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Marktinformation Ostdeutschland 33. KW

Die Lage am Kartoffelmarkt hat sich nicht wesentlich entspannt

22. August 2018

Nach regional sehr unterschiedlichen Niederschlägen hat sich die Lage am Kartoffelmarkt nicht wesentlich entspannt. Der Wasserbedarf der Pflanzen bleibt bei andauernder Hitze ohne Beregnung vielerorts unzureichend gedeckt. Dies geht aus dem "Marktinformation Ostdeutschland 33. KW 2018" des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock hervor.

Bildquelle: Shutterstock.com Kartoffeln
Bildquelle: Shutterstock.com

Die Rodungen bereiten nach wie vor Schwierigkeiten. Obwohl traditionell die Frühkartoffelsaison am 10. August ausläuft, liegen noch immer viele Frühsorten im Boden. Die Hoffnungen ruhen auf den angekündigten Niederschlägen, um die Rodungen voranzubringen. Dort, wo die extreme Hitze nicht für Abreife gesorgt hat, wird teilweise wird mit der Reifeförderung begonnen.

Das Witterungsjahr 2018 ist ein besonderes und wird allen noch lange in Erinnerung bleiben. Es wird in dieser Saison auf keinen Fall zu viele Kartoffeln geben. Schon jetzt zeigen sich enttäuschende Ergebnisse in Proberodungen der Anschlusssorten, die auf die Auswirkungen der langanhaltenden Trockenheit zurückzuführen sind. Auch unter Beregnung können die hohen Temperaturen in den Dämmen nicht abkühlen und das Wachstum stagniert. Ein Großteil der Kartoffeln ist zu klein und lässt unterdurchschnittliche Erträge erwarten. In einigen Regionen muss mit Ertragsverlusten von bis zu 50 % gerechnet werden. Das volle Ausmaß wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Die Vertragserfüllung ist in diesem Jahr gefährdet. Neben der fehlenden Menge fallen auch die Qualitätskriterien sehr differenziert aus und passen nicht in die jeweiligen Verarbeitungskonzepte. Es wird vereinzelt von erhöhten Stickstoffgehalten berichtet. Die Stärkegehalte liegen zirka um 1,5 % höher als in Normaljahren. Die Nachfrage nach Speiseware im Berichtsgebiet ist saisonbedingt noch relativ ruhig, aber in einigen Bundesländern sind die Ferien nun beendet, was für eine Nachfragebelebung sorgen dürfte. Die Erzeugerpreise für Speiseware haben sich im Vergleich zur Vorwoche nicht geändert. Auf Unverständnis bei Erzeugern stößt, dass durch Aktionen in Discountern größere Gebinde sehr günstig offeriert werden. Billigofferten sollte es in diesem Jahr nicht geben, auch aufgrund der hohen Bewässerungskosten.

Schäler steigen zunehmend auf neue Ware um, nur vereinzelt wird noch auf alterntige Kartoffeln zugegriffen. Nachdem in der Vorwoche einige Schäler die Preise für Schälware angehoben haben, bleiben die Preise für Schälrohware konstant. Ab dem 1. September planen Schälbetriebe eine weitere Erhöhung.

Quelle: MIO-Lallf

Veröffentlichungsdatum: 22.08.2018

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