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Landgard: Weiteres Wachstum im Corona-Jahr 2020

15. März 2021

Landgard hat sich im Geschäftsjahr 2020 weiter positiv entwickelt und ein organisches Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr erzielt. Gemäß den vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 hat die Erzeugergenossenschaft ihren Umsatz auf Konzernebene im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent auf 2,069 Mrd. EUR gesteigert.

Foto © Landgard
Organisches Wachstum trotz negativer Auswirkungen der Corona-Pandemie mit flächendeckenden Lockdowns in der Grünen Branche. Auf dem Bild v. l.: Geschäftsführung: Karl Voges, Carsten Bönig und Dirk Bader. Foto © Landgard

Trotz höherer Kosten für die Umsetzung von umfassenden Hygienekonzepten und die Durchführung erforderlicher Restrukturierungsmaßnahmen wurde ein positives Ergebnis vor Steuern (EBT) von 6,5 Mio. EUR erzielt. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) stieg sogar um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die endgültigen Zahlen werden im Rahmen der Vertreterversammlung im Juni 2021 präsentiert.

Der bisherige Verlauf der Corona-Krise hat gezeigt, dass Landgard als starke Genossenschaft selbst eine so außergewöhnliche Herausforderung wie die Corona-Pandemie erfolgreich meistern kann. „Wir sind bisher insgesamt gut durch die Pandemie gekommen. Unser Obst- und Gemüse-Geschäft wurde ohnehin positiv beeinflusst und bei Blumen und Pflanzen konnten wir die negativen Auswirkungen aus dem ersten Quartal im weiteren Verlauf des Jahres überkompensieren. Hier haben wir natürlich auch davon profitiert, dass viele Verbraucher*innen ihren Urlaub wegen der Corona-Pandemie zu Hause verbracht und in die Verschönerung ihrer Gärten und Balkone investiert haben. Zudem haben wir im zurückliegenden Geschäftsjahr notwendige Restrukturierungsmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen. Beispielsweise wurde bei Landgard Ost Obst & Gemüse der defizitäre Standort in Berbersdorf verkauft, die Prozesse optimiert und ein neuer Standort in Halle in Betrieb genommen. Am Standort Rade konnte der Break-Even mit einem positiven Jahresergebnis erreicht werden. Ohne den erneuten Nachfragerückgang in Folge des Winter-Lockdowns ab Mitte Dezember wären unsere Zahlen für 2020 sogar noch positiver ausgefallen“, so Carsten Bönig, Finanzvorstand der Landgard eG.

Positiver Start in das Geschäftsjahr 2021

Landgard ist auch in das laufende Geschäftsjahr gut gestartet. Die negativen Auswirkungen des erneuten Lockdowns waren in den ersten beiden Monaten in der Sparte Blumen & Pflanzen eher gering, da der Fachhandel in der Kernregion Nordrhein-Westfalen weiterhin geöffnet war. Die Sparte Obst & Gemüse hat in dieser Zeit umsatzseitig sogar besser abgeschnitten. Im Ergebnis lag der Konzern per Februar um ein Prozent über Plan und Vorjahr.

„Daher sehen wir uns gut gerüstet und blicken absolut positiv auf die bevorstehende Saison. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass unsere Kund*innen genau zur richtigen Zeit wieder alle geöffnet haben“, ergänzt Carsten Bönig.

Sparte Obst & Gemüse

Die Landgard-Sparte Obst & Gemüse hat den Handel über das gesamte Jahr 2020 hinweg ohne größere Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie mit frischen Produkten der Mitgliedsbetriebe beliefert. Eine Voraussetzung dafür war die im April 2020 gefundene Lösung, dass ausländische Saisonarbeiter in festgelegter Anzahl und unter Beachtung strenger hygienischer Anforderungen wieder nach Deutschland einreisen konnten. Dadurch konnten Ernteausfälle im Anbaujahr 2020 weitestgehend verhindert werden.

Das operative Geschäft war in der Landgard-Sparte Obst & Gemüse im Jahr 2020 vor allem durch strukturelle Weiterentwicklungen und Veränderungen in den Regionalgesellschaften geprägt.

Sehr erfreulich ist 2020 die Entwicklung der Landgard West Obst & Gemüse GmbH verlaufen. Auf Kund*innenseite konnte ein weiteres Regionallager eines großen LEH-Kunden gewonnen werden. Die Belieferung des Lagers startet mit dem Beginn der Freilandsaison in Deutschland. Dazu wurde ein umfangreiches Sortiment mit vielen neuen Programmen aus dem Obst- und Gemüseangebot der Landgard-Mitgliedsbetriebe definiert. Die positive Entwicklung im Vertrieb wird durch die laufende Standortmodernisierung in Bornheim-Roisdorf und die damit verbundene Weiterentwicklung von Strukturen und Prozessen in der Landgard West Obst & Gemüse GmbH flankiert. Als wichtige Einzelmaßnahmen am Standort Bornheim-Roisdorf sind dabei unter anderem optimierte Packdienstleistungen, die Investition in moderne Verpackungsmaschinen sowie verkürzte Transportwege zwischen Wareneingang, Kühlkammern, Packmaschinen und Warenausgang zu nennen. Darüber hinaus wird am Standort aktuell eine neue, moderne Halle für die Erzeugerabwicklung gebaut.

Im Zuge des weiteren strategischen Ausbaus der Region Süd und der Bündelung von Kompetenzen wurden die Landgard Obst & Gemüse GmbH Kehl und die Magli & Noel GmbH gesellschaftsrechtlich verschmolzen und zum Juli 2020 unter neuer Firmierung als Landgard Süd Obst & Gemüse GmbH zusammengeführt. „Mit der Zusammenführung der Regionalstrukturen im Raum Süd kann Landgard die Nähe zu Kunden und Erzeugern von den bestehenden Standorten Kehl, München und Karlsruhe aus noch besser nutzen, Dienstleistungen bündeln und die Effizienz steigern. Unter dem Dach der Landgard Süd Obst & Gemüse GmbH können wir unsere Kunden noch zielgerichteter und individueller betreuen“, so Karl Voges, Spartenvorstand Obst & Gemüse. Mit der neuen Landgard Süd Obst & Gemüse GmbH verfügt Landgard seit Juli 2020 in allen vier Regionen über eine starke Regionalgesellschaft. In den Regionen West, Ost und Nord war die Zusammenführung der Regionalstrukturen bereits in den Vorjahren erfolgt.

Nach einer Anlaufphase arbeitet der Obst- und Gemüse-Standort Rade/Neu Wulmstorf im Norden seit dem Geschäftsjahr 2020 profitabel. „Dazu haben wir sehr intensiv an dem Standort gearbeitet und sämtliche Prozesse auf den Prüfstand gestellt. Wir haben die Effizienz verbessert, Kosten reduziert, das Sortiment optimiert und das Sourcing deutlich ausgeweitet – mit Erfolg“, so Karl Voges. Die positive Entwicklung in Rade soll durch einen intensivierten Austausch mit den Erzeugern der Obst- und Gemüseregion Nord flankiert werden.

Die Landgard Ost Obst & Gemüse GmbH ist Ende des Jahres 2020 umgezogen und baut ihre Geschäftstätigkeit in Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt weiter aus. „Von Halle aus werden wir Erzeuger*innen und Kund*innen auch weiterhin etablierte Dienstleistungen wie regionale Mitgliederbetreuung und Packdienstleistungen inklusive eines umfangreichen Qualitätsprüfungssystems anbieten. Logistikdienstleistungen wie das Cross-Docking werden weiter optimiert und ausgeweitet“, erläutert Karl Voges. Zusätzlich zum neuen zentralen Standort in Halle versorgt Landgard die Kund*innen in der Region Ost auch weiterhin über die Cash-Märkte an den Standorten in Chemnitz und Leipzig in gewohnter Weise mit frischer Ware. Der bisherige Obst- und Gemüse-Standort Berbersdorf wurde zum 31.12.2020 verkauft. Aufgrund von Veränderungen in den Zuordnungen und der Versorgung mit regionalen Produkten, haben sich die mit der Errichtung des Standortes Berbersdorf in intralogistischer Hinsicht verbundenen Erwartungen nicht erfüllt. Daher hat Landgard das komplette Leistungsspektrum für Erzeuger*innen und Kund*innen an den logistisch geeigneteren Standort Halle verlagert, der optimale Voraussetzungen für den sich stark entwickelnden Dienstleistungsbereich bietet.

Der Dienstleistungsbereich wird künftig bei Landgard spartenübergreifend eine immer wichtigere Rolle spielen und neben der Vermarktung von Blumen und Pflanzen sowie Obst und Gemüse gezielt als drittes Standbein weiterentwickelt. Ein Beispiel dafür sind die Value Added Services, die von der Fresh Logistics System GmbH (FLS), dem Experten für sensible, temperaturgeführte Transporte in der Landgard-Gruppe, als Mehrwerte entwickelt werden. Als Warenlieferant und Dienstleister für die gesamte Prozesskette werden Landgard und die FLS Lösungen aus einer Hand entwickeln und bisher separate Informationsflüsse zu einem einheitlichen Managementprozess zusammenführen. Die Vorteile dieser Value Added Services bestehen für die Kund*innen vor allem in der Reduzierung von Ansprechpartner*innen und der integrierten Beschaffung, Belieferung und Prozesskontrolle aus einer Hand. Dabei können die Dienstleistungen individuell auf die spezifischen Anforderungen der Kund*innen angepasst werden.

Quelle: Landgard

Veröffentlichungsdatum: 15.03.2021

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