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BLE-Marktbericht KW 5 / 18

Italienische Kiwis bestimmten die Vermarktung

08. Februar 2018

Italienische Anlieferungen bestimmten die Vermarktung, welche von teureren französischen und billigeren griechischen in etwa zu gleichen Teilen komplettiert wurde. Eine kontinuierliche Nachfrage und ein steter Umschlag sicherten in der Regel konstante Kurse. Die stabilen Preise für französische Zufuhren schienen in München durch die exklusive Qualität sowie die einheitliche Sortierung gerechtfertigt.

Bildquelle: Shutterstock.com Kiwi
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Äpfel
Das inländische Sortiment schränkte sich zusehends ein. Elstar, Jonagold und Braeburn bildeten dessen Basis, wobei Braeburn hauptsächlich in München auftraten. Einheimische Boskoop waren ab und an nicht mehr zu haben und büßten summa summarum an Bedeutung ein. Niederländische Abladungen gleicher Varietät füllten die Lücke in gelegter oder loser Form. In Frankfurt endete die Kampagne von deutschen Holsteiner Cox, Santana und Rubinette. Insgesamt verharrten die Forderungen auf bisherigem Niveau, da die Verfügbarkeit hinreichend mit der Nachfrage harmonierte. Örtlich kletterten die Bewertungen jedoch nach oben, da das Interesse nicht durchgängig gestillt werden konnte. Italienische Granny Smith und Golden Delicious sowie französische Granny Smith und Pink Lady ergänzten die Szenerie. Niederländische Boskoop und Elstar rundeten die Vermarktung ebenso ab wie belgische Jonagold. Polnische Gala tauchten in München, Royal Gala derselben Herkunft in Frankfurt auf.

Birnen
Die Kunden mussten noch immer auf erste südafrikanische Importe warten. Aus Übersee waren weiterhin bloß Anjou aus den USA vorrätig, die in München aber nur auf geringen Zuspruch stießen. Italien herrschte kontinuierlich mit Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ vor. Einheimische Alexander Lucas verloren an Wichtigkeit und komplettierten wie Conference das Geschehen. Türkische Devici wiesen zum Teil einen gefälligen Durchmesser auf. Rocha aus Portugal im Kaliber 70/75 mm generierten in Frankfurt eine freundliche Beachtung. Generell begrenzten sich die Unterbringungsmöglichkeiten und die Versorgung. Die Preise blieben meist stabil.

Tafeltrauben
Südafrika prägte mit zahlreichen Varietäten die Geschäfte und stellte hauptsächlich Thompson Seedless, Prime Seedless und Crimson Seedless bereit. Auch aus Namibia stammten vorrangig diese Kultivare. Peru ergänzte unter anderem mit Red Globe. Die sehr üppigen Abladungen waren für die Vertreiber ein Problem, da das Interesse nicht mit der Verfügbarkeit Schritt halten konnte. Gesenkte Forderungen mussten also her, vor allem bei Chargen, deren organoleptischen Eigenschaften nicht überzeugten. Großbeerige Offerten ließen sich am besten verkaufen. In Hamburg vergünstigten sich Partien mit abschwächender Kondition und in Frankfurt sauer und bitter schmeckende kernlose Produkte. In München verlief die Abwicklung von Ware mit Kern rege.

Orangen
Das Angebot fächerte sich auf und wurde mit spanischen Navelate und Navel erweitert, die hinsichtlich ihrer Güte aber ab und an Wünsche offenließen. Türkische Washington Navel, spanische und marokkanische Salustiana sowie ägyptische Navel rundeten das Segment der Blondorangen, welches spanische Navelina dominierten, ab. Bei den Blutorangen gesellten sich erste spanische und marokkanische Washington Sanguini zu den schon etablierten italienischen Moro und Tarocco. Aufgrund der neue Konkurrenzsituation mussten die Vertreiber ihre Aufrufe für die Chargen aus Italien häufig senken. Cara Cara aus Spanien und Italien waren nicht zu reichlich an den Plätzen vertreten und behielten ihre hohen Notierungen für gewöhnlich bei; nur in Frankfurt bröckelten diese infolge eines eingeschränkten Kundeninteresses ab.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Spanische Clementinen, Clemenules, verloren merklich an Bedeutung und verschwanden punktuell im Wochenverlauf aus dem Sortiment. Auch marokkanische Nour waren bloß begrenzt verfügbar. Dafür gewannen Mandarinen an Wichtigkeit: Neben spanischen Clemenvilla konnte vor allem auf israelische Orri sowie auf türkische Nova und Minneola zugegriffen werden. Die Präsenz marokkanischer Nova und Nadorcott wuchs ebenso augenscheinlich an. Ägypten beteiligte sich in einem zunehmenden Maße an der Vermarktung mit Offerten in Kaliber 1xx. Bei einem Handel, der sich mal recht flott und mal eher gebremst zeigte, konnte der Bedarf ohne Probleme gedeckt werden. Die Bewertungen verharrten oftmals auf bisherigem Level, zumindest wenn die Qualität überzeugte.

Zitronen
Spanische Chargen prägten wie gewohnt das Geschehen, türkische komplettierten es und italienische Partien tauchten nur sporadisch auf. Die Nachfrage harmonierte in der Regel mit der Bereitstellung, sodass sie ohne Mühe befriedigt werden konnte. Hinsichtlich der Notierungen waren keine wesentlichen Veränderungen auszumachen. Lediglich in München kletterten diese infolge ausgedehnter Unterbringungsmöglichkeiten etwas aufwärts.

Bananen
Die Märkte waren kontinuierlich genügend versorgt. Das Interesse hatte sich häufig ein wenig verbessert. Früher oder später zogen die Bewertungen der Zweit- oder, manchmal auch und, der Drittmarken an; die der Erstmarke verharrten dagegen oftmals auf ihrem bisherigen Niveau. Örtlich konnten dank einer verdichteten Abnahme oder einer spürbaren Verknappung der Angebote das gesamte Sortiment teurer umgeschlagen werden.

Blumenkohl
Die französischen Abladungen wurden durch die italienischen und spanischen Importe komplettiert. Ungeachtet der ansprechenden Eigenschaften der Partien fiel der Zugriff vielfach zu gering aus. Der verhältnismäßig schleppende Vertrieb initiierte Verbilligungen. Lediglich Artikel mit hohen ProKopf-Gewichten und sehr weißer Blume blieben von dieser Entwicklung verschont. Lila- und orangefarbene Varietäten wurden ab 8,- € je 6er- oder 9er-Abpackung flott geräumt. Romanesco ließ sich schwieriger unterbringen, was von dessen kleinen Kalibern herrührte.

Gurken
Die Verfügbarkeit von Schlangengurken hatte sich graduell verdichtet. Spanische Abladungen herrschten vor. Die Zufuhren aus Griechenland vergrößerten sich. Die Relevanz der mitteleuropäischen Mengen dehnte sich nicht aus. Inzwischen waren sämtliche Sortierungen vorrätig. Verteuerungen konnten realisiert werden. Die hohen Aufrufe der Vertreiber hemmten aber den Absatz, sodass sich der Umfang der Order vielfach auf das Nötigste begrenzte. Eine punktuelle Bedarfsdelle bei spanischen Früchten initiierte bei diesen kurzfristige Verbilligungen. Minigurken trafen vornehmlich aus der Türkei sowie annähernd zu gleichen Teilen aus Spanien und den Niederlanden ein. Örtlich gab es kleine Importe aus Marokko. In diesem Bereich wurden die Partien nicht immer restlos geräumt. Die Notierungen sackten vorrangig zum Wochenende hin marginal ab.

Gemüsepaprika
Das dominierende Angebot aus Spanien rundeten in einem kaum modifizierten Maß die Anlieferungen aus der Türkei und Marokko ab. Der Verkauf verlief häufig unaufgeregt. Einerseits verzeichneten die Preise ein recht konstantes bis volatiles Niveau. Andererseits bewegten sie sich aufgrund einer übersichtlichen Versorgung erkennbar aufwärts. In der Folge entschleunigte sich oftmals der Zugriff. Dem gegenüber vergünstigten sich hier und da früher oder später die Erzeugnisse. Das galt vor allem für die weniger beliebten grünen Kultivare, verzögert irgendwann genauso für die roten und die gelben Offerten. Die Kurse der türkischen Chargen blieben davon kraft eines an dem Interesse orientierten Zustroms in der Regel unangetastet.

Zwiebeln
In diesem Sektor tat sich nicht viel: Die Produktpalette von ausschließlich aus Spanien zugeführten Gemüsezwiebeln hatte sich in keinerlei Weise verändert. Die Notierungen verharrten für gewöhnlich auf ihrem bisherigen Level. Bloß verschiedentlich sanken sie spärlich ab, da sich die Einstände etwas reduziert hatten. Deutsche Haushaltsware konkurrierte mit ansteigenden niederländischen sowie mit österreichischen Zugängen. Dank einer andauernden stetigen Aufnahme brauchten die Vermarkter ihre Forderungen nur vereinzelt und graduell zu modulieren. Die Qualität der einheimischen Abladungen ließ manchmal Wünsche offen, was den Umschlag ausländischer Partien erleichterte.
 

Weitere Informationen
Frankfurt
Für spanische Erdbeeren in 400-g-Schalen, Calinda, zahlte man bis zu 2,- €, die Standardsorten wurden zu 0,80 bis 1,10 € je 250 g abgewickelt. Das Interesse an 1-kg-gesetzten Offerten war mangelhaft. Süßkirschen in 32 mm+ aus Chile verkauften sich trotz Aufrufen von 17,- bis 18,- € je kg sehr gut. Der Umschlag von südamerikanischen und spanischen Kulturheidelbeeren befriedigte. Erste chilenische Nektarinen trafen am Mittwoch ein. Türkischer grüner Knoblauch mit ganzen Blättern wurde zu 13,- € je 11er-Kiste veräußert. Die Anlieferungen von grünen Zucchini waren zu üppig, so mussten spanische am Freitag schon zu 4,50 € je 5-kg-Steige abgegeben werden. Italienische und marokkanische Chargen kosteten etwa 1,50 € mehr. Die bisherigen Preise von bedarfsdeckenden Auberginen bestätigte sich. Das Angebot an Wirsing verbreiterte sich, neben deutschen Erzeugnissen waren mittlerweile auch französische und italienische vorhanden.
Hamburg
Aufgrund der monopolartigen Position verteuerten sich qualitativ hochwertige Ananas aus Costa Rica. Auf die Nachfrage abgestimmte Importe von Steinobst aus Übersee führten zu konstanten Notierungen. Zu umfangreicher Kohlrabi aus Italien vergünstigte sich. Petersilie aus Italien verbilligte sich infolge eines ungenügenden Zuspruchs.
Köln
Spanische Erdbeeren stießen auf keinerlei Interesse. Bohnen aus Nordafrika wurden kaum beachtet. Inländischer Rosenkohl und Lauch sowie Steckrüben ließen sich nur zum Wochenende hin zufriedenstellend absetzen.
München
Das Gros der Lieferungen an Erdbeeren stammte aus Südspanien; italienische und belgische Abladungen waren sehr übersichtlich. Großfallende portugiesische Himbeeren verteuerten sich aufgrund fehlender Konkurrenz. Die Notierungen von Ananas und Mangos diverser Provenienzen verfestigten sich leicht. Die Kurse von Brokkoli aus Spanien und Italien sanken infolge zu reichlicher Mengen. Auch Lauch vergünstigte sich. Zucchini und Auberginen standen üppiger bereit und die Bewertungen bröckelten ab. Italienischer und spanischer Dill kostete so viel wie zuvor.
 

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Quelle: BLE-Marktbericht KW 5 / 18
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Veröffentlichungsdatum: 08.02.2018

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