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Kreislaufwirtschaft? Schon umgesetzt – bei Wellpappe

Dr. Steffen P. Würth, Vorsitzender des Verbandes der Wellpappen-Industrie, zur aktuellen Plastikmülldiskussion
21. Juni 2019

Bei Umweltthemen sind internationale Initiativen wichtig. Ich möchte jedoch den Blick auch auf die Chance lenken, die sich den Unternehmen aus Lebensmitteleinzelhandel und Konsumgüterindustrie hierzulande bietet: Wo immer es möglich ist, Kunststoffverpackungen durch ökologische Verpackungen aus Wellpappe zu ersetzen.

Foto © VDW
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Dr. Steffen P. Würth, Vorsitzender des Verbandes der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW) Foto © VDWBeispielsweise hat die ebenso praktische wie nachhaltige Tragekiste aus Wellpappe, an vielen Kassen bei REWE, EDEKA und tegut… die Plastiktüte abgelöst. Immer mehr Brauereien gehen dazu über, eine Auswahl ihrer Gebinde in Wellpappen- statt der üblichen Kunststoffkisten anzubieten, teilweise sogar als Mehrwegverpackung. Und beim Online-Lebensmittelversand liegen Innenpolster und Kühlelemente auf Papierbasis voll im Trend – passend zur ökologischen Verpackung aus Wellpappe.

Dr. Steffen P. Würth, Vorsitzender des Verbandes der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW). Foto © VDW
 
Beim ökologischen Verpacken geht es um zwei Dinge. Zum einen dürfen gebrauchte Verpackungen nicht in die Umwelt gelangen, sondern sollten möglichst vollständig gesammelt und verwertet werden. Zum anderen geht es darum, im Sinne einer globalen Kreislaufwirtschaft möglichst geschlossene Stoffströme für Verpackungsmaterialen zu schaffen.

Dabei hat das Recycling faserbasierter Verpackungen so etwas wie eine Vorbildfunktion: Wellpappe beispielsweise wird in Deutschland über den Altpapierkreislauf nahezu vollständig erfasst und wiederverwertet. Ohne staatliche Auflagen und Zwangsmaßnahmen übertrifft das Wellpappenrecycling die gesetzlich vorgeschriebenen Wiederverwertungsquoten bereits seit Jahrzehnten. Bei der Wellpappe läuft der Kreislauf wirklich rund: Versandverpackungen von Amazon, die Shelf-Ready-Verpackungen für Konservendosen und die Stanztrays für Joghurts aus dem Supermarkt bestehen durchschnittlich zu 80 Prozent aus recyceltem Material. Neueste Untersuchungen der TU Darmstadt haben ergeben, dass Papierfasern bis zu 25 Mal ohne nennenswerten Qualitätsverlust recycelt werden können.

Alle diese Verpackungslösungen haben einen unschlagbaren Vorteil: Nach ihrer Nutzung werden aus ihnen über ein bewährtes, marktwirtschaftlich funktionierendes Recyclingsystem neue Papierprodukte, zum Großteil neue Verpackungen. Das ist vorbildliche Kreislaufwirtschaft und macht Wellpappe zum Verpackungsmaterial der Zukunft. Und sollte doch einmal ein Karton in der Natur landen, zersetzt er sich in kurzer Zeit – ein U-Boot jedenfalls wird ihn niemals finden.

Lesen Sie hier mehr: VDW - Wellpappe Report 2/2019

Quelle: VDW

Veröffentlichungsdatum: 21.06.2019

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