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BLE-Marktbericht KW 7/ 20 Berlin: Zahlreiche Wochenmärkte wurden wegen Sturmtief Sabine geschlossen

20. Februar 2020

Birnen: Italienische Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ dominierten das Geschehen. Aus Europa stammten überdies noch Conference aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland. Einheimische Xenia und Alexander Lucas sowie italienische Boscs Flaschenbirne rundeten das Angebot ab. Aus Portugal kamen in sehr geringen Mengen Rocha. Türkische Santa Maria verloren an Bedeutung. Die Zufuhren aus Übersee dehnten sich augenscheinlich aus: Auf Williams Christ, unter ihrem Synonym Bon Chretien gehandelt, sowie auf Rosemarie aus Südafrika konnte immer häufiger zugegriffen werden. Außerdem traten in Frankfurt erste Flamingo gleichen Ursprungs auf. In Berlin wurden mittlerweile chilenische Carmen abgeladen, die 26,- € je 10-kg-Steige mit 55 Stück kosteten. Die Chargen aus Übersee konnten hinsichtlich ihrer Ausfärbung nicht befriedigen. Daher stießen sie auch nicht ausnahmslos auf eine freundliche Beachtung. Die europäischen Artikel waren zudem günstiger, sodass deren Abverkauf recht glatt vonstattenging. Die Bewertungen veränderten sich dabei nicht wesentlich.

Tafeltrauben
Südafrikanische Offerten prägten die Geschäfte: Thompson Seedless, Sugraone und Crimson Seedless herrschten vor. Peru beteiligte sich unter anderem mit Red Globe und Sugraone. In Frankfurt wickelte man erste Sweet Globe zu 20,- bis 22,- € je 4,5-kg-Karton ab. Importe aus Namibia waren kaum zu finden. In München tauchten Arra 15 aus Brasilien auf. Indische Zuströme flossen direkt in den LEH und berührten weder den Hamburger noch den Münchener Markt. Das Interesse war nicht besonders lebhaft. Eine reduzierte Bereitstellung sicherte in der Regel jedoch konstante Notierungen. Ab und an tendierten diese sogar aufwärts. So verteuerten sich in Köln südafrikanische Sugraone. In Frankfurt zeigte der Trend für die südafrikanischen Produkte generell nach oben.

Orangen
Bei den Blondorangen konnte vorrangig auf Navelina aus Spanien zugegriffen werden. Lane Late, Salustiana und Navelate gleicher Herkunft ergänzten den Handel. Valencia Late aus Ägypten, Washington Navel aus der Türkei sowie Navel aus Griechenland und Italien rundeten die Warenpalette ab. Marokkanische Chargen waren selten. Bei den Blutorangen gab es hauptsächlich Moro und Tarocco aus Italien. Das schlechte Wetter wirkte sich positiv auf den Absatz aus: Der Umschlag beschleunigte sich. Die Notierungen blieben aber trotzdem meist stabil. Verschiedentlich etablierten sich auch leichte Verbilligungen, so etwa in Hamburg, wo sich schwach beachtete Blutorangen insgesamt vergünstigten. In Berlin wurden rotfleischige Kirkwood Red Navel untergebracht: 8,50 € je 8 kg sollten die Kunden dafür bezahlen.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Die regnerische und stürmische Witterung intensivierte die Verkäufe der überwiegenden spanischen Clemenvilla und israelischen Orri. Ein breitgefächertes Sortiment stand bereit, in dem spanische Nadorcott, Hernandina, Murcott und Tango das Fundament bildeten. Marokkanische und türkische Zufuhren spielten eine größere, ägyptische und italienische eine eher minimale Rolle. Die Verfügbarkeit genügte, um den Bedarf ohne Schwierigkeiten zu befriedigen. Vor dem Wochenende verstärkte sich die Nachfrage. Dennoch konnten Vergünstigungen nicht immer vermieden werden, sofern die Vertreiber Überhänge vermeiden und eine Räumung forcieren wollten. In München verteuerten sich derweil am Montag türkische Murcott recht deutlich, da zum einen die Präsenz dieser Varietät abnahm und zum anderen die organoleptischen Eigenschaften merklich überzeugten. Israelische Orri wiesen einen hohen Saftgehalt und einen hervorragenden Geschmack auf und befanden sich daher an der Preisspitze.

Zitronen
Spanische Primofiori herrschten wie zu diesem Saisonzeitpunkt üblich vor. Türkische Enterdonato komplettierten die Produktpalette mit ziemlich spärlichen Mengen. Die Qualität ließ kaum Wünsche offen. Ein unaufgeregter Verkauf und ein ohne Probleme gestilltes Interesse sorgten für konstante Bewertungen. Nur örtlich kam es aufgrund einer angewachsenen Bereitstellung zu Verbilligungen. In München trafen die spanischen Offerten regelmäßiger als zuvor ein und die Notierungen bröckelten ab.

Bananen
Die Unterbringung verlief fortwährend in ruhigen Bahnen. Die Zufuhren aus den Reifereien hatte man aber ganz gut auf die halbwegs passablen Absatzmöglichkeiten abgestimmt. Daher vermochten die Händler ihre Forderungen für gewöhnlich für das gesamte Sortiment auf dem bisherigen, recht hohen Niveau zu fixieren. Verschiedentlich näherten sich die Bewertungen der Drittmarken denen der Zweitmarken merklich an, sodass letztere verstärkt in den Fokus der Kunden gerieten. Lokal konnte man für die Drittmarken, die aus Costa Rica und Panama zuflossen, leichte Verteuerungen etablieren. Der Abnahme von Bio-Bananen blieb hinter den Erwartungen zurück.

Salat
Eissalat stammte ausschließlich aus Spanien. Die Verfügbarkeit hatte sich verstärkt, das Interesse hingegen nicht wesentlich. Also sackten die Notierungen ab. Eine Räumung gelang dennoch nicht immer. In Berlin beeinträchtigten Rückläufer aus dem LEH die Unterbringung am Platz, selbst zu niedrigen 4,- € je 10er-Steige wollte ein Abverkauf nicht reibungslos klappen. Den Bedarf an Kopfsalat konnten die italienischen und belgischen Erzeugnisse befriedigen. Aufgrund uneinheitlicher Kopfgewichte war mancherorts eine weite Preisspanne zu verzeichnen. Dank einer durchaus freundlichen Nachfrage gestaltete sich der Umschlag recht positiv. In Hamburg sollten die Kunden bis zu 12,50 € je 12erVerpackung bezahlen. Bunte Salate kamen aus Frankreich und Italien. Die Güte ließ nur selten Wünsche offen. Trotzdem tendierten die Bewertungen ab und zu nach unten, da der Zuspruch zu gering und die Bereitstellung zu üppig ausfiel. Lediglich in Berlin verteuerten sich die italienischen Chargen etwas. Bei Feldsalat dominierten Belgien und Deutschland während Italien und Frankreich die Szenerie ergänzten. Wegen eines kontinuierlichen Absatzes waren stabile Forderungen seitens der Händler an der Tagesordnung.

Gurken
Bei den Schlangengurken prägten spanische und griechische Partien die Szenerie. Die Niederlande und Belgien beteiligten sich in einem größeren Rahmen an den Geschäften. Dies hatte unmittelbar Auswirkungen auf die Notierungen, denn diese bröckelten auf breiter Front ab. Zudem wiesen einige Offerten aus Spanien und Griechenland qualitative Mängel auf, was die Abwicklung verlangsamte. Die Vermarktung erfolgte in ruhigen Bahnen. In München tauchten in sehr spärlichen Mengen erste einheimische Artikel in Poolsteigen auf. Bei den Minigurken herrschten Spanien und die Niederlande vor. Auch in diesem Segment trafen erste inländische Zuflüsse ein. Die Bewertungen zeigten generell einen abwärts gerichteten Trend, da die Zuströme zu umfangreich waren. Die reduzierten Preise beschleunigten den Verkauf.

Gemüsepaprika
Spanische Partien dominierten vor türkischen und marokkanischen. Die Geschäfte gestalteten sich ohne besondere Vorkommnisse. Gelbe Offerten verteuerten sich manchmal, während sich die grünen und roten örtlich verbilligten. Die Qualität ließ hier und da Wünsche offen, sodass sich eine weite Preisspanne etablierte. In Hamburg stiegen die Notierungen von dem gesamten Sortiment an, da die Zuströme zu spärlich ausfielen und die durchaus freundliche Nachfrage nicht gänzlich befriedigt werden konnte. In Frankfurt verkaufte man die marokkanischen Artikel recht schnell, da sie günstig waren. In Berlin erhöhten die Vertreiber im Wochenverlauf ihre Forderungen für die türkischen Chargen ziemlich massiv, was die Abwicklung aber selten bremste


Weitere Informationen
Frankfurt
Per Flugzeug eingeführte australische Kirschen mit 32 mm+ sollten 28,- bis 30,- € je kg kosten. Für neuseeländische Aprikosen verlangte man 40,- € je 3-kg-Karton. Exklusive Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren konnten im Preis zulegen. Am Donnerstag startete die Saison von weißem Spargel mit 20 bis 28 mm aus niederländischen Glashäusern zu 14,- € je kg. Am Freitag gab es zudem griechische violette Produkte zu 7,50 bis 8,- € je kg. Erster niederländischer Rhabarber wurde zu 18,- bis 22,- € je 6-kg-Karton umgeschlagen. Die Notierungen von grünen Zucchini sanken deutlich. Für niederländische Auberginen mit 175 bis 225 g sollte man maximal 11,50 € je 5-kg-Karton bezahlen. Belgische Importe traten ab Donnerstag zu 10,- € je 5 kg auf. Bei Haushaltszwiebeln tauchten erste niederländische Offerten zu mindestens 10,- € je 25-kg-Sack auf. Bei spanischen Gemüsezwiebeln verhinderten innere Mängel teilweise bessere Absätze.
Hamburg
Kiwis aus dem Mittelmeerraum trafen nachfragegerecht ein und ihre Preise blieben konstant. Lose deutsche Speisemöhren verteuerten sich im oberen Markenbereich. Gemüsezwiebeln aus Spanien und Haushaltsware aus dem Inland mit äußerlich einwandfreier Beschaffenheit kosteten so viel wie zuvor. Die Notierungen von Ingwer aus Brasilien und Thailand kletterten aufwärts. Ersten weißen Spargel aus Griechenland brachte man zu 10,- € je 5-kg-Körben unter.
Köln
Das bisher dominierende spanische Angebot an Erdbeeren ergänzten in einem geringen Umfang niederländische Offerten. Das gesamte Obst- und Gemüsesortiment wurde eher in einem begrenzten Rahmen beachtet.
München
Aus Italien und Spanien flossen üppige Mengen an Erdbeeren zu. Die vor dem Valentinstag verbesserte Nachfrage sorgte für stabile bis leicht festere Notierungen. Bei Himbeeren blieb die große Preisdifferenz zwischen portugiesischen und kleinfallenden spanischen Artikel bestehen. Für südafrikanisches Steinobst intensivierte sich das Interesse nur marginal; chilenische Süßkirschen liefen bereits aus. Marokkanische Buschbohnen und Stangenbohnen sowie ägyptische Buschbohnen wurden mit konstanten Bewertungen umgeschlagen. Kürbisse verteuerten sich zum Kampagnenende. Auberginen und Zucchini vergünstigten sich kontinuierlich. Erster Spargel aus Griechenland traf ein.
Berlin
Aufgrund von den Gefährdungen durch das Sturmtief Sabine wurden zahlreiche Wochenmärkte zum Teil bis zum Mittwoch geschlossen. Das wirkte sich insbesondere auf die Absätze am Dienstag recht extrem aus, da kaum Kunden am Markt erschienen. Das Geschäft reduzierte sich damit auf die Gastronomie, die ihrerseits auch nicht viele Besucher erwartete. Erstaunlicherweise kamen am Montag doch noch ziemlich viele Käufer, um sich mit frischer Ware zu bevorraten. Vermutlich hatte man mit Lieferengpässen in den folgenden Tagen gerechnet, die indes nicht eintraten.


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 7/ 20
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Veröffentlichungsdatum: 20.02.2020

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