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BLE-Marktbericht: Äpfel - Bedarf hauptsächlich mit Zufuhren aus Übersee gedeckt

23. Juli 2020

Der Verkaufszeitraum alterntiger Chargen stand vor dem Abschluss; es waren nur noch wenige inländische Elstar, Jonagold und Jonagored zu finden. Die neue Kampagne startete in einem geringen Umfang: Deutsche Arkcham, Sommerregent, Galmac und Summerred sowie französische Jerseymac trafen ein.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
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Der Bedarf wurde aber hauptsächlich mit Zufuhren aus Übersee gedeckt: In diesem Segment dominierte Neuseeland mit Royal Gala, Braeburn, Pink Lady und Jazz.

Aus Chile stammten Pink Lady und Royal Gala. Südafrikanische Pink Lady und Kanzi rundete die Warenpalette ab. Infolge einer stabilen Nachfrage veränderten sich die Bewertungen nicht wesentlich. Lediglich örtlich kam es zu leichten Vergünstigungen aufgrund einer zu schwachen Beachtung.

Birnen
Südafrika prägte mit Packham`s Triumph, Forelle und Abate Fetel das Geschehen. Chile beteiligte sich vorrangig mit Abate Fetel und Forelle an der Vermarktung. Argentinische Abate Fetel und Packham`s Triumph ergänzten. Das Interesse war nicht besonders stark und konnte daher ohne Probleme gestillt werden. Man verzeichnete in der Regel konstante Preise. Die europäische Saison begann mit kleineren Ankünften: Aus Italien wurden Carmen angeliefert, aus Spanien Ercolina und aus Frankreich Dr. Jules Guyot. Hinsichtlich ihrer Güte hatten die Früchte aber Luft nach oben, sodass ihre Unterbringung nicht ohne Schwierigkeiten verlief. Mit einer Ausdehnung der europäischen Abladungen wird schon in der 30. KW gerechnet, unter anderem sollen italienische Santa Maria und Carmen vorrätig sein. Türkische Etrusca spielten bloß in München eine komplettierende Rolle.

Tafeltrauben
Italien herrschte mit Victoria und Black Magic vor und stellte zudem einige weitere Varietäten wie Red Magic, Arra 30, Superior Seedless und erste Red Globe bereit. Aus Spanien kamen Sugraone, Superior Seedless und Ivory Seedless sowie Passion Fire, die in Frankfurt eine exklusive Qualität aufwiesen. Französische Prima trafen ebenso nur punktuell ein wie griechische Sugraone und Crimson Seedless. Der Abverkauf gestaltete sich relativ reibungslos. Die Notierungen veränderten sich kaum. Lediglich Chargen mit begrenzter Kondition mussten mit Vergünstigungen abgegeben werden. Letzte ägyptische Importe waren wesentlich billiger als die europäischen Partien, dennoch generierten sie nicht immer hinreichend Beachtung, sodass der Absatz örtlich ins Stocken geriet.

Erdbeeren
Deutschland dominierte augenscheinlich. Niederländische, belgische und polnische Abladungen hatten höchstens komplettierenden Charakter. Schlechtes Wetter führte einerseits zu einer eingeschränkten Güte sowie Nachfrage, andererseits verminderte sich die Verfügbarkeit. Die Preise strebten daher sowohl nach unten als auch nach oben. In München überzeugte die regionale Ware hinsichtlich ihrer Ausfärbung, sodass die Händler ihr Forderungen anhoben. Für regengeschädigte Produkte aus dem Rheinland mussten die Bewertungen hingegen gesenkt werden. In Berlin tauchten zum Wochenbeginn Rückläufer aus dem LEH auf, die auf eine schnelle Unterbringung drängten. Nachdem dies gelungen war, kletterten die Notierungen merklich nach oben.

Pfirsiche und Nektarinen
Spanische und italienische Abladungen dominierten, griechische und französische ergänzten das Angebot. Erste türkische Importe konnten hinsichtlich des Geschmacks nicht vollends überzeugen. Die Vermarktung verlief wechselhaft: Einerseits aufgrund einer schwachen Nachfrage und einer uneinheitlichen Güte sehr langsam, andererseits wegen des Sommerwetters aber auch ziemlich schnell. Französische Produkte mit exklusiven organoleptischen Eigenschaften waren teuer und daher nicht immer für die Kunden attraktiv. Die Notierungen tendierten meistens abwärts. Bloß eine verminderte Bereitstellung stützte die Bewertungen ein wenig. Allerdings waren punktuell Früchte mit konditionellen Mängeln zu sehen, die die Preise beeinträchtigten.

Zitronen
Südafrikanische, spanische und argentinische Partien teilten sich die Geschäfte untereinander auf. Spanische Verna gab es in einem größeren Umfang nur in München, ansonsten komplettierten sie eher die Warenpalette. Sie waren in der Regel teurer als die Konkurrenz, weshalb sich die günstigeren Chargen aus Südafrika und Argentinien in den Vordergrund schoben. Der Bedarf konnte ohne Schwierigkeiten gedeckt werden. Dies führte zu konstanten Bewertungen. In München trafen aus Spanien neben Verna auch unengrünte Verdelli ein.

Bananen
Die Lage wird sich in den Sommerwochen kaum ändern. Die Nachfrage bewegte sich auf einem niedrigen Niveau. Frisches saftiges Obst stand im Fokus der Kunden. Die Ferienzeit sorgte zusätzlich für eine Entschleunigung der Abnahme. Vielfach hatten die Vertreiber die Bereitstellung jedoch genügend auf das unaufgeregte Interesse abgestimmt und vermochten somit ihre Forderungen weitgehend stabil zu halten. Manchmal war der Zugriff aber derart vermindert, dass man für das gesamte Sortiment Vergünstigungen gewähren musste. Örtlich galten diese Verbilligungen lediglich für die Erstmarke und die Drittmarken. Lokal konnten Erzeugnisse aus Ghana sehr preiswert angeboten werden.

Salat
Generell herrschten die deutschen Zufuhren vor. Bei Eissalat ergänzten niederländische, bei Endivien und Kopfsalat belgische Zuflüsse in einem kleinen Rahmen das Geschehen. Die Geschäfte verliefen ohne spezielle Vorkommnisse. Die Nachfrage war nicht besonders stark ausgeprägt, Covid 19 beeinträchtigte die Vermarktung scheinbar weiterhin: Gastronomie, Großküchen und Caterer fehlten als Abnehmer. Die Notierungen hatten sich in den Vorwochen schon auf einem niedrigen Niveau angesiedelt und blieben deswegen meist stabil. Ab und an senkten die Vertreiber aber auch ihre Forderungen, um Bestände zu vermeiden. Die Bereitstellung inländischer Bunter Salate harmonierte mit dem Interesse und die Bewertungen veränderten sich kaum. In Hamburg verteuerten sich am Montag die deutschen Endivien etwas.

Gurken
Einheimische Chargen dominierten und wurden von niederländischen und belgischen flankiert. Die Versorgung schränkte sich ein. Damit einher gingen Verteuerungen, die oftmals alle Herkünfte betraf. Während die anziehenden Preise in Frankfurt und München keine Auswirkungen auf den Verkauf hatten, griffen die Kunden in Hamburg merklich weniger zu. Also mussten in der Hansestadt Verbilligungen her, um eine Räumung zu erzielen. In Berlin waren Werbeaktionen des LEH, die für eine Verknappung der Mengen am Platz sorgten, für ansteigende Bewertungen verantwortlich. Minigurken stammten aus Deutschland und den Niederlanden. Bei einem unaufgeregten Handel verharrten deren Notierungen häufig auf bisherigem Niveau. Bloß in Hamburg kletterten sie leicht nach oben.

Tomaten
Das Sortiment setzte sich vorrangig aus niederländischen und belgischen Anlieferungen zusammen. Bei den Kirschtomaten gesellte sich Italien hinzu, bei der Rispenofferten Deutschland. Polnische und spanische Abladungen entdeckte man nur punktuell. Die Verfügbarkeit genügte, um die Nachfrage zu befriedigen. Das Interesse war durchaus freundlich. Die Notierungen tendierten meist nach oben, in Hamburg wegen einem verminderten Angebot. In München zeigten die Preise erst nach oben, nachdem ältere Bestandsware abgewickelt werden konnte. In Frankfurt waren Kirschtomaten recht billig, sodass ihr Umschlag problemlos verlief.

Gemüsepaprika
Niederländische Zuflüsse herrschten vor, belgische ergänzten. Aus der Türkei stammten vorrangig grüne Produkte, aus Spanien rote und gelbe. Der Anteil deutscher Chargen war eingeschränkt, diese überzeugten bezüglich ihrer Güte aber vollends. 12,- bis 13,- € sollte man in Frankfurt je 3-kgMehrwegsteige bezahlen. Generell stiegen die Notierungen im Vergleich zur Vorwoche an. In Hamburg stagnierten am Freitag daraufhin die Geschäfte, sodass es wieder zu Verbilligungen kam. Türkische Importe vergünstigten sich in Frankfurt ein wenig.


Weitere Informationen
Frankfurt
Für diesen frühen Zeitpunkt war das Interesse an Pflaumen, Ersinger Frühzwetschgen, Katinka, Cacaks Schöner, Hanka und Pitestean, schon befriedigend. Da wunderte es nicht, dass es die Türkei mit President, Serbien mit Cacaks Frühe und Italien mit Cacaks Schöne ebenso versuchten. Auch die diversen runden Pflaumen aus Europa fanden schnell Abnehmer. Bei den Orangen komplettierten südafrikanische Cara Cara und Red Valencia in Größe 4 das Sortiment. Mit Bahianha aus Südafrika traf eine neue Varietät ein, die stetig räumte. Himbeeren und Brombeeren waren an manchen Tagen knapp und verteuerten sich daher. Heidelbeeren wurden hingegen sehr üppig angeliefert. Erste grüne Feigen aus der Türkei kosteten stolze 14,- € je 14er-Aufmachung. Deutscher Brokkoli ließ optische Wünsche offen, deswegen stand italienischer und niederländischer hoch im Kurs. Einheimischer Lauch blieb übersichtlich vorrätig und die Preise mit bis zu 2, € je kg ambitioniert. Belgische und niederländische Ware gab es als etwas günstigere Alternative. Rote Beete aus neuer Ernte wurde zu 4,- bis 5,- € je 5-kg-Steige gerne gekauft. Die Abwicklung von losen Möhren verlief trotz hoher Forderungen flott. Die Direktvermarkter von deutschen Haushaltszwiebeln verringerten ihre Aufrufe auf 14,- bis 16,- € je 25 kg.
Hamburg
Pflaumen, regionale Katinka und Cacaks Schöne sowie hell- und dunkelschalige Importe aus Spanien und Italien, wurden witterungsbedingt eher wenig nachgefragt. Eine begrenzte Bereitstellung verhinderte Vergünstigungen. Zwetschgen aus Mazedonien wussten in Sachen Aussehen und Geschmack zu gefallen. Nach der Herabstufung der Preise am Wochenbeginn verbuchten Satsumas aus Peru einen flüssigeren Absatz. Melonen aus dem Süden Europas erzielten zwar eine gute Leerung, jedoch machte die reichliche Auswahl einem erhofften Aufschlag einen Strich durch die Rechnung. Deutscher Brokkoli verteuerte sich. Osteuropäische Pfifferlinge konnten nur geputzt ihre bisherigen Bewertungen bestätigen.
München
Bei Himbeeren und Brombeeren sorgten eingeschränkte Zufuhren und eine dank sommerlicher Temperaturen freundliche Beachtung für angestiegene Preise. Auch Stachelbeeren und Johannisbeeren konnten von der positiven Nachfrage profitieren und verzeichneten relativ hohe Notierungen. Wassermelonen fanden ebenso Abnehmer wie italienische Feigen. Die Bewertungen von Buschbohnen und Stangenbohnen glitten langsam ab. Das inländische Angebot an Möhren wuchs an und verdrängte das italienische. Die Saison von südeuropäischen Auberginen und Zucchini neigte sich ihrem Ende entgegen. Noch frühzeitiger als in den Vorjahren trafen Hokkaido-Kürbisse und Zuckermais aus Deutschland ein.
Berlin
Der Umschlag von Wassermelonen unterlag wetterinduziert großen Schwankungen. Spanische Chargen dominierten und wurden zu 0,80 bis 1,40 € je kg abgeben. Das türkische Pendant wickelte man teilweise zu 0,20 € je kg ab. Reichlich vorhandene Pfifferlinge aus Weißrussland, Litauen und Polen präsentierten sich in allen Qualitäten. Gourmetware kostete mit maximal 9,- € je kg recht wenig und einfache Sortierungen bloß 5,- € je kg, denn die polnische Ernte war schlicht zu üppig und festere Bewertungen daher nicht durchsetzbar.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 29/ 20
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Veröffentlichungsdatum: 23.07.2020

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