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Bio und fair ein gutes Team: TransFair e.V. auf der Biofach in Nürnberg

12. Februar 2020

Das gute Gewissen rückt beim Lebensmittelkauf immer stärker in den Fokus von Verbrauchern – das beweisen die seit Jahren steigenden Bio-Umsätze. Auch faire Lebensmittel werden immer stärker nachgefragt: 2018 stieg der Umsatz mit fair gehandelten Produkten um 22 Prozent.

Foto © TransFair e.V.
Knapp 60 Prozent der Fairtrade-Lebensmittel tragen neben dem klassischen Fairtrade-Siegel auch ein Bio-Siegel. Foto © TransFair e.V.

„Wer Mensch und Natur schützen möchte, greift zu Produkten, die bio und fair sind“, sagte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland). Wie vielfältig die Produktauswahl ist, können Besucherinnen und Besucher vom 12. bis zum 15. Februar auf der Biofach entdecken. Neben Fairtrade-Partnern präsentieren sich dort Vertreter der drei Fairtrade-Produzentennetzwerke aus Afrika, Asien sowie Lateinamerika. Am Fairtrade-Stand 7-740 erklären sie, wie Fairtrade Kleinbauern bei der Umstellung auf eine ökologische Landwirtschaft unterstützt und welche vielfältigen Vorteile Bio-Anbau hat.

Bio und fair

Knapp 60 Prozent der Fairtrade-Lebensmittel tragen neben dem klassischen Fairtrade-Siegel auch ein Bio-Siegel. Bei Kaffee liegt der Bio-Anteil sogar bei 76 Prozent, bei Tee sind es 86 und bei Kaltgetränken wie Eistees oder Limonaden gar 93 Prozent. Allein im vergangenen Jahr gab es über 320 neue faire Bio-Artikel. Einer von ihnen ist der Biophar Honig, den es seit neuestem auch in fairer Bio-Qualität gibt.

Vorteile für Verbraucher und Produzenten

Neben gesundheitlichen Vorteilen für Mensch und Natur gibt es marktwirtschaftliche Gründe, die für eine faire und ökologische Landwirtschaft sprechen: „Die Bio-Zertifizierung hat uns einen Zugang zum Markt verschafft. Fairtrade wiederum hat uns geholfen, auf dem Markt zu bestehen. Wenn sich der Welthandel schlecht entwickelt und die Preise sinken, sichert der Fairtrade-Mindestpreis die Kosten einer nachhaltigen Produktion“ erklärte Muniraju K Shivanna von der indischen Fairtrade-Zuckerkooperative Sangha Niyamit.

Fairtrade häufig der erste Schritt auf dem Weg zum Bio-Anbau

Häufig ist Fairtrade der erste Schritt auf dem Weg zum Bio-Anbau. Da eine Bio-Zertifizierung während der Umstellung mit vielen Kosten und Ernteeinbußen verbunden ist, sichern der Fairtrade-Mindestpreis und die Prämie die Produzenten ab. So erhalten sie in der Zeit des Übergangs stabile Preise für ihre Produkte. Darüber hinaus decken die strengen Fairtrade-Standards bereits eine ganze Reihe der Bio-Kriterien ab. Eine Umstellung ist daher oft der logische nächste Schritt auf dem Weg zu einer noch nachhaltigeren Produktion.

Trotz dieser vielen Vorteile ist ein ökologischer Anbau nicht für alle Kleinbauern möglich. „Teilweise verhindern Bodenqualität und Klima eine Umstellung. In vielen Regionen bedeutet eine faire konventionelle Landwirtschaft bereits einen großen Schritt zu mehr Nachhaltigkeit für Mensch und Natur“, betonte Dieter Overath. Fairtrade versteht sich als entwicklungspolitischer Ansatz und damit als offenes System. Eine Beschränkung auf Bio-Landwirtschaft würde zudem viele Menschen vom Markt ausschließen.

Fairtrade auf der Biofach: Halle 7, Stand 7-740

Quelle: Verein TransFair e.V.

Veröffentlichungsdatum: 12.02.2020

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