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Deutsches Obst und Gemüse: Kohlrabi beliebt in Deutschland

15. Juni 2021

Er gilt als typisch deutsch und ist nirgends auf der Welt so beliebt wie hier. Die Deutschen kultivieren seinen Anbau wie kein anderes Land in Europa und auch in puncto Verzehr haben sie sich an die weltweite Spitze gesetzt. Gute 56.000* Tonnen oder 13,7 Mio. Knollen* Kohlrabi wurden 2020 in Deutschland geerntet. Jetzt im Spätfrühling kommt diese besonders feine Sprossenknolle aus heimischem Anbau in den Handel.

Foto © BVEO / Ariane Bille kohlrabi
Foto © BVEO / Ariane Bille

Kohlrabi im Fakten-Check:

  • Der Kohlrabi gilt als ur-deutsches Gemüse – so deutsch, dass sein Name sogar ins Englische, Japanische und Russische übernommen wurde. Woher er ursprünglich stammt, ist unbekannt. Verbürgt ist dagegen, dass er erstmals auf Zeichnungen in europäischen Kräuterbüchern aus dem 16. Jahrhundert aufgetaucht ist. In den deutschen Küchen konnte er sich allerdings erst im 19. Jahrhundert durchsetzen.
  • In Deutschland wird Kohlrabi auf rund 1800 Hektar Fläche angebaut. Die größten Anbaugebiete liegen in Nordrhein-Westfalen (543 ha), Rheinland-Pfalz (380 ha) und Niedersachsen (248 ha).
  • 53,1 % der Deutschen haben im vergangenen Jahr Kohlrabi gekauft. Eine Steigerung um 2% im Vergleich zu 2019 und um 3% im Vergleich zu 2018.
  • 49.000 Tonnen Kohlrabi wurden in Deutschland allein von Privathaushalten gekauft. Die meisten davon im Discounter (49,2%)
  • Die meisten Kohlrabi-Fans leben in Nordrhein-Westfalen (23,6%), gefolgt von der Region Nordwest (17,7%) und Bayern (13,6%).

Quelle: AMI-Analyse auf Basis des GfK-Haushaltspanels)

Kohlrabi-Land Deutschland

Kohlrabi wird in ganz Deutschland angebaut. Überhaupt liegen rund 60% der gesamten, europäischen Anbaufläche* in der Bundesrepublik. Im Frühjahr kommt er aus geschütztem Anbau, im Sommer und Herbst – bis zu den ersten frostigen Tagen – aus dem Freiland. Wer auf ein unverfälschtes Kohlrabi-Aroma Wert legt, sollte dieses Zeitfenster nutzen, um regional angebauten Kohlrabi von bester Qualität zu erhalten. Denn wenn es um Kohlrabi geht, sind die deutschen Erzeuger echte Experten. Beim Anbau kultivieren sie sogenannte Sätze vor, die dann sukzessive in Parzellen ausgepflanzt werden. Im Frühjahr alle drei bis vier Wochen, später in einem Zweiwochenrhythmus. Auf diese Weise wird eine Parzelle nach der anderen bepflanzt, um jeweils nach rund zwei Monaten immer wieder frischen Kohlrabi ernten zu können. Geerntet wird per Hand, wobei die Knollen mit einem Messer abgeschnitten werden, die Blätter aber dranbleiben. Und das Beste daran: Aus heimischer Landwirtschaft kommt er auf kurzem Wege in unsere Küchen.
(*Quelle: Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI))

Der KOHLossal andere Kohl

Kohlrabi, dessen Name sich vom lateinischen Wort für „caulis“ (Kohl) und „rapum“ (Rübe oder Wurzelknolle) ableitet, ist etwas ganz Besonderes in der Kohl-Familie. Vom Großblatt bis zur klassischen Kopfform – die Sprossenknolle hat optisch nur wenig mit dem typischen Kohlgemüse gemein. Was den Kohlrabi kennzeichnet, ist eine kräftige Knolle, die sich aus dem verdickten Stiel der Pflanze entwickelt. Dabei variieren die verschiedenen Sorten – rund 50 werden hierzulande angepflanzt – von kugelig, plattrund bis oval und zart-grün bis bläulich-violett. Geschmacklich macht das keinen Unterschied und auch das Fruchtfleisch ist bei allen Sorten weiß.

Kohlrabi hat ein angenehm süßliches, etwas nussartiges Aroma und so gut wie nichts vom typischen Kohlgeschmack. Junge Knollen sind besonders zart und milde und Freiland-Kohlrabi haben einen besonders kräftigen und würzigen Geschmack.

Quelle: BVEO

Veröffentlichungsdatum: 15.06.2021

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