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BLE-Marktbericht KW 44 / 17

Äpfel: Deutschland dominierte die Szenerie

09. November 2017

Deutschland dominierte mit Elstar, Boskoop und Jonagold die Szenerie. Italien beteiligte sich vorrangig mit Granny Smith und Royal Gala an der Vermarktung. Aus Frankreich stammten hauptsächlich Granny Smith und Braeburn; erste kleinfallende und rotbackige Red Chief trafen in Hamburg zu 1,- € je kg ein.

Bildquelle: Shutterstock.com Aepfel
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Niederländische Jonagored und belgische Jonagold rundeten das Sortiment ab. Die Versorgung genügte, um die Nachfrage ohne Probleme zu decken. Diese präsentierte sich mancherorts recht ruhig, auf einigen Plätzen aber durchaus freundlicher als zuvor. Meist waren die Händler mit dem Vertrieb zufrieden. Die Kurse veränderten sich nicht wesentlich.

Birnen
Mit Williams Christ, Abate Fetel und Santa Maria herrschte Italien vor. Aus dem Inland kamen speziell Alexander Lucas und Conference sowie nachgeordnet Xenia. Auch aus den Niederlanden wurden Conference sowie Gute Luise und Gellert zugeführt. Spanische, belgische und französische Chargen komplettierten das Angebot. Bei kontinuierlichen Geschäften beharrten die Verkäufer oftmals auf den Forderungen der Vorwoche. Bloß punktuell mussten diese infolge eines verminderten Kundenzugriffs gesenkt werden. In München verteuerten sich indes türkische Santa Maria aufgrund eines verstärkten Interesses.

Kiwis
Langsam, aber sicher endete die Saison der Offerten aus Übersee: Neuseeländische Chargen zogen sich immer mehr zurück und chilenische hatten sich fast schon komplett aus dem Geschäft verabschiedet. Stattdessen gerieten verstärkt italienische und griechische Anlieferungen in den Fokus der Käufer. In Hamburg tauchten erste französische Früchte auf, die lose aufgemacht 33,- € je 10-kg-Karton kosteten. Die Bewertungen blieben für gewöhnlich stabil, da Verfügbarkeit und Interesse miteinander harmonierten.

Tafeltrauben
Italien schickte zahlreiche Varietäten, zum Beispiel Italia, Crimson Seedless, Red Globe und Regal Seedless. Aus der Türkei stammten Sultana und Crimson Seedless. Griechische Thompson Seedless und Crimson Seedless beteiligten sich ebenfalls an der Vermarktung. Die Qualität der Produkte überzeugte.Obwohl sich die Versorgung ausdehnte, kannten die Notierungen in der Regel nur eine Richtung: Aufwärts. Dies war zum einen angehobenen Einstandspreisen und zum anderen verbesserten Unterbringungsmöglichkeiten geschuldet. In München verhinderten die hohen Kurse bei den ergänzenden spanischen Crimson Seedless einen reibungslosen Absatz. Mangelbehaftete Partien, wie man sie in Hamburg ab und an zu fand, mussten mit Vergünstigungen abgegeben werden. Importe aus Übersee nahmen erneut eine Außenseiterrolle ein: Brasilianische Thompson Seedless traten in Frankfurt und Hamburg auf. In der Hansestadt wurden derweil Crimson Seedless, Melody und Sugraone aus Brasilien direkt an den LEH weiterdisponiert.

Zitronen
Spanische Primofiori dominierten vor türkischen Interdonato. Griechenland, Argentinien und Südafrika rundeten punktuell die Warenpalette ab. Selten bewegten sich die Preise, da man die Versorgung auf den Bedarf abstimmte. Lediglich in Frankfurt vergünstigten sich spanische Produkte leicht. In München nahm sowohl der Kundenzugriff als auch das Angebot zu, weshalb sich hier die Kurse nicht wesentlich veränderten.

Bananen
Infolge des Feiertages hatten sich zwar die Unterbringungsmöglichkeiten eingeschränkt, die Händler passten jedoch ihre Bereitstellung daran an. Somit wurden Überhänge in der Regel vermieden und die Notierungen verharrten auf ihrem bisherigen Niveau. Nur örtlich mussten die Bewertungen minimal gesenkt werden, um das Geschehen zu beleben. 

Blumenkohl
Die inländischen Abladungen dominierten die Geschäfte. Man verzeichnete überwiegend einen unaufgeregten bis befriedigenden Vertrieb. Das sicherte häufig recht stabile Preise. Deren Spannen hatten sich qualitätsinduziert etwas ausgeweitet. Speziell an deren unteren Grenze und insbesondere nach den Feiertagen vermochten die Verkäufer manchmal marginale Verteuerungen zu etablieren. Die das Angebot komplettierenden Zufuhren aus Belgien und den Niederlanden verbilligten sich hier und da. Spanien war bloß in spärlichem Umfang mit 6er-Steigen zu 5,- € am Absatz beteiligt. Erste Sendungen aus Frankreich brachten bis zu 7,- € je 6er-Aufmachung; im Vorjahr hingegen hatten diese wegen des frühen Frostes bis zu 11,- € je 6er-Kollo gekostet. In Kürze werden Importe aus Italien erwartet.

Salat 
Bei Eissalat herrschte inzwischen Spanien in ausgedehntem Maße vor. Die mitteleuropäische Erzeugung, tonangebend die deutsche und abrundend die niederländische, entschleunigte sich zusehends und merklich. Es kam zu einer leichten Unterversorgung, was in ansteigenden Kursen mündete. Die Bereitstellung von einheimischem Kopfsalat verringerte sich augenfällig, während sich die belgischen und nebensächlichen niederländischen Zuflüsse kaum veränderten. Eine hinlängliche Abnahme garantierte gemeinhin relativ konstante Notierungen. Die der belgischen Offerten bewegten sich zum Freitag hin aufgrund der generell eingeschränkten Verfügbarkeit nach oben, die der inländischen Chargen konnten diesen jedoch gütebedingt oftmals nicht folgen. Der Umschlag von deutschen Bunten Salaten verlief derart zügig, dass die Händler ihre bisherigen Forderungen nicht wesentlich zu modifizieren brauchten. Unterdessen startete die italienische Konkurrenz mit verlockenden Kopfgewichten. Endivien initiierten nicht überall einen expandierenden Zugriff. Eskariol aus Italien leitete in Hamburg die Kampagne ein zu maximal 9,- € je 9er-Abpackung. Romana-Salat traf unter anderem aus Spanien ein. Der Zuspruch bei Feldsalat war verschiedentlich nicht so intensiv wie erhofft.

Gurken
Das Marktgeschehen von Schlangengurken dominierten offensichtlich die spanischen Abladungen, die belgischen und niederländischen ergänzten es. Griechische Importe gingen nur in München zu. Die deutschen Zufuhren flachten sukzessive ab. Punktuell verdichtete sich die Präsenz französischer Ware. Ein zu üppiges Angebot begegnete einer unaufgeregten, vielfach zu schleppenden Nachfrage. Die Preise schlossen sich daher meistens dem abschüssigen Trend der Vorwoche an. Ihre Spannen weiteten sich dabei konditionsinduziert ein wenig aus. Nach den Feiertagen tendierten die Aufrufe der Verkäufer dank einer verbesserten Order manchmal nach oben. Minigurken stammten vorrangig aus den Niederlanden. Je nach Platz komplettierten Früchte aus Deutschland, Spanien und der Türkei das Sortiment. Für gewöhnlich schien die Produktpalette vernünftig dosiert zu sein. Darauf basierte die recht glatte Räumung. Teils oszillierten die Bewertungen in einer engen Bandbreite, teils waren sie konsequent stabil. Jordanische Partien begannen die Geschäfte dieser Saison zu 15,- € je 4-kg-Aufmachung.

Gemüsepaprika
Die spanischen Abladungen bauten ihre Vormacht weiter aus. Die niederländischen und belgischen Importe ergänzten neben den türkischen das Angebot. Marokko verstärkte seine Präsenz marginal. Bei genügenden Unterbringungsmöglichkeiten blieben die Preise oftmals recht stabil, die von Markenprodukten bewegten sich dabei häufiger nach oben. Generell näherten sich die Bewertungen der mitteleuropäischen Partien an die der südeuropäischen an, da die spanischen Zufuhren in dieser Hinsicht klar im Vorteil waren und somit auch in üppigerem Umfang Kundschaft generierten. Den Wunsch nach türkischen Erzeugnissen deckten Dolma und Carliston. Bei einer relativ glatten Räumung brauchten die Verkäufer ihre Aufrufe meist nicht wesentlich zu verändern. Punktuell musste für knappe gelbe Kultivare mehr bezahlt werden. Unterdessen verbilligten sich vereinzelt grüne sowie rote Formen wegen der angewachsenen Zugänge aus Marokko.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln flossen wie gewohnt allein aus Spanien in den Handel. Man hatte die Bereitstellung hinlänglich auf den Bedarf abgestimmt. In der Folge verharrten die Notierungen in diesem Sektor auf einem überaus konstanten Niveau. Örtlich verbesserte sich das Interesse ein wenig, ohne jedoch Verteuerungen initiieren zu können. Bei der Haushaltsware tat sich ebenso nicht viel. Die vorherrschenden einheimischen Anlieferungen wurden je nach Platz verschiedentlich durch österreichische oder niederländische Chargen komplettiert. Eine ausreichende Order bestätigte in der Regel die Kurse der Vorwoche.
 

Weitere Informationen
Frankfurt
Die Mengen von Orangen aus Spanien, Navelina, wuchsen an. Überwiegend waren 70er- und 80erAufmachungen verfügbar. Griechenland beteiligte sich ab Mittwoch mit 9-kg- und 15-kg-Gebinden. Entgegen des frühen Saisonzeitpunktes konnte die Nachfrage befriedigen. Südafrikanische Midnight, Delta Seedless und Valencia Late generierten noch genügend Beachtung. Die Preise für Erdbeeren mussten einstandsbedingt deutlich angehoben werden. Das übersichtliche Angebot an serbischen und türkischen Zwetschgen räumte trotz Aufrufen von bis zu 2,50 € je kg flott. Sehr gute Umsätze erzielten Granatäpfeln, Kakis und türkischen Quitten. Am Montag begann zu 1,30 € je kg die Vermarktung von deutschem Grünkohl. Rosenkohl wurde billiger vertrieben; der erste lilafarbene in 5-kg-Säcken aus den Niederlanden fand zu 12,- € schnell Käufer. Die italienische Gemüsekampagne startete voll durch: Es gab Fenchel, Mangold, Löwenzahn, Radicchio und Stängelkohl Cima di Rapa.
Hamburg
Nektarinen und Pfirsiche aus Südafrika feierten ihre Premiere zu 16,- bis 18,- € je 2,5-kg-Steige mit 20 bis 28 Stück. Erste Blaubeeren aus Peru kosteten 19,- € je 1,5-kg-Verpackung. Türkische Zucchini waren inzwischen auch in 8-kg-Kartons zu 14,- € erhältlich. Zu uneinheitlich sortierte Schneidebohnen aus Marokko vergünstigten sich.
Köln
Spanische Orangen traten mittlerweile immer mehr in Erscheinung, was wiederum zu Verbilligungen bei den bisher dominierenden südafrikanischen Offerten führte. Das im Großen und Ganzen überschaubare Angebot reichte aus, um den Markt zu versorgen. Durch die Ferien und die zwei Feiertage kam der Umschlag nicht richtig in Schwung. Kleinste Partien an Erdbeeren, egal ob aus inländischen oder niederländischen Treibhäusern, waren zum Freitag recht teuer. Einigermaßen flott, zumindest zum Wochenende hin, ließen sich Kürbisse abwickeln.
München
Belgische und norditalienische Erdbeeren aus geschützter Kultur konnten auf einem zunehmend von Trauben und Zitrusfrüchten beherrschten Platz kaum noch verkauft werden. Temperaturbedingt bessere Unterbringungsmöglichkeiten steigerten den Absatz von Ananas und Mangos. Türkische Grapefruits verstärkten ihre Präsenz und stellten so eine echte Konkurrenz zu auslaufenden südafrikanischen Erzeugnissen dar. Kakis trafen inzwischen aus Italien ein; die Nachfrage konnte aber nicht mit dem steigenden Umfang des Sortimentes Schritt halten, sodass die Notierungen sanken. Süddeutscher Lauch war sehr üppig vorhanden und die Kurse bröckelten ab. Inländische Radieschen deckten den Bedarf bei niedrigen Bewertungen ab; neben der qualitativ ansprechenden einheimischen Ware blieb die italienische eher unbedeutend. Dagegen stieß erster Radicchio aus Italien auf spürbares Interesse; dieser passte sich preislich dem inländischen an.


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Quelle: BLE-Marktbericht KW 44 / 17
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Veröffentlichungsdatum: 09.11.2017

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