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Partnerland Finnland sehr zufrieden

Grüne Woche 2019: Kauffreudige Konsumenten gaben 51 Millionen Euro aus

29. Januar 2019

Vom 18. bis 27. Januar strömten wie im vergangenen Jahr rund 400.000 Messe- und Kongressbesucher in die Messehallen unter dem Berliner Funkturm, darunter etwa 85.000 Fachbesucher aus rund 75 Ländern.

IGW 2019 - Halle 1.2 Foto © Messe Berlin
Foto © Messe Berlin

Die Digitalisierung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums, der anstehende Brexit und die gemeinsame europäische Agrarpolitik, die Diskussionen um „Lebensmittelkennzeichnung“, die Qualität, Sicherheit und Produktionsbedingungen unserer Nahrungsmittel sowie die Sicherung der Welternährung bei einer stetig steigenden Bevölkerung waren unter anderem die viel diskutierten Themen der Grünen Woche 2019. 

IGW 2019 - Halle 1.2 - Spreewälder Kräutermanufaktur Foto © Messe Berlin
IGW 2019 - Halle 1.2 - Spreewälder Kräutermanufaktur Foto © Messe Berlin

Dr. Christian Göke, Vorsitzenderder Geschäftsführung der Messe Berlin GmbH: „Die Grüne Woche hat in ihrer 93-jährigen Geschichte einen weiteren Meilenstein gesetzt. Noch nie war die Präsenz der Bundespolitik so prägnant, allen voran die Auftritte von Bundespräsident Steinmeier, Bundeskanzlerin Merkel und Bundesministerin Klöckner. Dies unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz der hier diskutierten Themen. Startups nehmen immer breiteren Raum auf der Grünen Woche ein und machen die Messe zum Trendsetter im Foodbereich. Die Grüne Woche 2019 fungierte mehr denn je als Testmarkt mit hunderttausenden Verbrauchern, frei nach dem Motto ‚Heute auf der Grünen Woche - morgen im Handel‘. Der Markenkern der Grünen Woche - Genuss und Lebensfreude - war über zehn Messetage sichtbar und erlebbar.“

Umfassende Marktübersicht für den Handel


IGW 2019 - Halle 1.2 Foto © Messe Berlin
IGW 2019 - Halle 1.2 Foto © Messe Berlin 

Auch 2019 führte die Internationale Grüne Woche Vertreter des Handels und der Gastronomie mit regionalen Unternehmen zusammen. Allein der Agrarmarketingverband pro agro brachte 200 EDEKA-Einzelhändler, 70 Vertreter der Handelskette REWE und rund 100 Repräsentanten der Brandenburger Gastronomie mit regionalen Herstellern und Lieferanten ins Gespräch. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Für viele Kleinerzeuger käme so ein Erstkontakt zu Gastronomen und Händler aus dem gesamten Land zustande, Handel und Gastwirtschaft erhielten Informationen aus erster Hand bis hin zu spannenden Neuzugängen für ihr regionales Produktportfolio, so der Verband.

Vom 21. bis 25. Januar öffnete das Professional Center exklusiv für die Fachwelt. Hier konnten sich Vertreter von Hotellerie & Gastronomie sowie vom Lebensmitteleinzelhandel abseits des Messetrubels einen Überblick über besondere regionale Nahrungs- und Genussmittel aus dem In- und Ausland verschaffen.

Testmarkt für Produkte von morgen

Eine wesentliche Rolle spielte auch in diesem Jahr die Testmarktfunktion der Grünen Woche. So konnte beispielsweise der „Incredible Burger“, ein veganer Hamburger der Nestlé-Marke Garden Gourmet, von den Besuchern einige Monate vor dem Verkaufsstart probiert werden. Mit dem „Incredible Burger“ will das Unternehmen Veganern, Vegetariern und Flexetariern eine fleischlose Alternative zum klassischen Hamburger bieten, die dem Original jedoch in Aussehen und Geschmack stark ähneln soll.

IGW 2019 - Halle 1.2 - Bio Company Foto © Messe Berlin
IGW 2019 - Halle 1.2 - Bio Company Foto © Messe Berlin

Starkes Engagement der Bundespolitik

Zum ersten Mal besuchten sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Grüne Woche. Das Bundeslandwirtschaftsministerium, das Bundesentwicklungsministerium und das Bundesumweltministerium waren mit eigenen Sonderschauen vertreten. Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, sowie Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, waren auf zahlreichen Veranstaltungen und Rundgängen präsent. Zahlreiche Ministerpräsidenten der Bundesländer sowie Spitzenvertreter der im Bundestag vertretenen Parteien informierten sich auf gesonderten Rundgängen. Zu den hochrangigen Gästen zählten außerdem FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva sowie die EU-Kommissare Phil Hogan und Vytenis Andriukaitis.

Vor allem das Bundeslandwirtschaftsministerium engagierte sich in vielen Ausstellungsbereichen und hochkarätigen Konferenzen. 

Partnerland Finnland sehr zufrieden

Auch das diesjährige Partnerland Finnland bilanzierte einen erfolgreichen Messeverlauf. Das nördlichste Agrarland der EU, das im zweiten Halbjahr 2019 die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, präsentierte erstmals in großer Vielfalt Produkte der arktischen Landwirtschaft. Juha Marttila, Präsident des finnischen Zentralverbands der landwirtschaftlichen Produzenten und Waldbesitzer (MTK): „Wir sind sehr zufrieden mit der großen Aufmerksamkeit an Finnland, unseren Nahrungs- und Genussmitteln sowie den finnischen Speisen. Dies spiegelt sich auch in der Berichterstattung der internationalen Presse wider. Unsere arktischen Lebensmittel und unsere saubere Natur haben das Interesse vieler potenzieller Geschäftspartner und Messebesucher geweckt. Wir haben die Grüne Woche als eine sehr professionell organisierte Veranstaltung erlebt, die die gesamte internationale Agrarszene zusammenbringt.“

„Davos der Landwirtschaft“ mit Bundeskanzlerin Merkel

Das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) stand in diesem Jahr unter dem Motto „Landwirtschaft digital – Intelligente Lösungen für die Landwirtschaft der Zukunft“. Auf dem „Davos der Landwirtschaft“ sprach zum ersten Mal Bundeskanzlerin Angela Merkel vor den Landwirtschaftsministerinnen und -ministern aus 75 Staaten sowie Vertretern zahlreicher internationaler Organisationen. Die Kanzlerin legte dabei das Augenmerk auf die Chancen der Digitalisierung – für die Bekämpfung des weltweiten Hungers, aber auch, um mit einer nachhaltigen Landwirtschaft die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens umzusetzen. Der digitale Wandel bedeute für viele Länder allerdings einen riesigen Sprung, der mit enormen kulturellen Veränderungsprozessen verbunden sei, so Merkel. „Damit der Mensch im Zentrum der Dinge bleibt, brauchen wir Regulierung, einen Rahmen, der Rechtssicherheit bringt“, forderte die Kanzlerin. Solch ein Rahmen müsse international abgestimmt werden. Zum GFFA-Abschluss bilanzierte Bundesministerin Klöckner: „Auf dem Global Forum for Food and Agriculture haben wir uns mit über 70 Landwirtschaftsministern aus aller Welt auf einen internationalen Digitalrat verständigt – ein Durchbruch.“

Grüne Woche wichtiger Wirtschaftsfaktor für Berlin

Durch die Ausgaben der auswärtigen Besucher und Aussteller generierte die Grüne Woche einen Kaufkraftzufluss von rund 150 Millionen Euro für die Hauptstadtregion. Rund 3.000 Medienvertreter aus 65 Ländern akkreditierten sich in diesem Jahr. Vor allem die internationale Berichterstattung, die mit vielfältigen Reportagen auch die Wirtschaft und Kultur, die Unterhaltungs- und Freizeitangebote der Hauptstadt beinhaltet, beschert Berlin einen zusätzlichen Werbeeffekt, von dem die Stadt nachhaltig profitiert.

Nächster Termin: 17. bis 26. Januar 2020

Veranstaltet wurde die Internationale Grüne Woche Berlin 2019 von der Messe Berlin GmbH. Ideelle Träger waren der Deutsche Bauernverband (DBV) sowie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). Die 85. Internationale Grüne Woche Berlin findet vom 17. bis 26. Januar 2020 auf dem Berliner Messegelände statt.

Lesen Sie hier mehr: www.gruenewoche.de 

Quelle: Messe Berlin

Veröffentlichungsdatum: 29.01.2019

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