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Studie: Amazon Fresh dominiert Online-Lebensmittelhandel klar

01. August 2018

580 Millionen Euro gaben Konsumenten im ersten Halbjahr online für Lebensmittel aus, 22,6 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Und doch tragen Internethändler auch heute noch, 15 Monate nach dem Start von Amazon Fresh, weniger als zwei Prozent zum Gesamtumsatz mit Lebensmitteln bei, heißt es in einer Meldung von Pepper Media.

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Amazon Prime Mitglieder. Foto © Amazon

Amazons Lebensmitteloffensive ist gescheitert, wenigstens aber ins Stocken geraten. So scheint es zumindest. Doch das Gegenteil ist der Fall: Tatsächlich dominiert Amazon den Online-Handel mit Lebensmitteln inzwischen klar über den Preis und die Bandbreite seines Angebots, heißt es weiter.

Das zeigt eine Analyse des Verbraucherforums mydealz, das die Preise von 700 Amazon Fresh-Produkten mit denen anderer Marktplätze und Online-Shops verglichen hat. 37,6 Prozent der Produkte waren bei Amazon Fresh günstiger und nur 29,3 Prozent teurer als bei anderen Händlern. Ein Blick auf die Warengruppen macht deutlich, dass die Logistik Amazons größter Trumpf ist: Sperrige Produkte wie Getränkekisten und tiefgekühlte Ware liefert Amazon so preiswert wie kein anderer Online-Shop.

Die Zukunft des Lebensmittel-Onlinehandels entscheidet sich in der Provinz

Ob sich die Preistrends auf Dauer bestätigen, bleibt abzuwarten. Dass Amazon die Zukunft des Lebensmittel-Onlinehandels entscheidend mitbestimmen wird, dürfte indes unstrittig sein. Ob sich der US-Konzern mit dem Fokus auf die drei Großstädte Berlin, Hamburg und München auf Dauer einen Gefallen tut, ist zwar fraglich: Zuletzt rechnete etwa die GfK vor, dass Großstädter sechs Händler innerhalb von fünf Minuten erreichen würden und die Online-Bestellung von Lebensmitteln für sie damit tatsächlich umständlicher sei als der der schnelle stationäre Einkauf in der Nachbarschaft. Durch die Breite seines Angebots und seine Preise hebt sich Amazon Fresh allerdings deutlich von anderen Akteuren ab und erfüllt gleich mehrere Bedürfnisse von Konsumenten, die online Lebensmittel kaufen.

Erst im März fragte der Bundesverband digitale Wirtschaft 1.000 Verbraucher, worin sie die Vorteile des Lebensmittelkaufs im Netz sehen. 60 Prozent nannten die Verfügbarkeit („Ich kann jederzeit bestellen“), 55 Prozent den Komfort („Ich muss weniger tragen“) und 50 Prozent die Zeitersparnis („Ich spare Zeit“) als klare Vorteile für den Online-Kauf von Lebensmitteln. Und nicht zuletzt achten Verbraucher auch auf den Preis. Gut jeder Dritte (37 Prozent) nannte bei der BVDW-Studie den höheren Preis („Es ist teurer als im Geschäft/Supermarkt“) als Nachteil des Lebensmittelkaufs im Netz.

Diese Erwartungen erfüllt Amazon Fresh schon heute in Berlin, Hamburg und München. Selbst sperrige Getränkekästen und Tiefkühlware können sich Amazon Fresh-Kunden hier zu vergleichsweise niedrigen Preisen nach Hause liefern lassen. Um dem Lebensmittel-Onlinehandel wirklich zum Durchbruch zu verhelfen, müssten Amazon Fresh & Co. allerdings in mehr Städten und vor allem auch in strukturschwachen Gegenden verfügbar sein, denn in Landstrichen wie der Eifel, dem Harz oder Teutoburger Wald ist der Bedarf nach Lebensmittellieferdiensten am größten.

Andere haben dies bereits erkannt und arbeiten an Lösungen: Das Fraunhofer Institut hat so Ende Juli ein Pilotprojekt in der Oberpfalz gestartet, wie die Lebensmittelzeitung berichtet. Ein von einer künstlichen Intelligenz gesteuerter Lieferwagen beliefert hier nun 25 Dörfer rund um Nürnberg mit Lebensmitteln. Verbraucher können ihre Ware online bestellen und bezahlen und anschließend am LKW abholen, der zwei Mal pro Woche im jeweiligen Dorf hält. Auch Spontankäufe sollen hier möglich sein.

Die Ergebnisse der Studie finden Sie auf der Website von Pepper Media.

Quelle: Pepper Media Holding GmbH

Veröffentlichungsdatum: 01.08.2018

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