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Die Grünkohlernte in Schleswig-Holstein hat vereinzelt begonnen

19. November 2018

Auch ohne Frost hat die Grünkohlernte vereinzelt in Schleswig-Holstein begonnen. Die Anbaufläche liegt schon seit Jahren nach Angaben des Statistikamt Nord bei um die 30 ha. Damit ist der Grünkohl im Vergleich zu Rot- und Weißkohl nach wie vor ein Nischenprodukt. Er wird  im Land Schleswig-Holstein überwiegend direkt vermarktet.

Bildquelle: Shutterstock.com Grünkohl
Bildquelle: Shutterstock.com

Die Ware im Glas oder aus der Tiefkühltruhe kommt in der Regel eher aus den bedeutenderen Anbauregionen Niedersachsen (rund 487 ha) und Nordrhein-Westfalen (556 ha). Insgesamt wird in Deutschland auf 1.178 ha Grünkohl angebaut.

Doch erst mit niedrigeren Temperaturen wächst die Lust so richtig auf das typische Wintergemüse

Die Lust der Verbraucher auf dieses klassische Wintergemüse steigt in der Regel mit sinkenden Temperaturen. In vielen Gastwirtschaften auf dem Lande werden gesellige Grünkohlessen angeboten. Während viele Grünkohl jedoch nur herzhaft-deftig mit Kasseler und Mettwurst kennen, lässt er sich auch exotisch anrichten mit Schalotten gedünstet und frischen Kokosraspeln, etwas Ingwer, Koriander und Fenchel verfeinert. Grünkohl schmeckt auch, kurz blanchiert, in einem Salat mit Oliven, Nüssen und einem kräftig-würzigen Dressing. Auch ernährungstechnisch punktet das norddeutsche „Kultgemüse“ mit deutlich überdurchschnittlichen Gehalten an Vitaminen A, C und B2, den Mineralstoffen Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphor sowie Ballaststoffen und verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen.

Wie die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein mitteilt, wird Grünkohl hier im Land überwiegend in kleinen Einheiten von zumeist unter 1 ha angebaut, schwerpunktmäßig für die Vermarktung über Wochenmärkte, Hofläden und den regionalen Einzelhandel. Auf dem Frischmarkt konzentrieren sich Nachfrage und Ernte am stärksten auf die Wochen vor Weihnachten, da der Grünkohl nach landläufiger Meinung erst nach dem ersten Frost richtig gut schmeckt. Das stimmt aber nicht mehr für die heute erwerbsmäßig angebauten neuen Sorten.

Im Anbau ist der Grünkohl im Vergleich zu anderen Kohlarten relativ anspruchslos berichtet die  Landwirtschaftskammer. Er kann auch auf nährstoffärmeren Standorten angebaut werden. Wegen der schnellen Entwicklung und der erst spät im Jahr einsetzenden Nachfrage lässt er sich gut nach früh räumenden Kulturen pflanzen. Grundsätzlich kann noch etwa bis März geerntet werden, denn die Kultur verträgt je nach Sorte und Schneebedeckung Temperaturen bis zu -15 °C. Bei Kahlfrösten im Wechsel mit milden Perioden besteht jedoch die Gefahr der Fäulnis. 2017 machte dem Grünkohl die Nässe zu schaffen. Die Trockenheit hat er gut vertragen, wo bewässert wurde. Zuletzt konnte er noch Zuwächse verzeichnen. Im sechsjährigen Mittel werden nach Angaben des Statistikamts Nord etwa 172 dt/ha Grünkohl pro Jahr geerntet.

Die Landwirtschaftskammer teste in ihren Versuchen Anbaueigenschaften und alternative Kulturen zum Weißkohlanbau dafür eignet sich auch Grünkohl. Erstmals wurde die violette Sorte ,Redbor` angebaut. Die violette Variante ist ein echter Blickfang auf dem Feld und auch in der Vermarktung. Erntet und kocht man diesen Grünkohl, verliert er jedoch die Farbe, dann schmeckt und sieht er genauso aus wie der herkömmliche grüne Klassiker. Die violette Sorte erzielte bei zweimaliger Bewässerung im Versuch der Landwirtschaftskammer einen Ertrag von 219 dt/ha. Ein Einbruch im Ertrag, wegen des trockenen und heißen Sommers, konnte unter Bewässerung hier nicht festgestellt werden. 

Das Kilogramm frischer Grünkohl ab Hof kostet derzeit zwischen 2 und 4 Euro. Am besten schmeckt er frisch gerupft vom Feld, Wochenmarkt oder aus dem Hofladen.

Quelle: Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein

Veröffentlichungsdatum: 19.11.2018

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