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Österreich: Kartoffelpreise im Steigen, Engpässe nicht ausgeschlossen

23. November 2018

Wie die Agrarmarkt Austria wiederholt berichtete, ist es um die heurige Kartoffelernte schlecht bestellt. Vor allem DIE österreichische Anbauregion Niederösterreich war von Schadquellen aller Art besonders betroffen. Der einzige Vorteil der geringen Niederschläge war die beinahe völlige Abwesenheit von Krautfäule.

Bildquelle: Shutterstock.com kartoffel
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Die Folgen des trockenen, heißen Sommers machen sich nun bei jeder Sortierung erneut bemerkbar und Ausfälle von bis zu 40 % und mehr drücken massiv auf die Nettoerträge. Nachdem sich die Erzeugerpreise im September noch träge gezeigt hatten, kam im Oktober endlich Bewegung ins Spiel. Dass diese anziehen werden war abzusehen. Die Frage war nur wann.

Ende Oktober hatte sich die Situation weiter zugespitzt und die tatsächlichen Verluste allzu offensichtlich. Das Preisniveau war nicht mehr zu halten. Erdäpfel aller Güteklassen gewannen an Wert. Mit 22,00 EUR/dt oder Plus 22 % für mittelfallende Ware hatte sich der Preis gegenüber September um 22 % gesteigert. Übergrößen wurden mit 20,00 EUR/dt bzw. für 14% mehr abgesetzt. Einwandfreie, schalenfeste Premiumware mit AMA Gütesiegel wurde für 24,00 EUR/dt gehandelt. Dies geht aus dem "AMA-Marktbericht Obst und Gemüse - Oktober 2018" hervor.

Preismeldungen aus der Bundesrepublik jenseits der 30 EUR/dt für Speisekartoffeln, mittelfallend lassen darauf schließen, dass auch hierzulande das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Dadurch inspiriert werden immer öfter nicht kontrahierte, schalenfeste Chargen von heimischen Landwirten für einen späteren Vermarktungszeitpunkt zurückgehalten, um von einem weiteren Preissprung zu profitieren. Wer kann es Ihnen verübeln. 

Es ist nicht auszuschließen, dass bereits ab Frühjahr 2019 im großen Stil um sehr teures Geld Ware importiert werden muss. Von wo sei dahingestellt. Was bleibt ist die Hoffnung, dass auch im nächsten Jahr ausreichend österreichische Landwirte die Herausforderung annehmen und Kartoffelbau betreiben. Ein fairer Preis und wo benötigt Sonderregelungen im phytosanitären Bereich könnten in der Entscheidungsfindung der Produzenten den Ausschlag für diese, für den heimischen Standort so wichtige und hochgeschätzte Kulturpflanze geben.

Quelle: Agrarmarkt Austria - Marktbericht Obst und Gemüse - Oktober 2018

Veröffentlichungsdatum: 23.11.2018

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