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AMI Obstanalyse: Corona verstärkt Witterungseffekte

11. Januar 2021

Frostnächte im April und Mai führten im Erntejahr 2020 zu immensen Ausfällen bei Sommerobst. Die Preise zogen deutlich an. Auch in den typischen Zufuhrländern wie Spanien und Italien fiel die Steinobsternte 2020 kleiner aus. Das machte sich preislich deutlich bemerkbar, so die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI). Verstärkt wurde dieser Effekt dadurch, dass die privaten Verbraucher mehr frisches Obst gekauft haben, um damit in Corona-Zeiten etwas für ihre Gesundheit zu tun.

Bildquelle: Shutterstock.com Erdbeeren
Bildquelle: Shutterstock.com

Wie in den zurückliegenden Jahren wurde die Obsternte in Deutschland auch 2020 maßgeblich durch die Witterung beeinflusst. Vor allem die Fröste im Frühjahr führten zu erheblichen Ernteausfällen speziell bei Sommerobst. Die Ernte fiel entsprechend klein aus. Das trieb die Preise. Zumal regionales Obst beim Konsumenten immer beliebter wird. Dazu fehlte es an Alternativen, denn auch in anderen EU-Ländern standen durch Fröste und andere Witterungseinflüsse kleinere Mengen zur Verfügung. Zu spüren war das insbesondere bei Steinobst. Die Preise, vor allem in den Sommermonaten, waren hoch. Davon profitierte das im Herbst einsetzende Kernobst, heißt es.

Beeren-Boom hält an

Der Beeren-Boom in Deutschland hält an. Allerdings wird er bei Strauchbeeren – die bislang Hauptwachstumsmotor waren – in erster Linie durch steigende Importe getrieben. Die Ernte in Deutschland war 2020 etwas kleiner als im Vorjahr, und auch die Importe sind nicht mehr so stark gestiegen wie in den Jahren zuvor. Erdbeeren, die in den vergangenen Jahren eher die Verlierer im Beerensortiment waren, wurden 2020 wieder stärker nachgefragt. Vor allem die Einkaufsstätten außerhalb des Lebensmitteleinzelhandels konnten während des ersten Lockdowns punkten. In der Produktion hält der Trend hin zum geschützten Anbau an.

Geringere Versorgung mit Kernobst

Die Kernobsterzeuger in Europa gingen 2020 mit deutlich geringeren Lagermengen in das Jahr. Die Ernte 2019/20 war eine der kleinen Ernten des vergangenen Jahrzehnts. Die zu Beginn der Corona-Zeit stärkere Nachfrage nach klassischen Artikeln mit höherer Haltbarkeit, kam den Äpfeln zugute. Damit setzte ein Anstieg der Erzeugerpreise ein. Auch für 2020/21 wurde im August eine erneut kleine Ernte für Europa vorhergesagt, allerdings nur für Äpfel. Alle europäischen Anbauregionen meldeten mehr oder weniger starke Ertragsausfälle, die überwiegend aus Frühjahrsfrösten resultieren.

Zitrusfrüchte profitieren von der Pandemie

Zu Beginn der Corona-Pandemie, stieg die Nachfrage nach klassischen Vitamin-C-Lieferanten. Im März/April 2020 wurden trotz enger Warenverfügbarkeit 15 % mehr Zitrusfrüchte eingekauft als im Vorjahr. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an die europäische Saison 2020/21, die im Oktober startete. Die ersten Wochen brachten zunächst auch noch eine starke Nachfrage, die dann aber stagnierte. Vor allem für Easy Peeler rutschten die Preise ab. Immerhin übertrifft die spanische Zitrusernte 2020/21 nach Schätzung des spanischen Landwirtschaftsministeriums das langjährige Mittel um 5 %. Gerade die Ernte der Easy Peeler wird überdurchschnittlich eingeschätzt.

Nach vorläufigen Angaben haben die privaten Verbraucher in Deutschland 2020 etwas mehr frisches Obst gekauft als im Jahr zuvor, mussten dafür aber deutlich mehr Geld ausgeben. Die Corona-Pandemie wird uns auch 2021 noch längere Zeit beschäftigen. Ob es langfristige Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten gibt, wird sich erst im Jahresverlauf zeigen. Mit den Analysen der AMI Marktexperten bleiben Sie stets auf dem Laufenden.

Weitere Informationen.

Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 07.01.2021)
 

Veröffentlichungsdatum: 11.01.2021

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