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BLE-Marktbericht KW 25 / 19

Äpfel: Erste neue Ernte an inländischen Mairac tauchten in Frankfurt auf

27. Juni 2019

Inzwischen bildeten eher die Importe aus Übersee als die europäischen Früchte die Basis des Sortimentes. Neuseeland herrschte dabei mit Braeburn, Elstar und Royal Gala vor. Chile schickte vorrangig Royal Gala und Pink Lady.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
Bildquelle: Shutterstock.com

In Hamburg trafen chilenische Cripps Pink ein, die wegen ihres niedrigen Preises direkt Zuspruch generierten. Aus Argentinien kamen hauptsächlich Pink Lady. Erste Granny Smith aus Südafrika in 12,5-kg-Kartons tauchten in Frankfurt auf.

Das europäische Angebot setzte sich insbesondere aus einheimischen Elstar und Pinova sowie italienischen Granny Smith und Golden Delicious zusammen. Erste neue Ernte an inländischen Mairac ergänzten in Frankfurt zu 0,90 € je kg. Einige deutsche Produkte verschwanden örtlich aus der Vermarktung, so etwa Boskoop in München oder Royal Gala in Frankfurt. Polen spielte einzig in Berlin mit Gala und Golden Delicious eine Rolle. Die Präsenz französischer Pink Lady schrumpfte.

Summa summarum verliefen die Geschäfte recht ruhig, denn Steinobst befand sich im Mittelpunkt des Interesses. Die Notierungen gerieten daher nicht wesentlich in Bewegung. Hier und da mussten aufgrund einer abschwächenden Kondition bei den europäischen Chargen Verbilligungen gewährt werden. Andererseits verteuerten sich aber auch manche Partien infolge verminderter Mengen.

Birnen
Chilenische und südafrikanische Abladungen dominierten, argentinische komplettierten. Die alte europäische Kampagne stand vor ihrem Ende. Letzte italienische Abate Fetel sowie niederländische und belgische Conference stießen kaum auf Beachtung. Dafür gewannen Sommerbirnen aus Italien an Bedeutung. Generell war der Bedarf begrenzt; er konnte ohne Anstrengungen befriedigt werden. Die Bewertungen verharrten in der Regel auf bisherigem Niveau. In München litten argentinische Packham`s Triumph unter organoleptischen Mängeln, sodass ihre Unterbringung nur mit Verbilligungen gelang. Und in Köln sanken die Preise der südafrikanischen Zufuhren.

Erdbeeren
Deutschland prägte fast monopolartig das Geschehen und drängte die wenigen griechischen und polnischen Zufuhren in den Hintergrund. Die Preisspanne weitete sich aus, denn einerseits waren organoleptisch mängelfreie Artikel knapp und somit teuer. So konnten Forderungen von 2,50 € je 500-gSchale durchgesetzt werden. Doch andererseits wurden auch Verkäufe zu 1,- € je 500 g beobachtet, denn die Güte ließ manchmal Wünsche offen. Zudem beeinträchtigten Rückläufer aus dem LEH die Unterbringung an einigen Plätzen. Summa summarum zeigten die Notierungen aber dank des sommerlichen Wetters und des Feiertages einen nach oben gerichteten Trend. Die sehr üppige Versorgung verhinderte indes explodierende Bewertungen, die Händler durften ihre Aufrufe also nicht übertreiben, wenn sie Bestände vermeiden wollten.

Aprikosen
Spanien dominierte vor Frankreich, Italien und der Türkei die Szenerie. Griechische und ungarische Partien ergänzten. Inländische Früchte litten unter Hautfehlern, schmeckten jedoch und kosteten in Frankfurt maximal 2,60 € je kg. Orangered aus Frankreich und Spanien befanden sich im Mittelpunkt und wurden flott umschlagen. Bei den Kunden waren vor allem größere Kaliber beliebt, kleinere entwickelten sich ab und an zum Ladenhüter. Hier und da traten Erzeugnisse auf, die wegen ihrer konditionellen Schwächen mit Vergünstigungen offeriert werden mussten. Das Interesse war aber im Prinzip durchaus freundlich, sodass die Bewertungen auch mal nach oben tendierten. Türkische Zuckeraprikosen, Sekerpare, intensivierten ihre Präsenz merklich und wurden lokal ab 13,- € je 4-kg-Karton angeboten.

Kirschen
Die Anlieferungen dehnten sich aus. Es waren viele europäische Länder am Geschehen beteiligt, vorrangig Spanien, die Türkei und Griechenland. Die Verfügbarkeit wuchs an. Speziell die Wichtigkeit der einheimischen Chargen weitete sich aus. Diese waren aber recht teuer, sodass ihre Unterbringung nur schleppend vonstattenging. Insgesamt verlief der Abverkauf in ruhigen Bahnen und auf einem gleichbleibenden Level. Italienische Ferrovia verloren an Bedeutung. Derweil sorgte das massive Ansteigen der spanischen Abladungen für Vergünstigungen, obwohl die Artikel einen großen Durchmesser aufwiesen. Türkische Napoleon wurden in München zwar kontinuierlich nachgefragt, dennoch bröckelten die Notierungen mengeninduziert ab. In Frankfurt kosteten die Importe aus der Türkei bloß 2,40 € je kg, trotzdem gelang eine Räumung der zu kleinen Produkte nicht. Griechische Zufuhren generierten in Frankfurt hingegen hinreichend Zuspruch, da sie ziemlich billig waren.

Salat
Bei Eissalat überwogen einheimische Chargen, niederländische und spanische ergänzten. Die Preise konnten ihr bisheriges Niveau nicht immer bestätigten. Aufgrund einer erweiterten Bereitstellung kam es nämlich zu Vergünstigungen. Das sonnige Wetter belebte insgesamt die Geschäfte, so wurden auch Kopfsalate stetig umgeschlagen. Diese stammten vorrangig aus Deutschland, Belgien rundete das Sortiment ab. Einheimische und belgische Endivien fristeten ein Schattendasein. Sie wurden aber trotzdem ohne besondere Schwierigkeiten platziert. Bunte Salate verbilligten sich zum Wochenende hin in Köln, da die Nachfrage zu schwach ausfiel. In Frankfurt räumten Lollo-Formen zu 4,50 € je 9erGebinde flott. In Hamburg trieb die sommerliche Witterung die Vermarktung an. Allerdings verhinderten dort zu üppige Mengen die angestrebten Verteuerungen.

Zitronen
Mit spanischen Verna waren die Plätze genügend versorgt. In München und Hamburg trafen argentinische Eureka ein, die aber an der Vormachtstellung Spaniens nichts ändern konnten. Bei einer höhepunktlosen Vermarktung blieben die Bewertungen oftmals auf dem vorherigen Level. Nur ab und an zogen sie leicht an, was den Umschlag indes nicht bremste.

Bananen
Der Markt gab sich unaufgeregt. Das war zum einen dem Saisonstand geschuldet, zum anderen schränkten Ferien den Verkauf fortlaufend ein. Hinzu kam das warme Wetter, das den Fokus der Kunden sicher beim Sommerobst fixierte. Die Vertreiber wussten sich zu helfen und hatten den Nachschub aus den Reifereien dem entsprechend gedrosselt. In der Folge vermochten sie ihre Forderungen mehrheitlich auf ihrem bisherigen Niveau zu belassen. Bloß verschiedentlich mussten die Bewertungen diverser Zweit- und Drittmarken in einem überschaubaren Rahmen abgesenkt werden. Dem entgegen konnte sich örtlich die Zweitmarke aus Costa Rica zum Wochenende hin sogar verteuern, während sich die Drittmarke gleichen Ursprungs ein wenig vergünstigte. Obwohl die Erstmarke nicht besonders intensiv nachgefragt wurde, stellte man lokal Angebote aus drei Herkunftsländern bereit.

Blumenkohl
Deutschland dominierte, Frankreich und Belgien traten nur hier und da in Erscheinung. Das Interesse war recht ruhig und wurde problemlos befriedigt. Die Notierungen tendierten in der Regel abwärts, da sich die Unterbringungsmöglichkeiten verringert hatten. In Frankfurt erhöhten die Vertreiber zunächst ihre Forderungen, konnten dies aber nicht auf Dauer durchsetzen, da die Kunden mit einer merklichen Kaufzurückhaltung reagierten. Lediglich München berichtete von stabilen Bewertungen. Generell überzeugte die Qualität der Offerten, was die Abwicklung jedoch nicht beschleunigte.

Gurken
Bei den Schlangengurken bildeten Deutschland, die Niederlande und Belgien die Basis der Warenpalette. Spanien beteiligte sich nur örtlich und mit spärlichen Zuströmen. Das Interesse konnte mit der angewachsenen Verfügbarkeit nicht Schritt halten. Vergünstigungen waren die Folge. In München mussten die Händler ihre Forderungen sehr massiv senken. Dennoch klappte eine Lagerleerung nicht lückenlos. In Hamburg und Köln blieben die Preise halbwegs konstant, jedoch verlief auch hier die Abwicklung eher ruhig. Minigurken aus Deutschland und den Niederlanden wurden kontinuierlich ohne spezielle Höhepunkte untergebracht.

Tomaten
Die Niederlande und Belgien prägten die Szenerie; Deutschland, Italien und Polen komplettierten sie. Die Versorgung schränkte sich zwar leicht ein, genügte aber, um den Bedarf zu decken. Die Nachfrage dehnte sich dank des sommerlichen Wetters aus. Die Notierungen tendierten meistens aufwärts. Vor allem Kirschtomaten und Rispenware verteuerten sich. Ab und an mussten die Kunden auch für Runde Tomaten tiefer in die Tasche greifen. Lediglich die Bewertungen von Fleischtomaten verharrten häufig auf dem bisherigen Niveau, lokal bröckelten sie sogar etwas ab. In Hamburg nahm der LEH viele Mengen ab, sodass der Absatzdruck am Platz verringert wurde.

Gemüsepaprika
Niederländische Zugänge überwogen vor türkischen und belgischen. Deutschland spielte nur eine kleine Rolle. Polen und Marokko rundeten die Produktpalette ab. Bei einem beschleunigten Interesse zogen die Notierungen oftmals an. Speziell die gelben und roten Kultivare verteuerten sich. Spitzenpreise von 19,- € je 5-kg-Karton waren in Berlin zu beobachten und führten dazu, dass die Händler verstärkt Klasse-II-Offerten aus dem Inland bereitstellten, um eine günstige Alternative in petto zu haben. Die grünen Artikel verbilligten sich mancherorts. In Köln verlangsamten zu hohe Eingangsforderungen die Unterbringung. In Hamburg überzeugten die marokkanischen und türkischen Importe hinsichtlich ihrer Optik und die Bewertungen stiegen in der Folge ein wenig an.


Weitere Informationen

Frankfurt
Gut nachgefragt wurden die noch dosierten Ankünfte an roten und gelben Pflaumen aus Italien und Spanien. Ab Dienstag waren Red Beaut zu 10,- bis 11,- € je 5-kg-Kiste zu haben. Strauchbeeren generierten freundlichen Zuspruch, besonders Himbeeren orderte man. Da sich die Zuströme von deutschen Heidelbeeren verringerten, ergänzten Rumänien, Portugal und die Niederlande das Angebot. Der Abverkauf von Melonen war ausgezeichnet. Auch Wassermelonen stießen auf intensive Beachtung. In diesem Segment tauchten erste tunesische Abladungen auf. Das Sortiment von Bohnen wurde umfangreicher und vielfältiger: So lieferte das Inland aus dem geschützten Anbau. Polen schickte ab Dienstag gelbe Wachsbohnen in 5-kg- und 6-kg-Körben und ab Freitag grüne Buschbohnen in 6-kgKörben. Dicke Bohnen aus der Pfalz kosteten ab der Wochenmitte 8,50 € je 4 kg. Deutsche Artischocken wurden zu 5,- € je 6 bis 8 Stück umgeschlagen. Die Bewertungen von deutschen Auberginen lagen bei 6,- bis 7,- € je 3-kg-Mehrwegsteige. Haushaltsware aus Übersee und Gemüsezwiebeln aus Spanien mit einer stabilen Kondition waren durchaus gesucht. Sie verteuerten sich einstandsbedingt. Italien sendete alternativ 10-kg- und 25-kg-Säcke zu 0,90 bis 1,20 € je kg.

Hamburg
Himbeeren stammten aus Deutschland, Polen und Spanien. Für Brombeeren aus den Niederlanden mussten 1,80 € je 125-g-Schale bezahlt werden. Die Qualität der spanischen und portugiesischen Heidelbeeren verschlechterte sich zusehends. Einheimische Früchte lösten die südeuropäischen ab. Polnische Waldblaubeeren kosteten 4,70 € je 500-g-Schale. Bei Pflaumen endete die Überseesaison; Italien und Spanien übernahmen das Zepter. Eine ausgedehnte Verfügbarkeit führte zu Vergünstigungen. Deutsche Buschbohnen starteten zu 4,40 € je kg und Schneidebohnen zu 4,30 € je kg in die Kampagne. Bei den losen Speisemöhren trafen erste Offerten aus Israel zu 0,83 € je kg und aus Frankreich zu 0,80 € je kg ein. Neben inländischen Zucchini gab es auch belgische, französische, niederländische, polnische und spanische Abladungen. Die ansteigenden Mengen hatten Auswirkung auf die Preise, die sukzessive sanken. Erste Pfifferlinge aus Polen erzielten 13,- € je kg.

München
Rotfleischige südafrikanische Grapefruits wurden inzwischen von weißfleischigen flankiert, die Nachfrage gestaltete sich aber noch schleppend. Dessertmelonen und Wassermelonen aus Spanien und Italien beachtete man bei sommerlichem Wetter immer besser, weswegen die Notierungen anzogen. Limetten waren bei der Gastronomie beliebt. Bei einem verstärkten Angebot an spanischen und italienischen Feigen verminderte sich das Interesse an den brasilianischen Importen. Hingegen fanden spanische Orangen kaum nennenswerten Absatz. Neben süddeutschen Buschbohnen und Stangenbohnen sowie Frischerbsen wurden auch erste Dicke Bohnen sowie Zuckererbsen abgewickelt. Die Forderungen waren allerdings zu hoch, sodass sich die italienische, spanische und marokkanische Konkurrenz leicht verteuerte. Das Geschäft mit Waldpilzen gewann insbesondere durch die reichlichen osteuropäischen Pfifferlinge an Schwung. Rumänische Steinpilze mussten aufgrund ihrer begrenzten Haltbarkeit rasch untergebracht werden.

Berlin
Die Bedeutung von einheimischen Beerenobst wuchs spürbar an: Rote und grüne Stachelbeeren errangen mehr Zuspruch und auch erste Johannisbeeren ließen sich blicken. In diesem Segment waren jedoch Himbeeren aus Deutschland oder Spanien der Liebling der Kunden und trotz der geforderten 2,- bis 2,50 € je 250-g-Schale griffen diese beherzt zu. Die Präsenz von Pfifferlingen aus Litauen, Serbien und Weißrussland dehnte sich aus. Ungeachtet niedriger Bewertungen von 11,- bis 14,- € je kg verlief der Abverkauf eher zäh.


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Quelle: BLE-Marktbericht KW 25 / 19
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Veröffentlichungsdatum: 27.06.2019

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