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BLE-Marktbericht: Mit ersten spanischen Ercolini startete in München die neue europäische Birnenernte

14. Juni 2019

Es war ein sehr ruhiger Handel zu erkennen. Die Nachfrage konnte ohne Mühen befriedigt werden, obwohl die Zufuhren nicht zu umfangreich eintrafen. Südafrikanische Anlieferungen, hauptsächlich Abate Fetel und Packham`s Triumph, bildeten die Basis der Warenpalette, heisst es im aktuellen Marktbericht KW 23 / 19 des Bundesanstalts für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Bildquelle: Shutterstock.com Birnen
Bildquelle: Shutterstock.com

Chile schickte Abate Fetel und Forelle, Argentinien Packham`s Triumph. Wenige italienische Abate Fetel sowie niederländische und belgische Conference komplettierten die Geschäfte. Mit ersten spanischen Ercolini startete in München die neue europäische Ernte. Deren spärlichen Mengen konnten aber keine entscheidenden Impulse setzen.

Äpfel
Die Präsenz der Importe aus Übersee wuchs an: Allen voran gab es neuseeländische Zuströme und hier insbesondere Braeburn und Royal Gala. Erste Pink Lady rundeten in Frankfurt das Angebot zu 30,- € je 12,5-kg-Karton ab. Chile und Argentinien sendeten ebenso vorrangig Royal Gala. Chile stellte daneben noch Pink Lady und Jazz bereit, genauso wie Elstar, die in Hamburg 32,- € je 18-kgAbpackung kosteten. Der Umschlag der Abladungen aus der südlichen Hemisphäre stockte ab und an infolge der hohen Forderungen. Generell war das Interesse aber durchaus freundlich. Auch die europäischen Produkte wurden meist stetig beachtet. Jedoch ließen deren organoleptischen Eigenschaften mancherorts Wünsche offen. Deutschland dominierte in diesem Sektor kontinuierlich mit Elstar, Jonagold und Braeburn vor Italien mit Granny Smith und Golden Delicious. Aus Frankreich kamen speziell Pink Lady und Jazz. Die Versorgung deckte sich mit dem Bedarf und so veränderten sich die Preise nicht wesentlich.

Tafeltrauben
Die Zuströme aus Italien verdichteten sich augenscheinlich, denn Black Magic und Victoria waren mittlerweile an allen Plätzen zu finden. Ihr Abverkauf gestaltete sich indes uneinheitlich: Während er in Berlin und Hamburg wegen einer ungenügenden Qualität noch stockte, griffen die Kunden in München beherzter zu. Die Importe aus Übersee schränkten sich ein. Chilenische und südafrikanische Crimson Seedless und Thompson Seedless verloren an Bedeutung. Indische Thompson Seedless vergünstigten sich in Berlin einstandsbedingt auf 11,- € je 4,5-kg-Karton und waren somit billiger als die chilenische Konkurrenz, die 12,- bis 14,- € je 4,5 kg kostete. In Frankfurt tauchten recht teure ägyptische Prime Seedless auf. Generell zeigte sich das Interesse durchaus freundlich. Da es problemlos gestillt werden konnte, veränderten sich die Notierungen nur minimal. Lediglich in Berlin zogen die Bewertungen der dunklen Früchte angebotsinduziert merklich an.

Bananen
Die Geschäfte verliefen wie gehabt in ruhigen Bahnen. Das heiße Wetter entschleunigte sie sogar noch zu Gunsten des konkurrierenden Sommerobstes. Den Zufluss aus den Reifereien hatte man jedoch vorsorglich darauf abgestimmt. Also korrelierte die Bereitstellung genügend mit den Vertriebsmöglichkeiten. Die Bewertungen oszillierten daher überwiegend auf dem bisherigen Niveau. Verschiedentlich hatte sich etwas Druck aufgebaut, sodass im Bereich der Drittmarken Verbilligungen gewährt wurden. Dem entgegen konnten sich die Zweit- und Drittmarken aus Costa Rica örtlich leicht verteuern.

Blumenkohl
Es gab fast ausschließlich einheimische Partien, punktuell rundeten polnische und belgische das Geschehen ab. Die Güte ließ kaum Wünsche offen. Die Nachfrage war dennoch nicht besonders stark ausgeprägt. Da das Sortiment aber nicht übermäßig expandierte, konnten die Vertreiber bedeutendere Vergünstigungen verhindern. Trotzdem mussten sie ab und an minimale Verbilligungen einräumen, so etwa in Köln, wo das Auftreten der belgischen Konkurrenz die einheimischen Offerten unter Druck setzte.

Salat
Kopfsalat stammte aus Deutschland und Belgien. In Berlin und Köln stockte die Vermarktung und Überhänge waren daher nicht zu vermeiden; die Notierungen bröckelten ab. In München verteuerten sich indes die belgischen Produkte so sehr, dass sich die Kunden eher den einheimischen zuwandten. Am Freitag vergünstigten sich dort dann auch wieder die belgischen Chargen. In Frankfurt bildeten sich wegen eines zu geringen Bedarfs Überhänge. In Hamburg verbilligten sich lediglich konditionsschwache Artikel. Eissalat kam überwiegend aus dem Inland. Die Niederlande und Spanien ergänzten örtlich. Das Interesse war durchaus freundlich, sodass der Umschlag mitunter zügig verlief. Niedrige Preise schoben in Berlin die Geschäfte zusätzlich an. Bunte Salate aus dem Inland überzeugten in der Regel hinsichtlich ihres Gewichtes. Ihre Bewertungen verharrten somit auf bisherigem Niveau. Einheimische Endivien wurden von belgischen und italienischen begleitet: Der Verkauf erfolgte in ruhigen Bahnen und beschleunigte sich in Köln ab Donnerstag.

Gurken
Die Präsenz von Schlangengurken verdichtete sich, denn die Bereitstellung aus Deutschland, den Niederlande und Belgien intensivierte sich. Und auch Spanien beteiligte sich in einem beträchtlicheren Rahmen als zuvor am Geschehen. Die Nachfrage konnte problemlos befriedigt werden. Gerade die günstigsten spanischen Offerten ließen sich stetig unterbringen. Die Preise entwickelten sich unterschiedlich: In Hamburg versuchten die Vertreiber, die Aufrufe zu erhöhen, was aber aufgrund der ausgeweiteten Zuströme zum Scheitern verurteilt war. In Köln führten zu üppige Partien zu Verbilligungen. In München hingegen stiegen die Bewertungen an, da sich der Handel wegen des frühsommerlichen Wetters flotter gestaltete. In Berlin sorgten kontinuierlich in den LEH abfließende Mengen für eine Verknappung der Vorräte am Platz, was in Verteuerungen mündete. Und in Frankfurt blieben die Notierungen auf dem Level der 22. KW. Bei den Minigurken herrschten die Niederlande und Deutschland vor. Die Verkäufer mussten ihre Forderungen summa summarum absenken, da die Produkte zu wenig Beachtung generierten.

Tomaten
Die Verfügbarkeit der dominierenden belgischen und niederländischen Abladungen wuchs an. Auch die deutschen Zugänge verstärkten sich. Italien, Polen, Spanien und Frankreich hatten eher ergänzenden Charakter. Das Interesse war für die umfangreichen Zuströme schlichtweg zu schwach. Also tendierten die Bewertungen in der Folge abwärts. Selbst eine hervorragende Qualität konnte daran kaum etwas ändern. Lediglich Hamburg berichtete von konstanten Notierungen, was auf gedrosselten Anlieferungen basierte. In Frankfurt verteuerten sich zum Wochenende hin sogar die belgischen und niederländischen Kirschtomaten. In München und Berlin konnten trotz verbesserter Verkaufsmöglichkeiten aufgrund des zu großen Angebotes Vergünstigungen nicht verhindert werden.

Gemüsepaprika
Die Niederlande prägten vor der Türkei und Belgien augenscheinlich das Geschehen. Die Zufuhren dehnten sich aus. Der Umschlag verlief in der Regel freundlich. Die Nachfrage konnte ohne Probleme gestillt werden. Die Bewertungen zeigten ein uneinheitliches Bild. Meistens sanken die Preise der grünen Kultivare ab, während die Notierungen der roten und gelben Offerten anzogen. Punktuell reduzierten die Händler jedoch auch die Forderungen für die ausgefärbten Artikel, so beispielsweise in Hamburg, wo die Versorgung zu massiv ausfiel. In Berlin wurden die türkischen Partien zwar flott verkauft, wegen eines zu üppigen Sortimentes kam es aber dennoch zu Vergünstigungen.

Spargel
Der Wochenstart gestaltete sich wenig verheißungsvoll: Der Kundenzugriff war eher gering. Der Bedarf konnte mit den einheimischen Stangen ohne Mühen gedeckt werden. Zuströme aus Osteuropa sowie aus den Niederlanden und Spanien ergänzten die Szenerie. Mit der frühsommerlichen Witterung trafen umfangreichere Mengen an den Plätzen ein. Bestände waren kaum zu vermeiden. Auch ab Donnerstag funktionierte eine Räumung trotz einer beschleunigten Abnahme nicht immer. Durch Vergünstigungen versuchten die Vertreiber, die Geschäfte nochmals anzukurbeln; in Verbindung mit den bevorstehenden sonnigen Pfingsttagen klappte dies oftmals. Dessen ungeachtet tendierten die Preise summa summarum abwärts.


Weitere Informationen
Frankfurt
Mit der Ankunft roter Stachelbeeren war das inländische Beerensortiment inzwischen komplett vertreten. Das Angebot an Pfirsichen und Nektarinen überstieg die Nachfrage, sodass Preissenkungen erfolgten. Aprikosen kamen überwiegend aus Spanien. Französische Offerten in Kaliber A bis AAA wurden gerne gekauft, auch wenn sie teurer waren. Für neuerntigen einheimischen Lauch mussten 18,- bis 19,- € je 10 kg aufgewendet werden. Für belgische Chargen verlangte man 20,- bis 24,- € je 10 kg. Pfifferlinge kosteten 14,- bis 21,- € je kg; bei diesen Bewertungen bildeten sich jedoch Überhänge.
Hamburg
Für erste Kiwis aus Chile sollten 16,75 € je 10-kg-Kollo bezahlt werden. Aufgrund des Auftauchens italienischer Nektarinen und Pfirsiche verbilligten sich die spanischen Artikel. Mit ersten französischen Aprikosen aus Frankreich wird in Kürze gerechnet. Ansprechend aufgemachte Buschbohnen und Stangenbohnen kosteten maximal 4,50 € je kg. Die Saison von deutschen Zucchini startete zu 9,- € je 5-kg-Karton.
Köln
Einheimisches Beerenobst ließ sich nur beschwerlich absetzen. Auch erste Stachelbeeren aus Belgien fanden kaum Beachtung. Wassermelonen standen ausreichend zur Verfügung, allerdings konnten die Vertreiber ihre Aufrufe angesichts der niedrigen Temperaturen nicht anheben. Mehr Interesse erweckten dagegen italienische Pfirsiche. Erste inländische Stangenbohnen und Erbsen trafen ein.
München
Der Handel mit Pfirsichen und Nektarinen wurde neben spanischen Erzeugnissen mit süditalienischen Partien bestritten. Erste spanische Frischfeigen ergänzten in Kleinstmengen das südamerikanische Sortiment. Das dünne Angebot an spanischen Orangen stieß wegen des heißen Wetters nur selten auf Zuspruch. Spanische Melonen, die inzwischen endgültig die mittelamerikanischen Importe abgelöst hatten, wurden immer besser angenommen. Die Notierungen von einheimischem Rhabarber pendelten sich auf einem abgeschwächten Niveau ein. Aus dem Inland kam in verstärkten Maße Radicchio. Preislich blieben aber die italienischen Produkte im Vorteil. Erste einheimische Frischerbsen tauchten auf. Die Präsenz von süddeutschem Brokkoli intensivierte sich langsam. Ausgedehnte Zufuhren von Pfifferlingen aus Bulgarien, Weißrussland, Rumänien und der Ukraine wirkten sich negativ auf die Bewertungen aus. Auch Steinpilze aus Rumänien verbilligten sich infolge ausgeweiteter Abladungen.
Berlin
Mangos aus dem Senegal trafen mittlerweile vermehrt per Flug ein; sie kosteten rund 40,- € je 12erAufmachung und befanden sich damit sehr im Schatten des europäischen Sommerobstes. Melonen aus Spanien, Italien und der Türkei räumten recht zügig. Spanische, kernarme Wassermelonen waren mit den geforderten 0,80 bis 1,20 € je kg der Liebling der Kunden. Bei Lauch standen einheimische Artikel nur spärlich bereit. Zuströme aus den Niederlanden, Frankreich, Spanien und Marokko bestimmten das Geschehen, verringerten das feste Preislevel aber nicht nachhaltig.


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 23 / 19
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Veröffentlichungsdatum: 14.06.2019

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