Erntearbeiten laufen auf Hochtouren. Im Vergleich zu den vergangenen 2 bis 3 Jahren ist der Erntestand 3 bis 4 Wochen zurück. Insbesondere in den südlichen Landesteilen musste das Roden aufgrund von Regenfällen (20 bis 50 mm) unterbrochen werden. Regional gibt es große Qualitätsprobleme. Zunächst nicht erkennbar, fault die Knolle, wenn sie bewegt wird, nach gut einer Woche. Phytophthora und die von Pilzen verursachte Wässrige Wundfäule (Pythium) werden als Ursache genannt. Es gibt reichlich Kartoffeln, aber die Lagerqualität ist ungewiss. Die Erzeugerpreise für Speiseware verharren unverändert auf dem Vorwochenniveau. Werbeaktionen beleben das Absatzgeschehen im Lebensmitteleinzelhandel. Der Versandhandel ins Ausland läuft auf schwachem Niveau. Packbetriebe hierzulande zehren überwiegend von eigenen Mengen. Die Schälkartoffelpreise bleiben stabil im Vergleich zur Vorwoche.

Thüringen
Die Ernte der Kartoffeln geht nur schleppend voran. Regenfälle, teils Gewitter mit Starkregen, haben das Roden ausgebremst. Grüne und faule Knollen sind im Erntegut. Überregional zugekaufte Ware, die zunächst im tadellosen Zustand ist, fault im Lager. Der Sortieraufwand ist hoch. Erste Einkellerungsaktionen im Lebensmitteleinzelhandel sind angelaufen. Die Nachfrage der Endkonsumenten ist bislang schwach. Die Erzeugerpreise für Speiseware und die Preise für Schälkartoffeln bleiben stabil auf dem Vorwochenniveau.

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Quelle: MIO-LALLF

Veröffentlichungsdatum: 05.10.2021

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