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Brandenburger Obstbau formuliert Erwartungen an die Politik

Produktionssicherung muss oberste Priorität haben
10. Februar 2020

Als Ergebnis des Obstbautages am 30.01.2020 in Neu-Seddin fasste Thomas Bröcker für die Fachgruppe Obstbau im Gartenbauverband Berlin-Brandenburg e.V. die Erwartungen der brandenburgischen Obstbaubetriebe zusammen. Nicht nur die regionale Herkunft von Obst, sondern auch der prägende Beitrag von Obstanlagen im Landschaftsbild stünden nach wie vor an oberster Stelle der Verbrauchergunst.

Bildquelle: Shutterstock.com Obst
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Um den Erhalt der noch vorhandenen Betriebsstrukturen zukünftig zu sichern und auszubauen, bedarf es eines engen Zusammenspiels von Politik, Wissenschaft und der obstbaulichen Praxis. Sowohl die Verbrauchernachfrage als auch das Agieren der ansässigen Erzeugerorganisationen in Brandenburg zeigen, dass derzeit weniger die Absatzstrukturen optimiert, sondern vielmehr v.a. die Obstbaubetriebe selbst in ihrer Handlungsfähigkeit gefestigt und zukunftsfähig gemacht werden müssten.

Als positiv werden die Schritte zur Wiederbelebung der Versuchsarbeit an der Obstbauversuchsstation Müncheberg beurteilt. Darüber hinaus wird die einzelbetriebliche Investitionsförderung mit der Förderung von Technik im Außenbereich, zur Bewässerung und für Maßnahmen zum Frostschutz als insgesamt positiv bewertet und von den Betrieben rege in Anspruch genommen.

Die neue Landesregierung will sich neben der Einführung eines Regionalsiegels, dass von den Obstbaubetrieben sehr begrüßt werde, auch dem verstärkten Ausbau der ökologischen Produktion bei Obst und Gemüse widmen.                                                                                    

Hierbei sollte allerdings beachtet werden, dass Umstellungen auch zukünftig der Königsweg gegenüber Neugründungen sein sollten. Als Grundlage hierfür müssten dann aber auch genügend viele starke IP-Betriebe (IP = Integrierte Produktion) vorhanden sein. Beim Apfel liegt Öko-Anteil bezogen auf die „Anbau“-Fläche schon jetzt bei 23 %. Problematisch sei aber, dass auf weniger als einem Viertel der Fläche überhaupt nennenswerte Mengen erzeugt werden. Die Obstbaubetriebe des Verbandes mahnen daher an, die Gestaltung verlässlicher Rahmenbedingungen für IP-Betreibe nicht aus den Augen zu verlieren.

Trotz vieler positiver Entwicklungen sei es dennoch nicht gelungen, nach den immensen Frostschäden des Jahres 2019 und mit der zweitschlechtesten Ernte nach der Wende überhaupt ein entsprechendes Hilfsprogramm zum Ausgleich der Schäden in Gang zu setzen. Der Erlösausfall von rund 3,8 Mio. EUR werde von den Brandenburger Obstbaubetrieben dringend für den Winterschnitt sowie für Betriebsmitteleinkäufe benötigt, um die Grundlagen für ein ertragreiches Jahr 2020 zu legen. Ein aufgegebener Betrieb werde in der Regel kein ökologischer, sondern verschwinde für immer von der Bildfläche.

Fachgruppenvorsitzender Thomas Bröcker betont darüber hinaus, dass Obstbau in Brandenburg in seiner jetzigen Form bereits jetzt gelebte Biodiversität sei. Zahlreiche Insektenarten fänden in den Dauerkulturen ihre Heimat, selbst auf der Roten Liste geführte Schmetterlingsarten seien in den Obstanlagen zu finden. Auch hier sieht Bröcker ein wichtiges Handlungsfeld für die neue Landesregierung darin, die Blühstreifenförderung für Dauerkulturanlagen zu ermöglichen. Das Blühstreifenprogramm solle nicht nur für die Landwirtschaft gelten, sondern auch für den Gartenbau zur Geltung und Anwendung kommen.

Quelle: Gartenbauverband Berlin-Brandenburg e.V.

Veröffentlichungsdatum: 10.02.2020

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