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CSO Italy/Bruni äußert sich: "Coronavirus-Alarm für italienische O&G-Exporte völlig ungerechtfertigt"

28. Februar 2020

„Wir laufen Gefahr, dass sich der Vertrieb auf eine absolut unmotivierte Weise anderen Produktionsländern zuwenden kann, wobei Italien das Risiko hat, unsere Marktanteile zu verlieren. Wir reden etwa über 3,6 Millionen Tonnen Obst und Gemüse für einen Gesamtwert von rund 4 Milliarden EUR, die auf keine Weise mit dem Virus in Verbindung gebracht werden können, über das aktuell jeder spricht“, erklärte der Präsident des CSO Italy, Paolo Bruni.

Foto © CSO Italy
Foto © CSO Italy

In der Pressemitteilung von CSO Italy heißt es, dass einige Ketten des europäischen Einzelhandels in der Tat in großem Umfang um Garantien bitten, dass italienische Produkte sicher und kontrolliert sind.

„Zu viel unmotiviertes Verhalten in Verbindung mit dem Coronavirus-Notstandsrisiko hat leider auch eine wesentliche Auswirkung auf die Aktivitäten der Unternehmen in dem Obst- und Gemüsesektor. Italien setzt aktuell all die notwendigen Maßnahmen für den Schutz der öffentlichen Gesundheit mit dem Ziel um, die Infektion zu begrenzen. Jedoch sind größere Koordination und korrekte und transparente Kommunikation notwendig, um das Problem an die richtige Stelle zu bringen.“

Das sind die Worte von Paolo Bruni, auch im Namen der Mitglieder, im Licht einiger unfassbarer Haltungen, die riskierten und vielleicht noch zu riskierenden, negativen Folgen sogar für den internationalen Export und Obst- und Gemüsehandel zu haben.

Zu fragen, ob italienische Produkte sicher und kontrolliert sind, ist eine Haltung, die frei von jeder plausiblen Motivation ist, wie Experten bestätigen. Insbesondere erklärte der Virologe Massimo Andreoni, Professor für Infektionskrankheiten an der Tor-Vergata-Univerisität von Rom und wissenschaftlicher Direktor der italienischen Gesellschaft für Infektions- und Tropenkrankheiten, einer der führenden italischen Experten zu dem Thema, das Virus kann nicht durch Objekte, Produkte und Oberflächen übertragen werden: „Das Virus kann nicht lange außerhalb menschlicher Zellen überleben und aggressiv bleiben, wenn es sich auf Oberflächen befindet. Wenn es in der Umwelt ist, verliert es seine infektiöse Kraft und wird praktisch harmlos.“

„An der Transport- und Logistikfront schaffen die Entscheidungen der benachbarten Länder große Unsicherheit, weil sie unserem System nicht erlauben, Lieferungen mit der Sicherheit zu organisieren, damit die Waren ihr Ziel erreichen können. Starker diplomatischer Druck ist somit notwendig, sodass Italien nicht von dem Rest Europas isoliert bliebt“, betonte der Präsident von CSO Italy.

„Es gibt auch kritische Punkte für die Arbeitskräfte: eine große Anzahl ausländischer Landwirtschaftsarbeiter zieht sich nun zurück, die in ihr Herkunftsland zurückkehren aus Angst, dass die Gesundheitsbehörden dies in Kürze nicht mehr gestatten könnten.“

„Es ist für den gesamten Wirtschaftsteil notwendig, eine Kommunikationsstrategie zu definieren, die zum Ziel hat aufzuklären, dass das, was in unserem Land wirklich passiert, das Ergebnis einer besonders weitverbreiteten Überwachungsaktivität mit dem Ziel ist, das Problem bei den Ausbrüchen, sofern sie entdeckt wurden, einzudämmen, und dass die italienischen Produkte sicher sind und kein Überträger für die Verbreitung des Virus sein können. Das italienische Kontrollsystem gehört jedoch zu den besten der Welt und hat die sichersten Produkte“, sagte Bruni abschießend.

CSO Italy

Veröffentlichungsdatum: 28.02.2020

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